Oswald-Schülerin Celine Wenzel hat ein Praktikum im englischen Broadstairs absolviert. Mitschüler erhielten den "Europapass".

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15 Schüler des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs absolvierten im April und Mai Auslandspraktika. Das Foto wurde während der Praktikumsbörse im Juni aufgenommen, während der die Schüler über ihre Auslandserfahrungen berichteten.

Darfeld / Coesfeld. Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld muss Celine Wenzel in ihrem zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Kaufmännischen Assistentin für Fremdsprachen ein Auslandspraktikum absolvieren. Als bei der Praktikumsbörse die „Kent School of English“ vorgestellt wird, ist Celine sofort begeistert: „Das war wie Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sie sich. Nach der ersten Kontaktaufnahme, der Bewerbung und einem Telefoninterview ist es Anfang März soweit: Für insgesamt neun Wochen geht es für Celine nach Broadstairs, eine kleine Küstenstadt in der Grafschaft Kent. 

Die „Kent School of English“ ist eine Sprachschule für Jugendliche und Erwachsene aus aller Welt. Jede Woche kommen neue Schülerinnen und Schüler an, um ihr Englisch zu verbessern. „Da waren Menschen aus aller Welt dabei – sogar aus Marokko oder aus China“, so Celine. In der Sprachschule konnte die aus Coesfeld stammende und in Darfeld wohnhafte 18-Jährige bei allem helfen, was so anstand: Unterrichtsmaterialien vorbereiten, Nachmittagsaktivitäten planen oder sich um die Evaluation durch die Teilnehmer kümmern. „Ich war eine Art Allrounderin“, beschreibt die 18-Jährige ihre Funktion. „Das war toll, weil ich überall einmal hinter die Kulissen blicken durfte und lernen durfte, wie so eine Schule funktioniert.“

Für die Zeit ihres Praktikums war Celine in einer Gastfamilie untergebracht. Bei dem älteren Ehepaar fühlte sie sich wie Zuhause. Am Wochenende gemeinsam etwas zu unternehmen oder einfach jemanden zu haben, dem man am Abend von seinem Tag erzählt – das sei sehr schön gewesen, sagt Celine. „Da fiel der Abschied umso schwerer.“ 

Dass Sprachprobleme und kulturelle Unterschiede aber doch zum Problem werden können, stellte Celine fest, als sie während ihres Praktikums an einer starken Grippe erkrankt: „Es hat ewig gedauert, einen Arzttermin zu bekommen – ich wurde von A nach B geschickt“, erinnert sie sich. Aber auch wenn es ein großer Aufwand war, sei am Ende doch alles gut gegangen, betont sie. 

Dreimal ist Celine während ihrer Zeit in England nach London gefahren. Schon vor ihrem Aufenthalt hatte sie sich geschworen, ein Fußballspiel im Arsenal-Stadion anzusehen. Dabei war es gar nicht so einfach, ein Ticket zu ergattern – Mitte April klappte es dann endlich und Celine durfte Arsenal gegen den FC Southampton spielen sehen. „Ich war so glücklich in dem Moment, das war der Wahnsinn“, erinnert sich Celine an die Stunden im Stadion. „Auch wenn ich in Deutschland regelmäßig ins Stadion gehe – das war schon etwas ganz anderes, mitten unter den englischen Fußballfans im Trubel zu stehen. Definitiv das Highlight meines Aufenthalts.“

Für ihre berufliche Zukunft hat der Aufenthalt Celine weitergeholfen. Neben der sprachlichen Verbesserung hat die gebürtige Coesfelderin gelernt, wie die Organisation einer großen Einrichtung funktioniert. „Das war eine einmalige Erfahrung: Ich habe das Gefühl, etwas fürs Leben gelernt zu haben“, sagt sie. Auch persönlich habe sie sich weiterentwickelt: „Ich bin selbstständiger und aufgeschlossener geworden“, freut sie sich. Auf ihr Auslandspraktikum in Broadstairs blickt Celine heute sehr gerne zurück. Auch, wenn sie eigentlich mal in eine andere Richtung gehen möchte: „Der Sportjournalismus ist mein großer Traum“, weiß sie. 

Was sie an Broadstairs am meisten vermisst? „Den Strand“, ist sich Celine sicher. „Der war nur fünf Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt und perfekt, um nach dem Feierabend den Tag ausklingen zu lassen.“ Sie ist fest davon überzeugt, noch einmal in die Küstenstadt zurückzukehren: „Für die Ferien, um alle zu besuchen und wiederzusehen.“

Zum Thema: Schüler des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs erhielten den „Europass“ nach Auslandspraktikum

Sie reisten nach Frankreich oder nach Spanien, waren in England und sogar auf der Tropeninsel „La Réunion“: 15 Schüler der Klasse HBF-16 des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs verbrachten neun Wochen im Ausland. Nicht allerdings, um ihren Urlaub zu genießen – die Schüler aus der deutschen Kreisstadt absolvierten Auslandspraktika. 

„Bonjour Mesdames et Messieurs“, begrüßte Liliana Kort bereits im Juni und in fließendem Französisch ihre Gäste. Die Schülerin moderierte gemeinsam mit Freundin Megan Smith die Praktikumsbörse. Alljährlich berichten die Lernenden des Coesfelder Berufskollegs während dieser Veranstaltungen von ihren Erfahrungen im Ausland. Es lauschten die Schüler, der HBF-17, die im kommenden Schuljahr in fernen Städten arbeiten werden und geladene Gäste. 

„Das Auslandspraktikum trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und führt zur Steigerung der Selbstständigkeit“, zeigt“, nutzte Schulleiter Marc-André Tews die Gelegenheit, für das Projekt zu werben. „Die interkulturellen Kompetenzen jedes Einzelnen werden gestärkt. Die Schüler mussten tagtäglich in den jeweiligen Fremdsprachen kommunizieren“, ergänzt er. Im April und Mai wurden in diesem Jahr die praktischen Erfahrungen über deutsche Grenzen hinaus gesammelt. 

Besonders exotisch: Kaja Kucharska absolvierte ihr Praktikum in einem Hotel auf der fernen und dennoch französischen Insel La Réunion. 

Die Praktika werden zu großen Teilen vom Förderprogramm „Erasmus+“ finanziert. Zum Abschluss der Praktikumsbörse erhielten die Schüler den „Europass“ als Zertifikat.

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