Thomas Fabry blickt als amtierender Regent auf das Rekordschießen zurück

„Es war richtig Arbeit“

Da ist das Ding: Der amtierende Schützenkönig der Coesfelder Bürger- und Junggesellenschützen, Thomas Fabry, präsentiert seinen „Pokal“ – mit den wenigen Überresten des 908-Schuss-Rekordvogels und seinen Rest-Euro-Münzen für das Königsschießen.

Coesfeld. Er hat im vergangenen Jahr Vereinsgeschichte geschrieben – und das nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinen beiden „Leidensgenossen“, mit seinem Zwillingsbruder Henrik und mit Josef Timmer: Thomas Fabry schmunzelt übers ganze Gesicht, wenn er an das kuriose Königsschießen des Vorjahres zurückdenkt.

Das ganze Schützenjahr sei „wunderschön, aufregend und auch zeitaufreibend gewesen“, sagt der amtierende Regent. Und das gelte ebenso für den Wettkampf an der Vogelschießen, in dem er sich schließlich mit dem 908. Schuss durchgesetzt und das beharrliche (und sogar nicht federleichte) Federvieh endlich von den Stange geschossen hatte. „Es war richtig Arbeit“, unkt der 37-Jährige.

Eigentlich, jedenfalls wenn es „so etwa ab dem 700. Schuss“ nach dem Willen des eisernen Trios gegangen wäre, hätten sie alle drei gemeinsam den König geben wollen – beziehungsweise „die heiligen drei Schützenkönige“. Fabry: „Der Vorstand war von unserem Vorschlag aber nicht so begeistert. Also mussten wir weitermachen!“ Im Dauerregen. Mit dem einen oder Wehwehchen an der Schulter. Und letztlich mit dem glücklichen Ende für Thomas Fabry – was vor allem Mutter Annelie sehr freute, die 50 Jahre zuvor Königin an der Seite von Horst Dieninghoff gewesen war und entsprechend stolz war, dass einer ihrer Söhne in ihrem Jubiläumsjahr ein glückliches Händchen (und die nötige Ausdauer) hatte.

„Sie hätte es Josef Timmer aber genauso gegönnt. Überhaupt herrschte unter uns dreien eine sehr faire und herzliche Atmosphäre“, berichtet Thomas Fabry.

Fabry hatte seinen Entschluss bereits im Sommer 2010 gefasst. „Ich habe Yvonne Dieninghoff kurz nach dem Fest gefragt, ob sie im nächsten Jahr meine Königin sein möchte, wenn ich es schaffen sollte.“ Mit Gattin Dr. Vera Tekülve und Andrea Austerschulte war der Thron schnell komplett. Und so schnell der Thron im Vorfeld festgestanden hatte, so schnell mussten dessen Mitglieder dann reagieren, als im Jahr darauf, am 25. Juni 2011, der Vogel (beziehungsweise dessen wenige Überreste) wirklich fiel.

„Es musste alles ratz-fatz gehen, man ist im Grunde fremdbestimmt, wird von links nach rechts gezerrt. Aber es war sehr schön“, erinnert sich Dr. Vera Tekülve. Auch vor dem Ball wäre kaum Zeit zur Umkleide gewesen. „Vielleicht fünf Minuten. Das ist für eine Frau nicht viel“, schmunzelt sie. „Aber irgendwie hat es geklappt.“ Schön sei es gewesen, dass trotz des schlechten Wetters, des anstrengenden Nachmittags und der ausgefallenen Parade auf dem Marktplatz „so viele abends in die Bürgerhalle kamen und noch für eine Bombenstimmung sorgten.“

Und auch die „kleine, aber feine, improvisierte Parade direkt am Walkenbrückentor mit zwei standhaften Musikern der Jugendblaskapelle sei „so herzlich“ gewesen, sagt Thomas Fabry, „dass wir sie nie vergessen werden.“

Für weiteren Schützennachwuchs im Hause Fabry ist übrigens gesorgt. Die beiden Sohnemänner Aaron und Tom (Zwillinge/2) waren schon im vergangenen Jahr bis zum letzten Schuss mit dabei. „Und in 25 Jahren“, orakelt Thomas Fabry, „könnten die beiden hervorragend mitschießen …“

Streiflichter-Ausgabe vom 20.6.2012

Von Raphael Haag

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