Gildentreffen von „World-of-Warcraft“-Spielern am 2. Dezember in Lette

Im Land der Zwerge und Elfen

Gildentreffen in Kostümen: Aus Dormagen, Köln, Recklinghausen, Marl, Dülmen, Lette und dem Ruhrgebiet kommen die „World of Warcraft“-Spieler der ehemaligen Gilde „Allianz zur Trappe“.

Lette. Aufgepasst! Wer am Freitag, 2. Dezember, abends in Lette unterwegs ist, könnte seltsamen Gestalten begegnen.

Tauren, Zwerge, Elfen und Goblins sind dann in den Straßen unterwegs. Ihr Ziel: Das Gebäude der Indoor-Sporthalle Sports & Bar am Ortsrand. Ihre Mission: Das Gildentreffen der „Allianz zur Trappe“. Zugegeben, ganz so schlimm wird es wohl nicht. Denn die Besucher, die Nicole und Michael Terhardt am Wochenende in ihrer Spielhalle erwarten, kommen nicht als die, als die sie sich ausgeben.

Zwerge, Elfen und Tauren? Seltsame Gestalten in Lette? Die Verwirrung scheint perfekt. Dabei ist doch eigentlich alles ganz einfach: Nicole und Michael Terhardt sind begeisterte Spieler des Online-Games „World of Warcraft“. Und am Wochenende treffen sie sich mit anderen Spielern ihrer Gildezu einem gemütlichen Abend.

„World of Warcraft“ als Hobby zum Abschalten

Seit sechs Jahren sind Nicole und Michael Terhardt begeistert von dem Online-Rollenspiel. Ein Freund brachte die beiden damals auf die Idee, das Phantasy-Spiel auszuprobieren. „Für mich ist WoW ein Hobby zum Abschalten“, so die 31-Jährige. „Beim Spielen kann man den Alltag vergessen und sich in eine komplett andere Welt begeben.“ Warum sich auch erwachsene Menschen für dieses Spiel hinter den Computerbildschirm verziehen? Michael Terhardt muss nicht lange nach einer Antwort suchen. „Das kann man nicht wirklich beschreiben. Das Spiel fesselt einfach“, so der 36-Jährige.

Beide wissen, dass das Spiel Manche auch zu sehr fesselt. Schon öfters haben sie von Spielsüchtigen gehört, kennen sogar zwei Paare, die sich wegen der Sucht getrennt haben. „Für uns ist aber klar, dass das WoW nur ein Spiel ist. Natürlich gibt es Süchtige, die gibt es überall. Aber es ist schade, wenn man von Anfang an als süchtig bezeichnet wird, nur weil man sich für ein sehr bkanntes Computerspiel interessiert“, sagt Nicole Terhardt. Zwar hätten auch sie früher jeden Abend gespielt, allerdings fehle dazu inzwischen die Zeit. „Das Geschäft und die Familie nehmen einfach viel Zeit in Anspruch. Und so sollte das auch sein“, erklären die beiden einstimmig.

Worum es in dem Spiel geht, das weiß Michael Terhardt sehr genau. „Zu Beginn sucht man sich aus zehn Völkern einen Charakter aus, mit dem man das Spiel durchleben möchte, darunter gibt es Elfen, Tauren, Untote und Zwerge – oder eben Menschen. Das Ziel des Spiels ist es dann, den eigenen Charakter ‚hochzuleveln‘, also seien Fähigkeiten auszubauen und Zaubersprüche zu lernen. Nach und nach werden dann weitere Erfolge erarbeitet.“

Taxifahrer wollte WoW- Spieler nicht mitnehmen

Und so etwas kann begeistern? Offensichtlich schon, denn derzeit gibt es weltweit etwa 12 Millionen WoW-Spieler. Mit einem Bruchteil von ihnen, etwa 20 anderen Spielern, trafen sich die Terhardts erstmals 2008. Damals versuchten die Teilnehmer, sich ensprechend ihren WoW-Charakteren zu kostümieren. Welche Folgen das haben würde, wusste damals keiner. „Ein Taxifahrer wollte uns nicht mitnehmen, weil er unsere Waffen für echt und uns wohl für ziemliche Spinner gehalten hat“, schmunzelt Nicole Terhardt.

Aus der Gilde „Allianz zur Trappe“ hat sich inzwischen ein richtiger Freundeskreis entwickelt. „Man trifft sich zu Geburtstagen, zu Silvester oder einfach mal zwischendurch“, so Michael Terhardt.

Am 2. Dezember treffen sich die Online-Spieler im Alter von 22 bis 44 Jahren zum nächsten Ma(h)l. Das Programm: „Die Männer werden Fußball spielen, wir Frauen nutzen die Bowlinbahn“, verrät Nicole Terhardt. Der öffentliche Betrieb in der Sports & Bar läuft an diesem Abend wie gewohnt weiter.

Übrigens: Angst brauchen die Letteraner keine zu haben, die Kostüme bleiben an diesem Abend ganz bestimmt zu Hause...

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