Manfred und Elisabeth Pütz züchten seit über 40 Jahren Kaninchen

Ein Leben für kleine und große Langohren

Elisabeth und Manfred Pütz.

Coesfeld. Wer das Haus von Familie Pütz aus Goxel betritt, dem fällt eines sofort auf: Überall wimmelt es von Gegenständen rund um Kaninchen – Langohren aus Porzellan und Messing in den Regalen, Teppiche und Bilder aus Kaninchenfell an den Wänden, zudem gibt es zahlreiche Urkunden und Pokale für eine erfolgreiche Zucht der Tiere zu bestaunen.

Und draußen im Garten tummeln sich die „echten“ Kaninchen. 46 Tiere der Rassen Sachsengold und Kleinsilber schwarz bewohnen aktuell die Ställe von Manfred und Elisabeth Pütz. Das Ehepaar hat sein Herz schon vor einem halben Jahrhundert an die Kleintiere mit den großen Ohren verloren. „Wir züchten seit über 55 Jahren Kaninchen“, erzählt Manfred Pütz.

Gründungsmitglied des

W188 Coesfeld-Goxel

Der 74-jährige Goxeler, der früher als Kraftfahrer arbeitete und in seiner Freizeit am liebsten Akkordeon spielt, ist seit 1956 Mitglied in verschiedenen Kaninchenzuchtvereinen: Von 1956 bis 1964 war er im W87 in Lünen-Brambauer aktiv, seit 1964 im W113 Coesfeld, seit 1978 im W188 Coesfeld-Goxel und seit einigen Jahren zusätzlich im W100 Münster-Kinderhaus. Den Verein W188 Coesfeld-Goxel hat er mitgegründet, war über 40 Jahre im Vorstand und ist seit 2001 Ehrenvorsitzender des Vereins. Zudem ist Manfred Pütz Ehrenmitglied im Kreisverband sowie im Landesverband Westfalen-Lippe und Zuchtwerbewart.

Seine Tiere schneiden auf Schauen in ganz Deutschland sowie in den Niederlanden stets gut ab: „Erreicht haben wir eigentlich alles. Wir züchten schon so lange und standen eigentlich immer oben an der Spitze. Das ist doch schon was“, meint Manfred Pütz mit einem bescheidenen, aber zufriedenen Lächeln. Wenn er „wir“ sagt, dann meint er seine gesamte Familie. So steckte Manfred Pütz Leidenschaft für Kaninchen an: Seine Frau Elisabeth züchtet ebenfalls seit 1978 die süßen Langohren und auch vier der fünf Kinder der Familie haben sich in ihren jungen Jahren der Kaninchenzucht gewidmet.

Die größten Erfolge: Tochter Doris Pütz stellte bei der Europaschau 1984 in Amsterdam das beste Tier aus der Bundesrepublik Deutschland, Sohn Wolfgang wurde Mitte der 1980er Jahre auf einer Schau in Hannover mit einem seiner Kaninchen Bundesmeister. Der Vater selbst war mehrmals Landesmeister mit seinen Tieren.

„Ja, da ist man schon stolz“, erinnert sich Manfred Pütz an die zahlreichen Siege. Sein Erfolgsrezept: Jeden Tag zwei Mal ausgiebig nach den Kaninchen sehen; den Stall mindestens alle 14 Tage ausmisten; Krallen, Ohren und Fell regelmäßig überprüfen und pflegen. Und: Apfelessig. „Den tu ich ins Wasser. Das ist gut für die Darmflora. So bleiben die Tiere gesund“, verrät Manfred Pütz. Außerdem weiß der rüstige Rentner: „Ohne Fleiß kein Preis. Man muss schon was tun, muss ein Auge für die Tiere entwickeln. Wenn ich in den Stall gehen, sehe ich auf einen Blick, ob es den Kaninchen gut geht oder nicht.“ Seine Mühen zahlen sich aus: Zu letzt gewann eines seiner Tiere bei einer Tischschau Mitte Juli den Titel „Beste Häsin“.

Manfred Pütz liebt

das Vereinsleben

Trotz seiner individuellen Erfolge ist Manfred Pütz kein Einzelkämpfer: „Am wichtigsten ist, dass wir mit dem Verein erfolgreich sind.“ Aber auch das klappt. Die 14 Züchter sowie die zwölf Jugendlichen vom W188 Coesfeld-Goxel fahren zusammen auf Wettbewerben in der ganzen Region gute Platzierungen ein. „Und dann feiern wir auch schon mal lange zusammen. Das ist das Schöne am Vereinsleben“, zeigt sich Manfred Pütz begeistert.

Doch nicht nur mit den „echten“ Kaninchen beschäftigen sich Manfred und Elisabeth Pütz. Beide engagieren sich auch in der Kreativgruppe vom W188 Coesfeld-Goxel, stellen dabei verschiedene Werkstücke rund um die Langohren her – Bilder, Teppiche, Kuscheltiere und vieles mehr. Auch diese Stücke werden auf Schauen gezeigt und bewertet. Und auch hierbei erhalten die Goxeler meistens Bestnoten.

Ans Aufhören denken die Eheleute Pütz nicht: „Wir machen so lange weiter, wie wir können. Deshalb wünschen wir uns für die Zukunft vor allem Gesundheit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare