Caritasverband Kreis Coesfeld betreut zurzeit 31 Patienten

Schnelle Hilfe für psychisch Erkrankte

Stellten das Netzwerk vor: Johannes Böcker (Vorstand Caritasverband; von links), Bärbel Roß (Caritas) Ulrich Adler (Techniker Krankenkasse), Susanne Wolter (Caritas), Volker Schubach (Gesellschaft für psychische Gesundheit NRW) und Wilhelm Pauly (KKH). Foto: Florian Kübber

Kreis Coesfeld. Viele Menschen leiden in NRW unter psychischen Erkrankungen wie Depression, Burnout oder Angst-Störungen. Rund 17 Prozent aller Krankschreibungen sind psychisch bedingt, wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervorgeht.

Bisher werden viele dieser Patienten im Krankenhaus behandelt. Nach der Entlassung fehlt es häufig an konkreter Unterstützung und der Patient muss bei der nächsten Krise wieder eine Klinik aufsuchen. Um diesen „Drehtüreffekt“ vorzubeugen, hat sich das „NetzWerk psychische Gesundheit“ in NRW gegründet. Seit einem Jahr gibt es das Netzwerk, dass von der Techniker Krankenkasse, der Kaufmännischen Krankenkasse, der Gesellschaft für psychische Gesundheit NRW sowie dem Caritasverband für den Kreis Coesfeld unterstützt wird. Dabei arbeiten Ärzte, Sozialarbeiter, Fachpfleger und Therapeuten eng zusammen. „Sie unterstützen die Patienten möglichst so, dass diese trotz der psychischen Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können“, zeigt Ulrich Adler, Leiter regionales Vertragswesen der Techniker Krankenkasse auf. Beim Caritasverbend arbeiten die Dienste „Integrierte Versorgung“ und die „Ambulant Psychiatrische Pflege“ im Rahmen des Netzwerkes, um Menschen im Krisenfall schnelle Hilfe bereitzustellen und ambulante Hilfe zu ermöglichen. „Das NetzWerk psychische Gesundheit ist ein patientennaher Zugang, bei dem die Patienten im Krisenfall direkte Hilfe bekommen“, erläutert Johannes Böcker, Vorstand des Caritasverbandes. 31 Erkrankte aus dem Kreis Coesfeld nehmen das Angebot des Netzwerkes zurzeit in Anspruch. Betreut werden sie dabei von vier Fachkräften des Caritasverbandes. Das Angebot reicht dabei von einer 24-stündigen telefonischen Erreichbarkeit über Krisenräume für Patienten, in denen sie auch übernachten können bis zur Begleitung beim Arztbesuch.

Auch für eine größere Nachfrage ist der Caritasverband gerüstet. „Die Nachfrage wird vom Caritasverband auch bei einer höheren Patientenzahl bedient werden können“, so Johannes Böcker. 

SL-Ausgabe vom 11.2.2015

Von Florian Kübber

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