Projekt „FamiLo“ der FBS vermittelte Ordensschwester Almuth an Familie

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Schwester Almuth (von links), Ulrike Hegemann-Wieskus und ihr Sohn Pepe sind mittlerweile ein eingeschworenes Team. Regelmäßig besucht die Ordensschwester die Familie.

Coesfeld. Ein wenig ungeduldig wippt Pepe auf dem Schoß seiner Mutter Ulrike Hegemann-Wieskus. Er ist 1,5 Jahre alt und spielt gerne im Bällchenbad oder sammelt im Herbst heruntergefallene Kastanien auf dem Gehweg. Almuth ist 74 Jahre alt. Sie gehört zum Orden „Schwestern Unserer Lieben Frau“ aus dem Coesfelder Haus Emmaus. Sie sammelt gerne mit Pepe Kastanien vom Gehweg und spielt im Bällchenbad – zumindest soweit dies für sie möglich ist. Das Projekt „FamiLo“ der Familienbildungsstätte (FBS) Coesfeld führte die beiden Generationen zusammen.

„Wir freuen uns, dass wir mit Schwester Almuth eine geschulte Mitarbeiterin haben, die uns unterstützt“, lächelt Hegemann-Wieskus. Sie selbst ist als Heilpraktikerin berufstätig. Ihr Mann machte sich als Installateur- und Heizungsbaumeister selbstständig und ist nun arbeitsbedingt viel unterwegs. Der fünfjährige Sohn Lutz puzzelt oft und ist gerade bei seiner Großmutter. „Aber die Oma hat auch nur begrenzt Kapazität“, lacht Hegemann-Wieskus. Aus diesem Grund – und damit die Coesfelderin einmal in der Woche ganz allein Zeit für sich hat – meldete sie ihre vierköpfige Familie beim Projekt „FamiLo“ in der Familienbildungsstätte an.

Seit dem Jahr 2014 gibt es das Angebot. Als einer der Frühen Hilfen ist es neben dem „wellcome“-Projekt in der FBS ein Angebot für junge Familien in Coesfeld. Während Letzteres eine Betreuung für Säuglinge vorsieht, richtet sich „FamiLo“ an Familien mit Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren. Je nach Absprache und Bedarf besuchen ehrenamtliche Paten die Familien, um für ein paar Stunden die Betreuung der Sprösslinge zu übernehmen.

Immer montags fährt so Schwester Almuth für zwei Stunden zu den Hegemann-Wieskus’. „Oft gehe ich mit Pepe spazieren, nur bei Regenwetter, da spielen wir drinnen“, erklärt Almuth. Auch sie meldete sich in der FBS für das Projekt an. Im Wartezimmer einer Coesfelder Praxis entdeckte sie einen Aushang. In diesem wurde nach „FamiLo“-Ehrenamtlern gesucht. Nachdem ein Erste-Hilfe-Kurs und ein ausführliches Eingangsgespräch vorangegangen waren, wurde sie von Projektkoordinatorin Christina Hörbelt an „ihre“ Familie vermittelt.

„Schwester Almuth kommt mit Herzblut zu uns und Pepe hat sich sehr schnell an diese Tatsache gewöhnt“, freut sich Ulrike Hegemann-Wieskus für Sohn und Ordensschwester. Sie selbst nutzt die Zeit, um in Ruhe einkaufen zu gehen, aufzuräumen oder auch, um selbst einmal vom Alltagsstress abzuschalten. „Ich persönlich finde die Art der Betreuung, die ,FamiLo‘ bietet sehr gut“, erklärt sie.

Schwester Almuth zeigt sich ebenfalls begeistert von ihrem Ehrenamt und natürlich von Pepe. Bis zum Beginn der „Spielzeit“ können es beide kaum abwarten. „Durch die Tätigkeit bleibe ich in Begegnung mit Kindern“, erläutert die 74-Jährige, die lange im Kindergarten arbeitete. Mit der Freude für das Engagement steckte sie ihre Mitschwestern an. „Schwester Kerstins ,Patenkind‘ übernachtet bald bei uns im Kloster“, lacht die Coesfelderin. Dies bedurfte selbstverständlich eine vorherige Absprache mit den Eltern.

Trotz des Ehrenamts von insgesamt vier Ordensschwestern werden neue Familienpaten dringend gesucht. Und auch weitere Familien, die das Projekt in Anspruch nehmen, sind erwünscht. Ulrike Hegemann-Wieskus rät zur Teilnahme am FBS-Angebot, glaubt aber eine mögliche Hemmschwelle zu kennen: „Ich denke, dass viele Familien nicht trauen sich anzumelden, da sie glauben, dass sie keinen Anspruch auf diese Art der Betreuung haben, da sie nur an sozial schwächere Familien gerichtet sei“, überlegt sie. Eindeutig richtet sich „FamiLo“ an alle Familien, also gerade an „Otto-Normal-Familie“. Pepe und Schwester Almuth ist währenddessen egal, warum sie zusammen spielen – sie müssen jetzt los, und zwar ins Bällchenbad.

zum Thema:

„FamiLo“ der FBS

Zum Projekt: 

Das Projekt „FamiLo“ der Familienbildungsstätte (FBS) Coesfeld steht abgekürzt für „Familien mit Lobby“ und besteht seit dem Jahr 2014. Von der Stadt Coesfeld ins Leben gerufen, ist es unter diesem Namen einzigartig. Ehrenamtliche Paten betreuen nach Absprache Kleinkinder vom ersten bis zum dritten Lebensjahr und ermöglichen den Eltern so vermehrt Freizeit. Derzeit nehmen drei Coesfelder Familien das Projekt in Anspruch. Zudem beteiligen sich vier Ehrenamtliche an „FamiLo“. Das Projekt wird von der Stadt Coesfeld sowie von der Bundesinitiative Frühe Hilfen unterstützt.

Die Koordinatorin: 

Die Sozialpädagogin Christina Hörbelt leitet seit August 2016 das Familienprojekt. Interessierte Ehrenamtliche können sich ebenso wie Familien bei ihr melden, unter Telefon (02541) 94920 und per E-Mail an hoerbelt-c@bistum-muenster.de.

Zur Unterstützung: 

Spenden für das Projekt können an das Konto des Fördervereins der Familienbildungsstätte überwiesen werden: Sparkasse Westmünsterland, IBAN DE70 4015 4530 0037 5159 70, Betreff „Spende FamiLo“.

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