Investorenwettbewerb: ECO Plan und Architekt Andreas Bodem setzen sich durch

Quantensprung für den Bahnhof

So soll er künftig aussehen, der Bahnhofsvorplatz in Coesfeld. Drei frei stehende Gebäude bilden ein stimmiges Ensemble und verleihen dem Bahnhofsvorplatz Licht und Leben. Die Parkplätze werden neu angeordnet. Ansicht: Architekturbüro Andreas Bodem / ECO.PLAN GmbH &. Co. KG

Coesfeld. Zwei Bewerber waren nahezu gleichauf. Schließlich setzten sich beim Investorenwettbewerb zum Coesfelder Bahnhof das Unternehmen ECO Plan und das Architekturbüro Andreas Bodem durch.

Bei dem von der Stadt Coesfeld und der BahnflächenEntwicklungsgesellschaft (BEG) ausgeschriebenen Wettbewerb für die Nachnutzung des Empfangsgebäudes Bahnhof waren diese zusammen mit H+T-Konzeptbau und Evers Architekten in die engere Auswahl der Jury unter Leitung von Prof. Dr. Fritzen (Hochschule Bochum) gelangt. „Es war eine schwere Entscheidung. Beide Konzepte waren städtebaulich von hoher Qualität und realisierbar“, betonte Bürgermeister Heinz Öhmann, als er das Projekt gemeinsam mit allen Beteiligten am Montag vorstellte. Entscheidend pro ECO Plan und Bodem sei letztlich die gestalterisch qualitätsvolle Architektur, verbunden mit der attraktiven Platzbelebung gewesen.

Das neue „Bahnhofs-Ensemble“ soll aus zwei Gebäuden mit Flachdach im Norden und Süden sowie dem alten, aber aufgewerteten Bahnhofsgebäude mit neuem Glasvorbau bestehen.

Durch den freien Raum zwischen Empfangshalle und den Seitengebäuden soll der Platz belebt und der Blick auf die Züge ermöglicht werden. „Die Bahn wird nicht von der Stadt getrennt. Stattdessen entsteht eine Transparenz und der Bahnhof wird in die Stadt integriert“, erklärt Architekt Andreas Bodem. Dabei werde das vertraute Bild der Empfangshalle mit Dach, Giebel, Turm und Uhr erhalten. Das neue Bahnhofsareal soll für Wohnen, Arbeiten und Freizeit genutzt werden. Besonders das Empfangsgebäude soll von Gastronomie geprägt werden. Der Fahrkartenverkauf ist Nebenschauplatz. Neue Fahrradstationen und Parkplätze sind ebenfalls im Konzept enthalten.

„Der Bahnhof ist der Empfang einer Stadt. Das neue Konzept wird Coesfeld ein neues Gesicht geben“, verspricht Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG. „Das Konzept hat ein Alleinstehungsmerkmal und wird Gastronomie und Dienstleistung zusammenführen.“

Die Höhe der Baukosten soll sich auf rund sechs Millionen Euro belaufen – eine Summe, die auch durch die geplante Gastronomie refinanziert werden soll. Möglich ist ein Baubeginn etwa in einem Jahr – und eine Fertigstellung dann Mitte des Jahres 2017. Während des Architektenwettbewerbs hatten die Teilnehmer sich frühzeitig und regelmäßig im Dialog mit den Ausschreibenden (Stadt und BEG) befunden. „Der Vorteil dieses Dialogs ist, dass das Konzept jetzt schon einen hohen Grad an Konkretisierung hat“, so Stadtbaurat Thomas Backes.

Für die Bahnfahrer werden durch den Durchgang zwischen den Gebäuden während der Bauphase kaum Konsequenzen entstehen.

Zum Thema:

Auf diese Kriterien sei bei der Ausschreibung besonders Wert gelegt worden:städtebauliche Qualität, architektonische Qualität, Nutzungs- und Belebungskonzept für das Gebäude, funktionale Qualität, Standort Taxen, Erschließung Bahnhofsareal, qualitätsvolles Stadteingangstor.

SL-Ausgabe vom 17.6.2015

Von Franziska Veit

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