Der 17-jährige Jan Hunkemöller stellt auf Kulturnacht aus

„Licht finden, wo Schatten ist“

Auf dieses Werk ist Jan Hunkemöller besonders stolz. Was hinter der Motivik und den Themen steckt – das erfahren die Besucher der Kulturnacht am Samstag. [aK]Foto: Tiffe[eK]

Coesfeld. Nicht alle Werke, die Jan Hunkemöller mit zur Kulturnacht nehmen möchte, sind schon fertig.

Die meisten aber – das waren sie auch schon vor Bekanntgabe des Themas. Denn „Licht und Schatten“ hat ohnehin viel mit seinen Zeichnungen und Gemälden zutun. „Das Thema kam mir entgegen. Ich glaube, dass es gut auf meine Werke passt“, freut sich der 17-Jährige. Der Coesfelder stellt seine Werke – getrennt von den Jugendkünstlern – bei der Kulturnacht am Samstag, 21. September, in der Hörakustik 1 am Marktplatz aus.

“Es ging nichts ohne

malen und zeichnen“

Was den interessierten Besucher da erwartet? Neben seinen gelungenen Arbeiten ein junger, talentierter Künstler. „Eigentlich habe ich schon immer gemalt und gezeichnet“, sagt Jan, der zurzeit die 12. Klasse des Pictorius-Berufskollegs besucht. „Es ging nichts ohne malen und zeichnen!“ Schon mit sechs Jahren hat er an seinem ersten Malkurs für Kinder im Kunstverein teilgenommen – seitdem sei er fließend von Kurs zu Kurs gewechselt. „Vor zwei Jahren etwa habe ich erst angefangen, zu malen. Davor habe ich fast nur gezeichnet.“

Viel Unterstützung bekam Jan schon immer von seinen Eltern. „Ich hatte das Glück, dass meine Eltern mich immer fördern konnten.“ Besonders seine Mutter, von der Jan wohl seine künstlerische Ader hat. Zusammen haben die zwei ihre Werke auf der Kulturnacht 2010 ausgestellt – in diesem Jahr hat Jan seine eigene Ausstellung. Die Werke dafür sind größtenteils bei ihm zuhause entstanden. „Und im Wald. Das ist für mich ein Ort der Kraft und Ruhe.“

Die Motive kommen dann mit Bleistift und Kugelschreiber, oder aber mit Malfarben auf das Blatt Papier oder die Leinwand. Besonders gerne greift der Schüler auf Ölfarben zurück. „Das geht aber bei mir zuhause nicht so gut. Daher male ich meistens mit Acrylfarben.“ Ab und zu kann es dann auch schon mal Aquarell sein. Was der junge Künstler dann zu Papier bringt, hat oft mit der Natur zutun. „Alles was von der Natur ausgeht ist Thema. Und die Dinge, die in der breiten Masse nicht oft thematisiert werden, so wie die dunkleren Seiten im menschlichen Sein.“

Dass gerade diese Themen auf den Betrachter provozierend wirken können, dessen ist sich Jan bewusst. „Aber Provokation bewegt den Menschen und kann etwas in ihm bewegen.“ Und das ist auch die Intention hinter seiner Kunst: Die Menschen dazu zu bringen, über die Dinge nachzudenken, die die Oberflächlichkeit des Alltags durchbrechen. Was die Kunst für den 17-Jährigen selbst bedeutet, das weiß er ganz genau: „Es ist eine Art mich auszudrücken. Das sagt zwar jeder Künstler, aber das kommt daher, dass es wirklich so ist“, schmunzelt Jan. Für ihn ist Kunst mehr als Bilder malen. „Es ist eine Art zu leben.“

Interessante Gespräche

und Bekanntschaften

In seinen Werken auf der Kulturnacht sollen nicht nur Schattenseiten zum Ausdruck gebracht werden. Seine Kunst steht im Zeichen, Licht und Schatten zu vereinen. „Man kann Licht da finden, wo Schatten ist und Schatten, wo Licht ist.“ Wie Jan das alles in seinen Werken unterbringt, darauf dürfen die Besucher gespannt sein – und außerdem auf Gespräche mit dem Künstler. „Der Grund, warum ich ausstelle, sind die Gespräche und Bekanntschaften mit interessierten Menschen.“ Dass Jan ein besonders talentierter Künstler ist, das wissen auch seine Kunstlehrer. „Ich steche vor allem deshalb heraus, weil ich mich auch für Kunst und Epochen interessiere. Manchmal wurde ich sogar von meinen Lehrern gefragt, was man im Unterricht machen könnte“, lächelt der Schüler. Dass ihm andere Dinge dafür nicht so liegen, das weiß Jan Hunkemöller auch. „Ich bin zum Beispiel dafür schlecht in Mathe.“ Gut, dass es bei der Kulturnacht nicht um Mathe, sondern um seine Kunst geht - und darauf darf jeder gespannt sein!

Streiflichter-Ausgabe vom 18.09.2013

Von Anna Tiffe

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