Marvin Pless wurde beim Coesfelder THW zum „Helfer des Jahres 2010“ gewählt

„Nach dem Schock kam die Freude“

Jugendbetreuer Marvin Pless erklärt den THW-Junghelfern den Umgang mit dem Bergungsmaterial. Die praktische Ausbildung spielt in den Gruppenstunden eine große Rolle.

Coesfeld. Vollgelaufene Keller, Hochwasser und ein eingestürzter Schweinestall am ersten Weihnachtstag – in seiner noch kurzen Laufbahn als ausgebildeter THW-Helfer der zweiten Bergung hat Marvin Pless schon vier größere Einsätze hinter sich.

Dass ausgerechnet er rückblickend zum „Helfer des Jahres 2010“ gewählt wurde, war für den 20-Jährigen zunächst ein Schock. „Ich hatte fest damit gerechnet, dass der Preis an einen anderen Kameraden geht“, erinnert sich Marvin zurück an die Jahresauftaktveranstaltung des THW-Ortsvereins Coesfeld, auf der er von der Verleihung erfuhr. „Nach dem Schock kam dann aber schnell die Freude. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn das ehrenamtliche Engagement anerkannt wird.“

Der Preis wurde in diesem Jahr erst zum zweiten Mal verliehen. „Der Wanderpokal mit Namensgravur ist einem Mitglied gewidmet, das sich nach Meinung der anderen Helfer besonders für den Verein eingesetzt hat.“

Einmal die Woche fährt Marvin zur Coesfelder THW-Unterkunft in der Osterwicker Straße. Was er als Jugendlicher gelernt hat, versucht er nun, an andere weiterzugeben. Gemeinsam mit Bernd Hermes und Simon Hermann leitet er die Jugendgruppen des THW.

30 Junghelfer bilden

den THW-Nachwuchs

In überwiegend praktischen Einheiten lernen die Jugendlichen alles, was man später als ausgebildeter Helfer so können muss: Den Umgang mit dem Einsatzgeräten, Rettungs- und Bergungsmethoden, den Transport von Verletzten, sowie ein umfangreiches Technikwissen. Derzeit besteht die Jugend aus etwa 30 Junghelfern.

„Über weibliche Verstärkung würden wir uns besonders freuen, da wir im Moment nur drei Helferinnen in der Jugend haben“, schmunzelt Marvin, der selbst vergeben ist und fügt ermutigend hinzu: „Natürlich ist es schön, wenn man bereits ein gewisses technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringt. Das ist aber nicht unbedingt erforderlich. Man kann hier schließlich noch einiges lernen.“

Arbeit mit Kindern

macht ihm Spaß

Marvin selbst ist seit etwa sechs oder sieben Jahren Mitglied beim THW Coesfeld. So genau könne er das gar nicht sagen. Auf der Suche nach einem Hobby kam er damals zusammen mit einem Freund in den Verein. Als er alt genug war, entschied er sich, die Ausbildung zum Jugendbetreuer zu absolvieren.

„Die Idee mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten ist mir auf einer Jugendfahrt nach Russland gekommen. Außerdem ist meine Mutter Kindergärtnerin, was mich mit Sicherheit zusätzlich geprägt hat.“

Mit der Ehrung zum Helfer des Jahres sind die Ziele des Auszubildenden zum Fachinformatiker noch lange nicht erreicht. Für die Zukunft hat er schon feste Pläne. „Mit 25 möchte ich den Lehrgang ,Einsatzgrundlagen Ausland‘ absolvieren. Danach soll der Kraftfahrtführerschein folgen, damit ich auch die größeren Maschinen bewegen darf. Dabeibleiben möchte ich auf jeden Fall.“

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