Mehr Geschwindigkeitskontrollen – Kreispolizeibehörde stellte Unfallstatistik 2018 vor

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Stellten die Verkehrsunfallstatistik 2018 vor: (v.l.) Thomas Funke, der stellvertretende Abteilungsleiter Polizei, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Dietmar Griefnow, der Direktionsleiter Verkehr.

Kreis Coesfeld. Dass lässt auch den obersten Dienstherrn der Kreispolizeibehörde Dr. Christian Schulze Pellengahr nicht kalt: der Verkehrsunfall, bei dem im Mai vergangenen Jahres ein Kleinkind einige Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag, anstatt in dieser Zeit seinen zweiten Geburtstag zu feiern. Das Mädchen war in einem Fahrzeug, das frontal mit einem anderen Auto auf der Bundesstraße 54 zwischen Herbern und Werne kurz vor dem Abzweig Capelle zusammenstieß. Das Kleinkind war eins von zwei Getöteten im Straßenverkehr auf dem Gebiet der Gemeinde Ascheberg.

„Wenn wir von Todesfällen im Verkehr sprechen, ist jeder Tote zu viel“, betonte Dr. Schulze Pellengahr am gestrigen Dienstag auf der Pressekonferenz zur Verkehrsunfallentwicklung 2018 und machte deutlich, dass die Ursachen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen und das Überholen an unübersichtlichen Stellen mehr in den Blick zu nehmen sind. Dort stellte der Landrat gemeinsam mit Dietmar Griefnow, Direktionsleiter Verkehr, Thomas Funke, dem stellvertretenden Abteilungsleiter Polizei, die Unfallstatistik 2018 vor.

„Die Unfallhäufigkeitszahl ist mit 2607 im Kreis Coesfeld nahezu konstant geblieben“, resümiert Dr. Christian Schulze Pellengahr. Die Zahl gibt an, wie viele Verkehrsunfälle pro 100000 Einwohner passieren. Damit liegt der Kreis deutlich unter der Unfallhäufigkeitszahl des Landes von 3644. Im Kreisgebiet gab es insgesamt 5719 Verkehrsunfälle in 2018, davon 1968 meldepflichtige Verkehrsunfälle.

Während auf Kreisebene ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen ist, stieg in Ascheberg die Anzahl von 99 im Jahr 2017 auf nunmehr 112 meldepflichtige Unfälle, und damit liegt sie im Trend mit der Stadt Dülmen, Gemeinde Nordkirchen mit 71 meldepflichtige Verkehrsunfälle (Vorjahr: 57), der Gemeinde Nottuln und der Stadt Olfen.

Stark angestiegen ist die Zahl der Schwerverletzten. Auf Kreisebene stieg die Anzahl von 219 (Jahr 2017) auf 241. In Ascheberg hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt. 13 Schwerverletzte gab es 2018 auf den Straßen von Ascheberg. Im Vorjahr waren es sechs schwerverletzte Personen, die sich für einen beziehungsweise mehrere Tage im Krankenhaus behandeln lassen mussten.

Um die Anzahl der Schwerverletzten zu verringern, sollen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. „Es ist der zweithöchste Stand innerhalb von zehn Jahren“, betonte Griefnow „Dabei geht es im Schwerpunkt um die Motorradfahrer“, informierte Funke, dabei hatte er im Hinterkopf die Anzahl der verunglückten Motorradfahrer. Diese stieg um 24 auf 76 Motorradfahrer, die im Straßenverkehr verunglückten.

Rückläufig ist die Anzahl der verletzten Kinder im Straßenverkehr. Waren es in 2017 noch 78 Kinder, die im Straßenverkehr verletzt wurden, sind es laut der aktuellen Statistik 60 Kinder. Die Polizei im Kreis Coesfeld setzt bei den jüngsten Verkehrsteilnehmern stark auf Verkehrsunfallprävention wie Radfahrtraining und Aktionen „Toter Winkel“ und „Sicherheit im Straßenverkehr“. Vieles stehe und falle mit dem Engagement der Eltern, die die Maßnahmen unterstützen, so Griefnow. Für Jugendliche gibt es zum Beispiel den „Crash-Kurs NRW“. Stark im Fokus sind auch die Rad-/Pedelec-Fahrer. Die Anzahl der verunglückten Personen mit 288 ist auf hohem Niveau geblieben. Die Ursachen sind vielfältig. „Wir wollen eine gewisse Mobilitätswende. Doch möglicherweise hat diese auch eine Kehrseite“, so Griefnow mit Blick auf die steigende Anzahl von Radfahrern.

Als sozialschädliches Verhalten bezeichnete Griefnow das Verhalten der Verkehrsunfallflüchtigen. Im Jahr 2018 wurde mit 1156 Unfallfluchten der bisherige Höchststand erreicht. 95 Prozent der Fälle seien Sachschäden. „Die Aufklärungsquote liege bei unter 40 Prozent“, so Griefnow.

Positive Resonanz konnte Griefnow bei den Verkehrsunfällen unter Einfluss berauschender Mittel ziehen. Die Anzahl solcher Unfälle sei stark gesunken.

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