Kapuziner-Bruder Michael Wies feiert Ewige Profess

Nach franziskanisch-kapuzinischer Tradition pflanzte Bruder Michael einen Baum im Klostergarten, mit dabei Hermann Abel (Coesfeld) von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Coesfeld/Münster. „Wir sind froh, dass wir dich haben!" Dass Bruder Marinus Parzinger, der Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, diesen Satz während des feierlichen Gottesdienstes gleich zwei Mal aussprach, macht deutlich, wie sehr sich die Kapuzinerbrüder über den „Neuen“ in ihren Reihen freuen. Der Neue weilt eigentlich längst unter ihnen. Doch noch Noviziat und Juniorat bindet sich ein Kapuzinerbruder erst mit der Ewigen Profess endgültig an den Orden. Das tat der aus Coesfeld stammende Michael Wies am vergangenen Samstag in der Klosterkirche Münster.

Mit dabei waren viele Verwandte, Freunde und Wegbegleiter aus Coesfeld, Deutschland und aller Welt. Zu den Geistlichen, die den Gottesdienst zelebrierten, zählte auch Wies‘ Heimatpfarrer Johannes Hammans.

Weil der Kapuzinerorden, dem weltweit circa 11000 Brüder angehören, in Deutschland wie andere Orden auch unter Nachwuchssorgen leidet, ist eine Ewige Profess hierzulande mittlerweile durchaus etwas Seltenes. Jedoch: „Es kommt nicht auf die Anzahl der Brüder an, sondern auf die Qualität“, sprach Bruder Marinus einen Satz, den er ganz bewusst bezogen auf das bisherige Wirken Bruder Michaels während dessen vielen Stationen innerhalb des Ordens so formulierte. Und auch der 32-Jährige selbst, der am Samstag so im Mittelpunkt stand, war voller Freude: „Ich habe mich dankbar und mit großer Freude getragen gewusst von den vielen Mitmenschen, die meinen Weg begleitet haben. Es war eine sehr schöne und bewegende Feier. Besonders gefreut hat mich, dass so viele meiner Einladung gefolgt sind und ich so im Kreise vieler lieber Menschen die Ewige Profess ablegen durfte.“ Auch Mitbrüder aus Österreich, der Schweiz, von den Philippinen und aus vielen Teilen Deutschlands wohnten der Profess bei.

Aktuell lebt Bruder Michael Wies im Citykloster in Frankfurt. In der Mainmetropole wird der gelernte Sozialarbeiter und Sozialpädagoge zum 1. November als Leiter des Franziskustreffs, einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe am Kirchort Liebfrauen, tätig sein. Was er sich für die Zukunft wünscht? „Das Gottvertrauen und die Kraft, als Pilger und Fremdling in der Welt unterwegs zu sein. Immer wieder aufzubrechen zu neuen Horizonten, getragen im Glauben an Jesus Christus.“

Zum Thema

Die Gemeinschaft der Kapuziner ist ein katholischer Männerorden. Zwei Säulen gehören zum Leben der Kapuzinerbrüder: die Kontemplation im Kloster und das Hinausgehen zu den Menschen. Dieser Grundsatz der „Vita mixta“, des gemischten Lebens, ist ein besonderer Wesenszug der Kapuziner. Von echter Spiritualität getragen, leben die Kapuziner in Gemeinschaft. In Seelsorge, Begleitung und sozialem Engagement leben sie ihre Berufung. Bereits 1528 entstand in der franziskanischen Bewegung der Kapuzinerorden. In Deutschland leben derzeit 127 Kapuzinerbrüder. Organisiert sind die deutschen Ordensbrüder in der Deutschen Kapuzinerprovinz.

SL-Ausgabe vom 21.10.2015

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