Die Französin Camille Egaux ist für zwei Praktika in Lette zu Gast

Letter Landluft schnuppern

Camille Egaux (Zweite von links) und ihre Gastfamilie mit (hinten, von links) Rike, Elisabeth, Julius und Hubertus Reuver. Es fehlt auf dem Bild Felix Reuver.

Lette. Schneller und intensiver kann man münsterländische Kultur nicht erleben: Die Französin Camille Egaux macht zurzeit acht Wochen lang Praktikum in Lette – und genau in diese Zeit fiel das Schützenfest des Allgemeinen Schützenvereins.

Mit ihrer Gastfamilie Reuver besuchte sie das Treiben im Festzelt. „Das gibt es bei uns gar nicht. Das war sehr lustig, vor allem die Polonaise“, sagt die 19-Jährige, die in der Schule acht Jahre lang Deutsch lernte und die Sprache noch immer gut beherrscht.

Zuhause ist Camille eigentlich in Dol-de-Bretagne, einem Nachbarort von Lettes Partnergemeinde Plerguer. Im 70 Kilometer entfernten Rennes studiert sie Betriebswirtschaft. Schon lange hatte sie den Wunsch, noch einmal nach Deutschland zu gehen. Möglich wurde es, nachdem ihr Onkel, ein Feuerwehrmann aus Plerguer, Kontakt zum deutschen Partnerschaftskomitee hergestellt hatte. Die Letteraner zeigten sich begeistert. Und fanden über den Werbering zwei Arbeitsplätze für Camille.

Acht Woche lang absolviert sie nun bei zwei unterschiedlichen Firmen im Dorf ein Praktikum. Zwei Wochen lang schnupperte sie in der Volksbank Lette-Darup-Rorup in das deutsche Bankwesen hinein, seit etwas über einer Woche ist sie in der Bürogemeinschaft der Firmen Resorti und Schneider‘s Communication tätig.

Ihre Gastfamilie Reuver ist selbst seit Jahren im Partnerschaftskomitee tätig und hat regelmäßig einen französischen Gast. Camilles Gastschwester Rike Reuver war zudem bereits selbst während der Schulzeit drei Monate in Frankreich.

Von ihrem Aufenthalt bei den Reuvers auf deren Bauernhof auf dem Letter Berg ist die Französin begeistert. „Der Bauernhof ist richtig cool“, sagt sie. „Ich mag Tiere.“ Ein Glück, dass es hier Milchkühe und Schweine gibt – und natürlich kleine Ferkel. Weitere Vorteile des Landlebens: „Hier kann ich schön Fahrrad fahren.“ Als Fortbewegungsmittel von A nach B wird ein Fahrrad in Frankreich nämlich selten eingesetzt. Es ist meist reines Sportgerät.

Eine andere beliebte Freizeitaktivität am Ende eines langen Arbeitstages: Das Kochen und Backen. „Sie lernt unser Essen kennen, hat aber auch schon einmal einen ,far breton‘ gebacken“, sagt Gastmutter Elisabeth Reuver. Ansonsten ist sie voll in den Alltag eingebunden und half sogar gemeinsam mit ihrer Gastfamilie freiwillig bei zwei Umzügen mit.

Und was hält sie in Deutschland für gewöhnungsbedürftig? „Das Frühstück“, sagt die Französin. Aufschnitt, den gibt es für gewöhnlich zu früher Stunde nicht. Allerhöchstens ein Croissant mit Marmelade kommt in Frankreich morgens auf den Tisch.

Noch zweimal wechselt die Französin die Gastfamilie: Ab dem 1. August wohnt sie bei Familie Wagner, zwei Wochen später dann bei Barbara Struffert.

Auf ihren künftigen Beruf hat sich Camille noch nicht festgelegt. Eine Bank, eine Versicherung oder die Immobilenbranche kämen zurzeit für sie in Frage. „Vielleicht geht das ja auch in Deutschland“, hält sie sich eine Rückkehr in das Nachbarland durchaus offen. Doch bis zu ihrer Abreise Ende August sind es noch ein paar Woche. „Es ist ist eigentlich zu toll hier, vielleicht gehe ich ja gar nicht zurück“, sagt die 19-Jährige mit einem Augenzwinkern.

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