Autos der Ghostbusters und Batman im Münsterland

Oliver Wirtz baut in seiner Freizeit Kino-Kult-Spezialfahrzeuge nach

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Dr. Oliver Wirtz, der in Coesfeld als Osteopath arbeitet, hat seit einigen Jahren ein spezielles Hobby: Er baut Kinofilm-Kultautos nach. Wie zum Beispiel das Kultauto „Ecto 1“ aus den ersten „Ghostbuster“-Kinofilmen, das manch ein Herz höher schlagen lässt.

Coesfeld. In seinem Medizin-Studium schon schraubte Dr. Oliver Wirtz an Ford, Mercedes und Jaguar. Jahrelang Oberarzt im Coesfelder Krankenhaus und jetzt Inhaber einer Osteopathie-Praxis, spezialisierte Oliver Wirtz sein Hobby und baut Replikate von Spezialfahrzeugen aus Kinofilm-Klassikern. Nach und nach wurde die Liste seiner Replikas länger und länger.

Batman- und Catwoman-Figuren gehören zum Batmobil dazu. Damit der Tumbler ohne Sonderauflagen auf öffentlichen Straßen transportiert werden darf, ist er etwas kleiner als das Original.

Jüngstes Produkt: Das Batmobil aus dem Film „The Dark Knight“ der Batman-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan. „Mein Tumbler-Nachbau ist zehn Prozent kleiner als das Original. Dadurch bleibt das Fahrzeug, wenn die äußeren Hinterreifen abgenommen sind, bei 2,25 Meter Breite. Wenn ich’s auf meinen Transporter-Lkw stelle, darf ich damit überall ohne Probleme fahren. Trotzdem spricht man noch von einem Eins-zu-Eins- beziehungsweise Life-Size-Format“, erklärt der 53-Jährige, der seine Werkstatt in Borken hat.

Unterwegs ist er mit dem Tumbler immer wieder mal. Etwa zu Filmfan-Treffen – da ergeben sich dann auch Plaudereien mit Schauspielern – oder sonstigen cineastischen Veranstaltungen oder zu Fernsehdrehs.

Seinen 7,5-Tonnen-Autotransporter braucht er auch, wenn er mit dem Ecto 1, dem Fahrzeug der Ghostbuster-Filme 1985 und ‘89, zu Veranstaltungen fährt. Denn der Ecto 1 ist 6,50 lang und drei Tonnen schwer, angetrieben von einem V8-Motor. „Grundfahrzeug ist ein Cadillac-Miller-Meteor-Leichenwagen von 1959. Davon gibt’s weltweit nur noch 15 Stück – und meiner ist in Europa der einzige, der zum Ecto 1 umgerüstet ist“, erklärt Oliver Wirtz.

Gefunden hat er den 368-PS-Leichenwagen mit den markanten Heckflossen und -leuchten und einer Heckpartie mit Raketenanmutung mithilfe eines dreiköpfigen, auf Honorarbasis arbeitenden Scout-Teams verrostet in einer Scheune in Kentucky, USA, wo der Wagen 18 Jahre in einer Scheune stand. Kostenpunkt: „40000 Euro.“ Blaue Abwasserschläuche, Sauerstoffflaschen aus dem Zweiten Weltkrieg, lange Antenne – vieles ist 1:1 wie beim Film-Ecto 1.

„Um die Blaulicht-Balken zu bekommen, bat ich das Blaulicht-Museum in den Niederlanden um Hilfe“, so Oliver Wirtz. Wert seines fit gemachten Oldtimers im Ecto-1-Gewand: „100000 Euro“, so Wirtz.

„Zurück in die Zukunft“: Mit dem Umbau von DeLoreans startete Oliver Wirtz seine Film-Fahrzeug-Replika-Serie.

Tiefgreifendere Fahrzeugumbauten musste er für den Batman-Tumbler vornehmen: „Als Grundgerüst habe ich einen Pontiac Fiero Automatic genommen, die Frontpartie abgeschnitten und Bleche angeschweißt.“ Zum Blechbiegen hat er sich eine Dachdecker-Falzbank gebraucht zugelegt. Herausforderung war die Aufhängung der Vorderräder, die außen und nicht – wie sonst im Fahrzeugbau üblich – innen liegt, was dazu führt, dass der Tumbler keine Zulassung für deutsche Straßen bekommen wird: „Für die Vorderräder habe ich Achsschenkel eines Hanomag-Treckers genommen und an Vierkantrohre geschweißt.“ Die Vorderreifen sind üblich bei Landschaftspflege-Fahrzeugen, die Hinterräder stammen von US-Militärfahrzeugen. Gasdruck-Stoßdämpfer, Musikcassettenregale, Rohre, Federn, ein Kugelgrill, eine Gugelhupf-Backform – das sind Materialien, die Wirtz für Details des Tumblers verwendet hat. „In einem Jahr habe ich mal 10000 Euro in einem Baumarkt ausgegeben“, schmunzelt Oliver Wirtz.

Ford Explorer aus „Jurassic Park“.

Vor allem die An- und Einbauten, die er an fünf DeLorean-DMC-12-Sportwagen von Anfang der 1980er Jahre vorgenommen hat, erforderten viel Material. Ergebnis der Umbauten war stets das Zeitmobil der „Zurück in die Zukunft“-Filme. Mit diesen Fahrzeugen ist er im Internet in mehreren Filmen und Reportagen zu sehen.

Die Liste seiner Filmfahrzeug-Replika vervollständigen das „Invisible Car“ – ein Ford Anglia – aus der Harry-Potter-Filmreihe, ein Ford Explorer aus „Jurassic Park“ und ein Motorrad von Daryl Dixon aus der Serie „The Walking Dead“.

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