Ehrenamtliche im Heimatverein Coesfeld – ein Portät: Die Fachgruppe Denkmalpflege

„Mit Herz, Hand und Verstand“

Einige Mitglieder der Fachgruppe Denkmalpflege (von links): Heinz Lange, Karl Gremme und Karlheinz Hagenbruch (Vorsitzender des Arbeitskreises Bau und Denkmalpflege im Kreisheimatverein).

Coesfeld. „Nach anfänglichen Startschwierigkeiten übernahm der Heimatfreund Hubert Kemna die Leitung der Gruppe.

Als erste große Aufgabe gingen die hoch motivierten Kollegen eine Dokumentation der Coesfelder Wegkreuze und Bildstöcke an, die sie 1991 als Band 2 der Reihe ‚Beiträge zur Coesfelder Geschichte und Volkskunde’ herausgaben“, so Josef Vennes, Leiter der Fachgruppe Denkmalpflege im Heimatverein (HV) Coesfeld, der auch Heiner Erkmann, Karl Gremme, Karlheinz Hagenbruch, Erwin Kortüm, Heinz Lange, Günter Leifeld und Heinrich Schumacher angehören. „Mit Herz, Hand und Verstand stellten sie rund 100 Kunstobjekte vor, alle ein Zeichen der Volksfrömmigkeit bei uns im Münsterland.“

Gut erinnern kann sich Heinz Lange: „Wir haben 1982 begonnen und neun Jahre an diesem Buch gearbeitet. Die meisten Texte habe ich geschrieben oder zusammengetragen“, so der ehemalige Gymnasiallehrer am Nepomucenum, der Ende 1981 von Josef Vennes bezüglich einer Mitarbeit angesprochen wurde, „weil ich als ordentlicher Fotograf bekannt war. Hubert Kemna, Heiner Erkmann und ich waren hauptsächlich mit dem Fotografieren beschäftigt. Der Großteil der Fotos ist von Herrn Erkmann.“

Als weitere wichtige Aufgabe übernahmen die Akteure mit Vorstand und anderen HV-Mitgliedern die Restaurierung des Pulverturms. Diesen erhielt der HV im Sommer 2002 von der Stadt als neues Domizil mit der Verpflichtung, das Innere auf eigene Kosten grundlegend zu restaurieren. Dank großzügiger Sponsoren und Sonderumlage der HV-Mitglieder konnten im Frühjahr 2003 die Arbeiten abgeschlossen werden, die feierliche Eröffnung war am 13. Juli 2003. Ein Jahr später wurden auch die kostenlos gelieferten Pläne des Landschaftsarchitekten und HV-Mitglieds Helmut Nowak realisiert: „Eine wunderschöne Außenanlage ist entstanden. Dank kostenlosem Einsatz von Coesfelder Handwerkern konnte auch ein kleines Nebengebäude restauriert werden.“

1999 erschien der Band „Alte Speicher in Coesfeld“. „Diese galten in früherer Zeit als wichtige Bestandteile unserer Bauernhöfe“, erklärt der frühere Coesfelder Bürgermeister Vennes. „Wie in vielen Orten des Münsterlandes gibt es heute auch in Coesfeld keine Textilfirmen mehr. Zusammen mit der Fachgruppe Geschichte arbeiteten wir mehrere Jahre an dem wichtigen Thema ‚Daten und Bilder zur Geschichte der Coesfelder Textil- und Lederindustrie’. 2008 wurde dieser wichtige Abschnitt der Coesfelder Geschichte veröffentlicht.“

Josef Vennes, bis März 2011 Vorsitzender des HV, übernahm vor knapp drei Jahren die Aufgaben des erkrankten Fachgruppenleiters Hubert Kemna, der im Oktober 2011 verstarb. „Da momentan keine besonderen Projekte anstehen, heißt es nun, mit wachsamem Auge auf all das zu schauen, was sich auf dem Bausektor in Coesfeld tut.“

Insgesamt könne der Heimatverein zufrieden sein, wie die Verantwortlichen im Rathaus mit den denkmalgeschützten Bauten umgehen würden. „Sieht man von dem Versuch ab, die Arkaden auf der Südseite des Marktplatzes zu beseitigen. Hier hat sich der HV erfolgreich eingeschaltet und erreicht, dass alles so bleibt, wie es in den 1980er Jahren mit viel Herzblut nach den Plänen des Architekten Mirbach aus Münster erstellt wurde.“ Und: „Sollten in den kommenden Jahren wichtige Projekte auf den HV zukommen, wird es keine Schwierigkeiten geben, erneut eine Mannschaft zu bilden, die wie in den vergangenen 30 Jahren bereit ist, an die Arbeit zu gehen. Dafür bürgt die große Mitgliederzahl von 500.“

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