Oliver Frank aus Coesfeld und Fabian Koch aus Osterwick waren mit Band in Israel

Zehn Tage lang tourten die Jungs von Toxicator auf Einladung ihrer Freunde von Black Sachbak durch Israel: Lars Wenning (Gitarre), Sascha Kurpanek (Schlagzeug), Oliver Frank (Bass), Fabian Koch (Gesang) und Dominik Rothe (Gitarre).

Coesfeld / Rosendahl. Wer Israel schon einmal mit eigenen Augen gesehen hat, den lässt das Land kaum wieder los. Doch während es in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem für seine religiöse Bedeutung und den politischen Konflikt mit Palästina bekannt ist, erlebten Fabian Koch (23) und Oliver Frank (22) das Heilige Land von einer ganz anderen Seite: Gemeinsam mit ihren Bandkollegen von der noch jungen Metal-Band Toxicator tourten die beiden zehn Tage lang quer durch Israel und begeisterten die Zuhörer in den wichtigsten Metal-Hochburgen des Landes. Ein wohl einzigartiges Erlebnis für die fünf bodenständigen Münsterländer…

Neben Fabian (Gesang) und Oli (Bass) gehören auch Dominik Rothe (Gitarre), Lars Wenning (Gitarre) und Sascha Kurpanek (Schlagzeug) zu Toxicator. Die drei haben schon vorher gemeinsam in einer Band gespielt und legten nach deren Auflösung im vergangen Jahr den Grundstein für das neue Projekt. Über sie entstand auch der Kontakt zur israelischen Band Black Sachbak. „2014 durften wir für die Jungs bei einem Gig in Münster als Vorband auftreten. Seitdem hat der Kontakt gehalten und wir konnten 2016 noch einmal drei Shows zusammen spielen“, erzählt Dominik. „Im Anschluss haben sie uns dann zu einer eigenen Tour nach Israel eingeladen. Ich dachte am Anfang das wäre ein Witz, weil an dem Abend wirklich viel Alkohol im Spiel war“, erinnert sich der 25-Jährige weiter.

Doch die Jungs von Black Sachbak meinten es ernst: Für ihre Freunde aus Deutschland organisierten sie eine Tour quer durch Israel, am 15. März stiegen die Münsterländer in den Flieger – alle bis auf Oli: „Israel hat mich schon immer gereizt, da wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen und bin schon drei Wochen früher hingeflogen“, so der Coesfelder, der 2013 sein Abitur am Heriburg-Gymnasium gemacht hat und seitdem in Paderborn Englisch und Religion auf Lehramt studiert.

Nach dem Auftaktkonzert in Be’er Scheva im Süden Israels ging es für die Jungs von Toxicator weiter nach Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und Rischon LeZion. „Der beste Gig war definitiv der in Tel Aviv“, sind sich die Bandmitglieder schnell einig. „Da haben wir in einem richtigen Underground-Schuppen gespielt. Wegen dem Schabbat sind keine Busse mehr gefahren, aber unser Konzert war trotzdem gut besucht. Und die Leute sind richtig abgegangen“, schwärmt Dominik. Die anderen Bandkollegen nicken zustimmend: „In Israel gibt es keine Konzertbesucher, die die Arme verschränken und am Rand rumstehen. Da wird richtig gefeiert und das Publikum wird zum Teil der Show. Man merkt auch, dass es hier nicht so oft Metal-Konzerte gibt“, so Oli.

Ihren Freunden von Black Sachbak haben die Mitglieder von Toxicator einiges zu verdanken. Sogar das israelische Metalist Magazine wurd schließlich auf Dominik, Oli, Sascha, Lars und Fabian aufmerksam und veröffentlichte auf seiner Homepage einen Beitrag über die junge Band aus dem Münsterland. Dabei sorgten die Bandmitglieder mit ihren langen Haaren und düsteren Klamotten auch jenseits der Tour für Aufmerksamkeit: „Ab und zu wurden wir mal ein bisschen seltsam angeschaut, aber die meisten Leute waren total neugierig, nett und hilfsbereit. Auch viele Orthodoxe waren uns gegenüber total aufgeschlossen, damit hätten wir am Anfang nicht unbedingt gerechnet“, sagt Fabian. Der Osterwicker hat wie Oli im Jahr 2013 sein Abitur gemacht (am Nepomucenum) und lebt und arbeitet inzwischen als Krankenpfleger in Greven. „Die Gastfreundschaft war einfach der Wahnsinn. Die Mutter des Sängers von Black Sachbak hat uns sogar mal zum Essen eingeladen – da wurden wir direkt mit Küsschen begrüßt und haben uns echt wie Könige gefühlt.“

Doch auch die andere Seite von Israel blieb den Musikern nicht verborgen: „Klar, das Tote Meer oder Bethlehem sind schon ziemlich beeindruckend, aber zerschossene Häuser, Bunkeranlagen und stark bewaffnetes Sicherheitspersonal sieht man in Israel eben auch – und wenn man an der Mauer zwischen Israel und der Westbank steht, dann ist das schon ein ziemlich seltsames Gefühl“, so Oli. Und dennoch: Der Gesamteindruck bei den fünf Musikern ist mehr als positiv.

„Nach zehn Tagen und fünf Konzerten sind wir jetzt aber auch echt k.o.“, gesteht Fabian. „Für alle waren das zum ersten Mal so viele Auftritte in so kurzer Zeit.“ „Außerdem haben wir meistens in Ein-Zimmer-Wohnungen übernachtet. Da teilt man sich schon die ein oder andere Matratze und lernt sich nochmal von einer ganz anderen Seite kennen“, lacht Oli. „Gleichzeitig motivieren die Erfahrungen aus Israel natürlich total zum Weitermachen – und ich bin überzeugt, dass einen die Eindrücke von hier auch persönlich weiterbringen“, ergänzt Lars.

Seit Samstag sind die Fünf wieder zurück in Deutschland, und die nächsten Projekte sind bereits in Planung: „Drei Konzerte in Deutschland stehen bereits fest für dieses Jahr und wir arbeiten gerade an den ersten Aufnahmen. Wenn alles gut läuft, können wir vielleicht schon nächstes Jahr auf Deutschland-Tour gehen“, verrät Dominik, der in Paderborn Populäre Musik und Medien studiert. Auch wenn die Jungs von Toxicator einiges vorhaben, Authentizität und Ehrlichkeit stehen bei ihnen im Vordergrund: „Wir machen Trash Metal. Laut, schnell und aggressiv soll es sein – toxic halt“, erklärt Oli. Ihr Stil orientiert sich an den Bands der 80er und frühen 90er Jahre. „Wir sind da ganz Old School“, versichert Fabian.

Wer mehr über Toxicator erfahren will, findet auf deren Facebook-Profil kurze Videos zu ihre Erlebnissen in Israel.

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