Pflegende Angehörige brauchen und bekommen Unterstützung

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Beim Pflegefrühstück im Caritas-Haus Dülmen diskutierten Vertreter aus Politik, Kirchengemeinde und Pflege über die Unterstützung pflegender Angehöriger.

Kreis Coesfeld. Anlässlich des „Internationalen Tages der Pflege“ lud der Caritasverband für den Kreis Coesfeld Vertreter aus Politik, Kirchengemeinde und Pflege zum „Pflegefrühstück“ ins Caritas-Haus Dülmen ein. Die Gäste diskutierten über das diesjährige Thema: „Wir für Sie – Unterstützung pflegender Angehöriger“.

Pfarrer Peter Nienhaus und Pfarrer Markus Trautmann schilderten als Vertreter der beiden Kirchengemeinden aus ihren persönlichen Erfahrungen, die Zerrissenheit vieler Angehörigen zwischen dem eigenen Wunsch nach Entlastung und dem schlechten Gewissen, die eigenen Angehörigen in fremde Hände „abzugeben“. Hier gingen viele Angehörige bis an ihre Grenzen und darüber hinaus, um die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit zu stemmen.

An dieser Stelle warf die Pflegedienstleistung der Sozialstation Dülmen-West Bärbel Ross ein, dass auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gepflegt werden müssen, um ihre Arbeit auch langfristig gut und zum Wohle der Patienten und Angehörigen erbringen zu können. Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure des Pflege- und Gesundheitswesen auszubauen – wie es bereits die Pflegeberatung des Kreises Coesfeld mit ihrer Übersicht der freien Pflegeplätze im Kreis erreicht hat – kann somit zu einer Entlastung von Angehörigen und professionell Pflegenden führen. Hier gilt es diese Ansätze weiter zu verfolgen, um Angehörige im Akutfall schnell und zielgerichtet zu unterstützen.

„Nach wie vor sei das Thema Pflege nichts, womit man sich präventiv beschäftige, sondern erst dann wenn der konkrete Bedarf eintrete", schilderten Günter David vom Ausschuss für Arbeit, Soziales, Ehrenamt und Senioren der Stadt Dülmen und Andrea Eveld vom evangelischen Altenhilfezentrum. „Das Thema Pflege immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen und die Menschen darin zu stärken sich dieser Thematik nicht zu verschließen, sei eine große Herausforderung", so Günter David.

Merle auf der Heide und Anica Przyklenk, als Auszubildende des Caritasverbandes, bekräftigten noch einmal die guten Arbeitsbedingungen in der Pflege und die besonderen Leistungen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten im Caritasverband. Im Gespräch mit Mitschülern oder dem nahen Umfeld würde oft klar, dass ein falsches Bild in den Köpfen der Menschen vorherrsche. Hier gelte es, die Vorteile und positiven Aspekte des Berufsbildes deutlich zu machen, denn diese seien eindeutig in der Überzahl.

Diese Einschätzung teilte die gesamte Runde. Andrea Eveld unterstützte das Vorangegangene noch mit dem Hinweis auf die partnerschaftliche Beziehung zwischen professionellen Pflegenden und den Angehörigen. Gute Pflege gelinge durch Zusammenarbeit, Vertrauen und Offenheit. Eine ganze Branche mache täglich einen richtig guten Job und das müsse auch in der Öffentlichkeit sichtbar werden.

Britta Wisse, als Leitung der Tagespflege in Südkirchen, berichtete über die Bedeutung dieser Einrichtung im ländlichen Gebiet und bekräftigte, dass die Verankerung von Pflege und Pflegeeinrichtungen im jeweiligen Sozialraum für die Akzeptanz und das Gelingen dieser partnerschaftlichen Beziehung ausschlaggebend sei. So finden in Südkirchen bereits seit 2017 regelmäßig sehr gut besuchte öffentliche Veranstaltungen in der Tagespflege statt und erleichtern so für Einwohner und Interessierte den Zugang zur Tagespflege.

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