„Basement Brawl" feiert zehnjähriges Bestehen

Metal, Punk und Rock im Fabrikkeller am 12. Oktober

+
Auch wenn die Bands schon feststehen ist immer noch viel zu tun: Die Organisatoren des „Basement Brawl“ (von links), Philipp Mussinghoff, Jan Stauvermann und Lukas Bertels sowie Frédéric Schmidt und Stefan Tenbrock (fehlen auf dem Foto ) sitzen noch fleißig an den Vorbereitungen.

Coesfeld. Seit zehn Jahren findet der „Basement Brawl“ einmal jährlich im Keller der Fabrik in Coesfeld statt. „Mittlerweile sagen wir auch ‚Mini-Festival’ dazu“, lacht Organisator Philipp Mussinghoff. Das Jubiläum in diesem Jahr wird auf besondere Art und Weise gefeiert: „Wir machen eine Art ‚Best of’ der letzten Jahre“, verrät Organisator Jan Stauvermann, der vor zehn Jahren die Idee für den „Basement Brawl“ lieferte. „Wir haben überlegt, welche Bands wir in den letzten Jahren besonders spannend fanden und diese eingeladen“, erklärt er. Insgesamt werden am 12. Oktober sechs Bands auf der Bühne performen.

Doch wie genau entstand der „Basement Brawl“ überhaupt? Zehn Jahre in der Zeit zurückgedreht erinnert sich Jan Stauvermann: „Nach meinem Studium in Münster kam ich zurück nach Coesfeld und habe gemerkt, dass hier konzerttechnisch nicht viel lief, vor allem im Vergleich zu Münster“. Schnell habe sich die Idee entwickelt, mehrere Bands einzuladen und auch der Ort sei direkt klar gewesen. „Der Fabrikkeller hatte schon immer einen gewissen Kultstatus und ist einfach ein cooler Laden“, so Stauvermann, der zu dem Zeitpunkt selbst mit seiner Metal-Band „Icarus Downfall“ aktiv war.

Mit der Zeit immer größere Musikvielfalt 

In den ersten zwei Jahren sei vor allem viel Metal gespielt worden, nach und nach erweiterte sich das Festival um Punk-, Rock- und Indie-Rock-Musik. „Organisatorisch gab es am Anfang sehr viel zu tun mit der Technik, dem Catering, der Versorgung der Bands und und und“, erinnert sich Jan Stauvermann, der das Event 2009 fast ganz allein in die Hand nahm. Umso besser, dass im zweiten Jahr Philipp Mussinghoff und im dritten Jahr Lukas Bertels zur Unterstützung dazukamen. Auch technisch gesehen habe sich das Festival stark entwickelt und sei mit der Zeit deutlich professioneller geworden.

„Nach und nach wurde das Event thematisch offener und somit auch spannender“, rekapituliert Lukas Bertels. Pro Jahr traten vier bis fünf wechselnde Bands auf. Spannend ist außerdem, dass beim „Basement Brawl“ keine Coverbands auftreten, alle Songs sind selbst geschrieben. „Das ist wirklich keine 0815-Vorstellung“, ergänzt Philipp Mussinghoff.

Kleineren Bands eine Bühne geben 

Auch für dieses Jahr stehen die Bands bereits, dazu gehören unter anderem „Spin My Fate“ aus Münster und Billerbeck sowie „Defy The Laws Of Tradition“ aus Nürnberg. „Wir sind froh sogar eine Band aus Nürnberg dabeizuhaben, unser Ziel ist vor allem die Bandförderung, deshalb gibt es bei uns viel Insider- und Szenemusik zu hören“, erklärt Jan Stauvermann. Jüngeren und teilweise unbekannteren Bands können so eine passende Bühne mit dem richtigen Publikum geboten werden. „Das ist auch eine gute Möglichkeit für die Bands sich untereinander zu vernetzen, wenn man nach dem Konzert noch zusammensitzt“, fügt Stauvermann hinzu. Eins ist jedoch klar: Trotz des Ziels „Bandförderung“ darf natürlich die Qualität der Auftritte nicht zu kurz kommen. „Wir hören uns alle Bands mindestens einmal vorher live an, sodass wir sichergehen, dass alle Auftritte ein Erfolg werden und super ankommen“, erzählt Mussinghoff.

Neben dem „Basement Brawl“ gibt es seit sechs Jahren auch den „Berkel Brawl“, der donnerstags auf der alljährlichen Pfingstwoche stattfindet. „Ich habe früher beim Stadtmarketing gearbeitet und hatte den Auftrag einen Jugendabend für die Pfingstwoche zu organisieren, die Idee war, ähnlich wie beim ,Basement Brawl‘ jüngeren Bands eine Bühne und Unterstützung zu geben“, erklärt Lukas Bertels. Dort spielen seit 2013 ebenfalls verschiedene Punk-, Metal- oder Rockbands. „Auch für den Mittwoch während der Pfingstwoche kümmern wir uns um das Programm, dann spielen vor allem lokale Bands oder Schulbands“, fügt Mussinghoff hinzu.

Mittlerweile wurde ein Verein gegründet 

Bei so viel Engagement und Organisation lag die Idee, einen Verein zu gründen nahe. Im März 2017 wurde schließlich der Brawl Concerts e. V. mit zusätzlicher Unterstützung von Stefan Tenbrock und Frédéric Schmidt ins Leben gerufen. „Direkt bei der Auftaktveranstaltung konnten wir 30 Mitglieder dazugewinnen“, erinnert sich Mussinghoff. Mittlerweile zählt der Verein 45 Mitglieder, die monatliche Mitgliedsgebühr beträgt 1 Euro. Langeweile kommt bei den zahlreichen Tätigkeiten des Vereins nicht auf: „Mit dem Brawl Concerts e.V. organisieren wir auch manchmal Workshops, wie zum Beispiel „Tontechnik leichtgemacht’, was besonders für Nachwuchsbands hilfreich ist“, erzählt Philipp Mussinghoff. Zudem kooperiert der Verein mit der Coesfelder Kulturnacht, der Open Stage, der Flüchtlingsinitiative, den Kirchengemeinden, der Fabrik Coesfeld und der Musikschule. „Seit einiger Zeit haben wir auch Merchandise von unserem Verein und in Zukunft ist geplant, die Workshops weiter auszubauen“, sagt Mussinghoff.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare