Martha Kramer aus Coesfeld gestaltet seit vielen Jahren aktiv mit

Plattdeutscher Abend bei der Kolpingsfamilie

Martha Kramer vor ihrem eigenen Kamin. Am 14. Januar wird sie den plattdeutschen Herdfeuerabend der Kolpingsfamilie mitgestalten.

Coesfeld. Kalt ist es draußen, es regnet viel und abends wird es früh dunkel.

Als richtigen Winter kann man das Wetter momentan zwar nicht bezeichnen, aber auch nicht gerade als angenehm. Was gibt es da schon Schöneres, als mit einem guten Buch vor dem Kamin zu sitzen und sich so richtig wohl zu fühlen? Eigentlich nichts. Das denken sich auch die Mitglieder der Kolpingsfamilie Coesfeld-Zentral, wenn sie ihren jährlichen plattdeutschen Abend am Herdfeuer vorbereiten.

Gemütlich sitzen die Teilnehmer dann, meist auf einem Bauernhof in der näheren Umgebung, vor einem großen Kaminfeuer zusammen und lassen sich von vier oder fünf Freiwilligen plattdeutsche Geschichten, Gedichte und „Dönkes“ erzählen. Manchmal werden auch plattdeutsche Lieder gesungen.

„Früher konnte ich kein

Hochdeutsch sprechen“

Eine, die seit vielen Jahren aktiv an der Gestaltung der plattdeutschen Abende beteiligt ist, ist Martha Kramer. Seit 32 Jahren ist sie Kolping-Mitglied, früher hat sie in der Theater-Gruppe mitgespielt. Das Plattdeutsche ist sozusagen ihre Muttersprache. „Früher konnte ich kein Hochdeutsch“, schmunzelt die heute 82-Jährige.

Erst in der Schule habe sie Hochdeutsch gelernt. Als dann die eigenen Kinder in der Schule waren, hieß es, Plattdeutsch sei nicht länger angebracht. Von dieser Aussage nimmt sich Kramer bis heute nicht viel an. Als wahres Coesfelder Urgestein lebt sie noch heute in ihrem Elternhaus und unterhält sich mit ihren Nachbarn und Bekannten meistens „up plattdütsch“. Auch ihre Kinder könnten Plattdeutsch sprechen, den Enkeln falle es schon etwas schwerer, so Kramer. Sie selbst liest noch heute gerne plattdeutsche Bücher. Aus den besonders guten sucht sie dann die Geschichten für die Herdfeuerabende aus. „Ob die Texte ankommen, das erfährt man an den Reaktionen aus dem Publikum“, weiß Kramer. Mal gebe es mehr Applaus, mal weniger. „Bisher habe ich aber eigentlich immer Glück gehabt und meine Texte sind gut angekommen“, versichert die rüstige Rentnerin. Auf den nächsten Herdfeuerabend am kommenden Samstag, 14. Januar, freut sie sich bereits.

„Das sind immer wieder tolle zwei bis drei interessante Stunden“, sagt Kramer. Besonders gut gefallen ihr die abwechslungsreichen Beiträge von Ewald Stegemann, der selber plattdeutsche Gedichte schreibt. Gemeinsam mit den anderen Erzählern gelingt es Kramer und Stegemann nicht selten, die Zuschauerräume bis zur Überfüllung voll zu machen.

„Klasse, dass die Akteure

aus eigenen Reihen sind“

Die Zuschauerräume, das sind in der Regel die leergeräumten Stuben von Bauernhöfen aus der Region. Aber auch an anderen Orten haben sich die Kolpingsmitglieder schon getroffen, um mit einander „platt zu kürn“. So führten Veranstaltungen in den vergangenen Jahren beispielsweise auch mal ins Annental oder nach Kloster Gerleve. „Es ist einfach klasse, dass wir die Akteure für die plattdeutschen Abende in den eigenen Reihen haben“, lobt Hedwig Blome das Engagement von Kramer, Stegemann und Co.

Das Lob ihrer Vorsitzenden haben sich die Erzähler wirklich verdient, denn für sie sind die Herdfeuerabende jedes Jahr auf‘s Neue eine kleine spontane Herausforderung, da sie keine Ahnung haben, wer sonst noch Vorträge vorbereitet hat oder wo die Veranstaltung überhaupt stattfindet. „Der Ort des Geschehens bleibt jedes Jahr eine große Überraschung“, erklärt Kramer. Nur die Vorsitzende, Hedwig Blome, kennt das Ziel, das sie jedes Jahr in Eigenregie auswählt. Eines steht aber fest: Der Bus, der die Teilnehmer am Samstag zum plattdeutschen Abend bringen soll, ist bereits gebucht (siehe gelber Kasten)...

Plattdeutscher Abend am Herdfeuer

Die Kolpingsfamilie Coesfeld lädt alle Mitglieder zum plattdeutschen Herdfeuerabend am Samstag, 14. Januar, ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, nicht wie im Programm angekündigt um 14 Uhr. Gestaltet wir der Abend mit Dönekes, kleinen Vorträgen und Liedern, auch in plattdeutscher Sprache. Für das leibliche Wohl ist auch an diesem Abend gesorgt. Für die Hin- und Rückfahrt wird ein Bus eingesetzt. Die Abfahrt beginnt um 19 Uhr am Kolpinghaus, Ecke Weberstraße. Anschließend werden folgende Zusteigemöglichkeiten angefahren: Kaup-Hertger an der Borkener Straße, Anna-Katharina-Kirche (Am Tüskenbach), Segbert (Hohes Feld) und Maria-Frieden-Kriche (Friedensweg).

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