Pictorius-Berufskolleg setzt Zeichen gegen körperliche und seelische Gewalt

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Martin Stricker vom Weißen Ring gab den Pictorius-Schülerinnen jede Menge praktische Techniken zur Selbstverteidigung bei.

Coesfeld. „Einsame Straße – höre Schritte hinter mir, stelle fest, dass es keine Katze und kein Hund sein kann. Dann ist der Fluchtgedanke sofort bei den Betreffende da“, schildert Martin Stricker, Ehrenamtlicher im Bundesnetzwerk der Opferhilfe „Weißer Ring“ den Schülerinnen des Pictorius-Berufskollegs Coesfeld eine Situation, in der ein überschlagsmäßiger Angriff erfolgen könnte. Dann hieße es, Sensoren aufmachen. „In der Wahrnehmungsphase kann man viel machen“, so Stricker. Der Experte informierte in der vergangenen Woche 60 Schüler zum Thema (Cyber-)mobbing.

Aufgeteilt in zwei Gruppen erhielten sie zahlreiche theoretische und praktische Tipps und Techniken zur Selbstverteidigung und Selbstbehauptung im Falle eines sexuellen Angriffs. „Wartet nicht bis er anpackt“, betont Stricker. Klare Ansagen oder ein lautes „Nein“ schrecken ab. Entscheidend sei es auch, sich innerlich aufzubauen: „Ich bin stark, ich kann mich wehren!“

Möglichst früh – im Grundschulalter – sollten sich laut Stricker jeder vor Angriffen schützen können. Gleiches gelte laut dem Polizeibeamten außer Dienst für Senioren.

„Es ist gut, dass wir Angriffssituationen durchgespielt haben“, so Lea Dahlhaus, eine der Teilnehmerin. Es bleibt nachhaltig hängen, weiß Stricker vom Weißen Ring aus Erfahrung. Einige Bewegungsabläufe kannte Berufsschülerin Anica Eckhardt bereits. Ein Jahr lang machte sie Kickboxen und Kung Fu. Letzteres sei gut für die Schnelligkeit und das Selbstbewusstsein gewesen.

Bei der Veranstaltung waren ausschließlich junge Frauen. Für Jungs findet im nächsten Schuljahr die Veranstaltung statt. Denn so Lehrerin Heike Noczynski: „Jungs können auch Opfer von Gewalt werden!“

Noczynski gehört gemeinsam mit ihren Kollegen Daniel Strob, Jennifer Reglin und Udo Hemling zur Steuergruppe Schulsicherheitstechnik. Dort geht es darum, Prozessabläufe im Falle von Gewaltsituationen zu installieren. „Nur in einer guten Atmosphäre kann gut gelernt werden“, betont Noczynski.

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