Polizei stellte gestern NRW-Landeskampagne und ESO-Messgerät vor

Rasern geht‘s an den Kragen

Martin Stricker vom Verkehrsdienst Dülmen (von rechts) sowie Manfred Kettrup bei der Präsentation des ESO-Messgerätes auf dem Gelände der Gaststätte Odysseus in Welte. Dahinter links Polizeirat Axel Hofmann im Interview.

Kreis Coesfeld. Die Polizei geht Rasern intensiver als je zuvor an den Kragen – und auch Fußgänger und Radfahrer sind dabei im Visier.

Das ist die Quintessenz der neuen NRW-Landeskampagne zur Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen, die Innenminister Jäger in Köln vorgestellt hat. Die Kreispolizeibehörde Coesfeld beteiligt sich ab sofort an der Umsetzung und hat ein Konzept auf Grundlage der Landeskampagne entwickelt, das sich eng an den Problemen im Kreis Coesfeld orientiert.

Kernpunkte der neuen Strategie im Kreis Coesfeld sind dabei beispielsweise eine flächendeckende Überwachung der Geschwindigkeiten. Das heißt: Kontrollen sind immer und überall möglich – sowohl in Form von offenen als auch verdeckten Messungen. Auch gegen das Fehlverhalten von Fußgängern und Radfahrern wird konsequent eingeschritten. Denn Radfahrer und Fußgänger sind zwar häufig Opfer, sie sind aber auch Täter. „Von 15 Getöteten, davon 14 außerhalb geschlossener Ortschaften, waren sechs Fahrradfahrer“, so Polizeirat Axel Hofmann, Direktionsleiter für Verkehrsangelegenheiten des Kreises Coesfeld, am gestrigen Dienstag auf dem Gelände der Gaststätte Odysseus in Welte bei einer Präsentation des ESO-Messgerätes, das über Licht- und Schattenkontraste die Geschwindigkeit misst.

Er bemängelte, dass Radfahrer oftmals auf der falschen Radfahrseite fahren würden, was sehr gefährlich sei. Neben dem beteiligten Landrat Konrad Püning als Chef der Kreispolizeibehörde nahmen unter anderem noch Polizeihauptkommissar Manfred Kettrup und Hauptkommissar Martin Stricker (Verkehrsdienst Dülmen) an der Präsentation teil. Püning: „Die Botschaft ist: Es wird vermehrt gemessen, auch in der Fläche.“ Anders als bei Lasermessungen bekommen Verkehrssünder bei den ESO-Messungen die Ergebnisse per Post zugeschickt – mit qualitativ hochwertigen Beweisfotos.

Bei sechs Messungen in rund 40 Minuten wurden gestern übrigens mit dem ESO-Gerät, das zusammen mit dem Wagen und sonstigen Zubehör komplett 150 000 Euro gekostet hat, sechs Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Dabei fuhren Autofahrer statt 70 km/h zwischen 84 und 93 km/h, wie Ernst Heidemann vom Verkehrsdienst der Kreispolizei mitteilte – und dies, obwohl ein Polizeiwagen auf dem Präsentationsgelände gut sichtbar war.

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