Arbeit auch mit Holz und Wort

Udo Mathee stellt am Wochenende bei drittem Atelierrundgang aus

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Auch mit Winkelschleifern schreitet Udo Mathee zur Sache, wenn er Skulpturen und Objekte gestaltet.

Coesfeld / Dülmen. Der Winkelschleifer sprüht Holzstaub und feine Splitter durch die Luft, der Künstler ist gut geschützt: Mit Arbeitshandschuhen, einer Schutzbrille – und auch die Ohren sind bestens verpackt. Zielgerichtet bearbeitet Udo Mathee sein neuestes Holzkunstwerk. Eins der vielen Handarbeiten des gefragten Künstlers, der kürzlich noch bei einer Ausstellung in Haltern am See vertreten war.

„Vor einigen Wochen bin ich von einem medizinischen Fachblatt zum Thema ‚Die therapeutische Wirkung der Kunst’ interviewt worden“, erklärt der Coesfelder. „Und das, obwohl ich eigentlich gar nicht das Ziel habe, in einem pädagogischen Sinne therapeutische Arbeiten zu schaffen, sondern ich mache Arbeiten, die für mich existenziell sind“, schmunzelt der Künstler, der auf in- und ausländischen Ausstellungen vertreten ist. „Und wenn andere Menschen und Institutionen mit diesen Werken für sich etwas anfangen können, umso besser.“

Bei Aufträgen sei das anders. Dazu nennt er zwei Beispiele: „Mit dem evangelischen Internat Augustinum in der Nähe von Rosenheim erarbeiteten wir gemeinsam eine Zielvorgabe: ‚Was für ein Kreuz und in welcher Form kann es zum Beispiel lernbehinderten Kindern immer wieder Mut machen?’ Bei einer weiteren aktuellen Auftragsarbeit für eine Verabschiedungshalle auf dem Zentralfriedhof in Münster lautete die Frage: ‚Wie gestaltet man ein Hoffnungskreuz, ohne religiös aufdringlich zu sein?’ Bei solchen Herausforderungen arbeite ich grundsätzlich gern mit den Auftraggebern eng zusammen“, so Udo Mathee, der gebürtig aus Marl stammt und über Dülmen dann 1987 nach Coesfeld kam. Der Maschinenbau-Ingenieur studierte an der RWTH Aachen bei Professor Rudolf Schönwald Kunst und Kunsterziehung und ist seit fast 25 Jahren als freischaffender Bildhauer und Journalist tätig.

„Beglückend sind für mich auch immer überraschende Rückmeldungen“, erklärt der 68-Jährige. „2004 habe ich eine meiner ersten Holzgefäße geschaffen, eine bemalte Skulptur aus Eiche mit dem Titel ‚go’. Dieses Motiv schickte ich dann als Postkarte mit einem kurzen Text zwei Jahre später an eine Bekannte, die an Krebs erkrankt war. Vor einigen Wochen, sie war inzwischen in eine andere Stadt gezogen, rief sie uns plötzlich an und erzählte, dass sie seit damals quasi mit dieser Karte den Tag beginne und die Kraft bekomme, jeden Tag weiterzugehen.“

Auch bei drittem Atelier- Rundgang vertreten

Udo Mathee öffnet seine Ateliertür ebenso wie 15 weitere Künstler beim dritten Atelierrundgang in Coesfeld (siehe Artikel unten) an diesem Wochenende. Detailliertere Infos zum Künstler finden Interessierte im Internet unter www.udomathee.de.

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