Bei den sieben Mädels der Die-La-Hei-Prinzengarde steigt die Vorfreude auf den neuen Regenten

Die Leibgarde des Prinzen

Die Mädels von der Prinzengarde der Die-La-Hei bescheren dem Regenten Jahr für Jahr einen schönen Rahmen. Im Vorjahr entstand dieses Bild mit Prinz Melchior I. und den Gardistinnen (von links) Lena Domeier, Valerie Müller-Radot, Christiane Hemsen, Anna Schlagheck, Michelle Wiechert und Yvonne Wiechert (es fehlte Julia Eichmann). 2014 nicht mehr dabei sind Anna Schlagheck und Julia Eichmann, dafür wird es ab Samstag mit Sarah Brüning und Kerstin Oettigmann zwei neue Gesichter in der Prinzengarde geben. [aK]Foto: Heuermann[eK]

Coesfeld. Sie sind so etwas wie die Leibgarde des Prinz Karneval von Coesfeld. 30 Tage lang, vom Büttabend bis zum Fastnachtsdienstag, begleiten die sieben Mädels der Prinzengarde den närrischen Regenten der Karnevalsgesellschaft Die-La-Hei durch die Session.

Und alljährlich steigt bei ihnen just vor dem Büttabend die Spannung, wer denn nun der neue „Hahn im Korb“ sein wird. An diesem Samstag, 2. Februar, wird es wieder soweit sein. Dann eilt die Prinzengarde irgendwann während des Bühnenprogramms in ein geheimes Versteck in der Bürgerhalle, um ihren neuen Prinzen in Empfang zu nehmen und ihm von diesem Moment an auf Schritt und Tritt zur Seite zu stehen.

„Wir fiebern eigentlich schon seit dem 11.11. dem Tag des Büttabends entgegen“, sagt Lena Domeier. Und Valerie Müller-Radot, mit 35 Jahren und bisher 13 Prinzen die erfahrenste im Kreise der Prinzengardistinnen, sagt kurz: „Man hat da eine Vorfreude wie ein Kind!“ Der Moment, in dem für die Prinzengarde (einige Minuten vor den übrigen Gästen im Saal) das Geheimnis gelüftet wird, sei ein ganz besonderer. „Da erfahren wir, mit wem wir den nächsten Monat verbringen dürfen“, fasst Michelle Wiechert die Auswirkung dieses Sekundenbruchteils mit einem Augenzwinkern zusammen. Gemeinsam mit Christiane Hemsen, Yvonne Wiechert und den beiden „Neuzugängen“ Sarah Brüning und Kerstin Oettigmann bilden die drei die Prinzengarde 2014.

Jedes Jahr aufs Neue mischten sich im Vorfeld Neugier, Vorfreude und Nervosität. Und immer sei die Überraschung groß. „Ich habe jetzt 13-mal einen Tipp gehabt, wer der neue Prinz sein könnte“, sagt Valerie Müller-Radot, „jedes Mal habe ich daneben gelegen!“

Dabei sei der neue Regent für die meisten Gardistinnen wahrlich kein Unbekannter. „Mal ist es ein Freund, mal ist es dein Arzt, mal dein Physiotherapeut!“

Besonders große Augen machte vor fünf Jahren Lena Domeier. „Das war schon lustig. Da kommen wir in das Prinzenversteck – und plötzlich steht mein Onkel da …“ Ingo Domeier, Jubiläumsregent 2009 im Jahr des 75-jährigen Vereinsbestehens, hatte die Mädels von der Prinzengarde sogar besonders fies hinters Licht geführt. „Damals haben wir im Showprogramm auch gesungen. Und Ingo war bei den Proben immer dabei, weil er beim Büttabend für die Technik und die Musik zuständig ist. Bei einer Probe für einen Auftritt mit dem künftigen Prinzen hat er sich aus Spaß in unsere Mitte gestellt und gesagt: ,Ich tue jetzt einfach mal so, als wäre ich der Prinz, damit ihr das besser üben könnt!‘ Als er es dann wirklich war, haben wir bei dem Auftritt natürlich alle nur gegrinst.“

Der Büttabend ist aber nur der Auftakt eines richtigen Karnevalsmarathons, der nicht nur dem Prinzen und seinem Adjudanten bevorsteht, sondern eben auch der Prinzengarde. 40 Termine kommen da schon zusammen, ein paar Tage Urlaub gehen zwangsläufig dabei drauf. „Wer bei uns mitmachen möchte, der muss schon Spaß daran haben“, sagt Valerie Müller-Radot insofern treffend. Denn eine Belastung soll das Ganze ja nicht sein. „Das ist es auch nicht“, versichert Lena Domeier. Im Gegenteil: „Vor allem weil man es in einer Gemeinschaft macht, macht es soviel Spaß!“ – „Und bei der Die-La-Hei ist die ganze Stimmung im Verein sowieso einzigartig“, versichert Michelle Wiechert, mit 19 die Jüngsten in der Prinzengarde.

Dass es mitunter auch mal anstrengend sein kann, streitet derweil niemand ab. „Am anstrengendsten ist natürlich der Umzug an Altweiber mit so vielen Stationen an einem Tag. Da geht es ja von früh morgens bis in die Nacht. Einmal konnte ich irgendwann einfach nicht mehr laufen“, schmunzelt Michelle Wiechert.

Welcher Prinz am meisten Stimmung gemacht habe? „Jeder Prinz ist gut, immer auf eine ganz andere, auf seine eigene Weise“, sagt Valerie Müller-Radot. Was aber stets in Erinnerung bleibe, seien die Stimmungslieder, die in der jeweiligen Session am häufigsten gesungen worden seien. „Bei Lothar (Recht, 2010) war es zum Beispiel das Fliegerlied, bei Stefan (Gillessen, 2008) ,Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner‘, bei August (Hülsmann, 2012) dessen eigenes Prinzenlied.“ Außergewöhnlich seien auch die ganz persönlichen Besuche, die es mit jedem Prinzen gebe. „Mit Melchior (Lülf, 2013) haben wir das Altenheim in Osterwick besucht, mit August seinen Chor und mit Ekki (Schneider, 2011) seine Praxis in Ahaus. Das sind besondere Highlight.“

Zum Thema:

Welche Frau ist besonders schick?​

„Jeckes Münsterland – Die-La-Hei am Berkelstrand“ lautet in diesem Jahr das Sessionsmotto der Die-La-Hei. Seit Montagabend wird für den bevorstehenden Büttabend kräftig am Bühnenaufbau gearbeitet. Und wenn das Programm am Samstagabend so langsam an Fahrt aufgenommen haben wird, erreicht das Rätselraten um den neuen Prinzen seinen Höhepunkt. Auch für die Prinzengarde.

„Wer kommt wie nervös in die Halle? Welche Frau hat sich besonders schick gemacht? Wer hat gerade den Raum verlassen? Klar, auch wir versuchen auf jede Kleinigkeit zu achten“, sagt Valerie Müller-Radot. „Anna Schlagheck, die bis zum letzten Jahr dabei war, konnte das besonders gut – und hatte für uns ständig die neuesten Tipps parat.“

Wer es in diesem Jahr sein wird? „Mal abwarten“, unkt Lena Domeier. „Wir werden im Laufe dieser Woche garantiert wieder auf jeden noch so kleinen Hinweis achten …“​

SL-Ausgabe vom 29.1.2014

Von Raphael Haag

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