Jugendhilfeorganisation zieht zum 1. September ins alte Bahnhofsquartier

Neue Mieter für das Zollamt

Die Andante gGmbH um den pädagogischen Leiter Ulrich Krechting (Dritter von rechts) wird der neue Mieter im ehemaligen Zollamt. Der Eingangsbereich wird unter anderem barrierefrei umgestaltet.

Coesfeld. Es tut sich was am Coesfelder Bahnhof. Die Renovierung des ehemaligen Zollamtes in der Hansestraße kann starten, sobald die Stadt Coesfeld die Baugenehmigung für die Umbaumaßnahmen erteilt hat.

„Die Unterschrift unter dem Mietvertrag ist trocken“, betont Ulrich Krechting, Leiter der Andante gGmbH in Coesfeld. Derzeit herrschen zwar noch unvorzeigbare Zustände in dem Gebäude; das soll sich aber schon bis zum 1. September diesen Jahres geändert haben, wenn die Mitarbeiter der Jugendhilfeorganisation ihre neuen Räumlichkeiten beziehen. Da haben die Handwerker noch einiges vor sich – Dipl. Ing. Lars Thier gibt sich aber zuversichtlich, dass der Termin eingehalten werden kann. In diesen Tagen löst Krechting den Mietvertrag am bisherigen Standort in der Münsterstraße 35 und 49 auf, um mit den elf Beschäftigten in Zukunft an gebündelter Stelle die Arbeit anzugehen.

Die andante gGmbH bietet als anerkannter Träger der Jugendhilfe stationäre und ambulante Hilfeleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien an. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der traumazentrierten Pädagogik, mit deren Hilfe Kinder und Jugendliche stabilisiert und so in ihrer Entwicklung gefördert werden, dass ein selbstbestimmtes Leben in dieser Gesellschaft ermöglicht wird. „Die traumazentrierte Methodik ermöglicht hochbelasteten jungen Menschen eine emotionale und soziale Förderung, hält besondere Unterstützungsmöglichkeiten bei der Schul- und Berufsausbildung bereit, so dass die Persönlichkeit umfassend gestärkt wird und ein Leben als junger Erwachsener gelingen kann“, erklärt Ulrich Krechting, der vor drei Jahren in Coesfeld gestartet ist.

Ihnen stehen im Zollamt rund 460 Quadratmeter auf drei Etagen zur Verfügung. Wie Architekt Thier betont, sollen einzelne Elemente der Zollabfertigung für den Nostalgiefaktor erhalten bleiben. So sollen zum Beispiel einzelne Schalter, die noch mit dem Schriftzug „Deutsche Bundesbahn“ versehen sind, in die moderne Einrichtung eingearbeitet werden. Zum Umbau der rund 20 Räume gehört neben dem Einbau von neuen Fenstern, unter anderem eine barrierefreie Umgestaltung des Eingangsbereichs. Dazu wird eine neue Küche installiert, die für die Errichtung der neuen Tagesgruppe benötigt wird. Hierfür wird das Personal sogar um eineinhalb Stellen, darunter ein Koch, aufgestockt. „Dieses Angebot ist im Umkreis einmalig. Die Zielgruppe sind Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren“, sagt Krechting. Die Gruppengröße sei mit bis zu sieben Kindern geplant.

Am Montag haben die Mitarbeiter bereits die neuen Räume in Augenschein genommen, um Seminarräume, Räume für die Tagesgruppe und Verwaltungsbüros zu planen. „Das ist eine ideale Immobilie“, sagt der pädagogische Leiter.

Streiflichter-Ausgabe vom 27.6.2012

Von Sebastian El Saqqa

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