Der Blick aufs Alltägliche

Kunstverein Münsterland zeichnet Marion Eichmann aus

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Freuen sich auf möglichst viele Ausstellungsbesucher: (v.l.) Margarete zu Salm-Horstmar (Kunstverein Münsterland), Marion Eichmann (Preisträgerin des Kunstpreises), Jutta Meyer zu Riemsloh (Geschäftsführerin Kunstverein Münsterland), Annette Focke und Annette Höping (beide Mitglieder des Aufsichtsteams Kunstverein Münsterland)

Coesfeld. Da stand sie unten auf dem Gehweg vor ihrem Atelier in Berlin: die Miele-Waschmaschine – vollkommen ausgebaut und bereit für die Sperrmüllabfuhr. Denkste! Fasziniert von den Knöpfen und Co. ließ Marion Eichmann sie von zwei Männern hochtragen. Stundenlang betrachtete die Gewinnerin des diesjährigen Kunstpreises des Kulturvereins Münsterland die Maschine und sog jedes Detail auf. Weitere Inspirationen holte sie sich in den Waschsalon der Bundeshauptstadt.

„Mit einer Zeichnung fängt jedes Bild bei mir an“, so die Wahlberlinerin. Trotz der genauen Beobachtungen, die sie bei all ihren Arbeiten im Vorfeld nahezu unbewusst macht, kommt es der 45-Jährigen gebürtigen Essenerin nicht darauf an, das was sie sieht, im Verhältnis 1:1 wiederzugeben. Ihren Fokus richtet sie auf Details.

Tiefe und Plastizität erreicht die Meisterschülerin der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei ihren Werken durch unterschiedliche Methoden wie zum Beispiel mit ausgeschnittenem Papier. „Einige haben über 15 Schichten. Manchmal reicht nur eine“, so Marion Eichmann. Die Werke der gebürtigen Essenerin sind bunt. „Ich liebe Farbe“, gesteht die Künstlerin. Und das können die Besucher auch in der aktuellen Ausstellung in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Münsterland sehen. Dort wird bis zum 5. Januar 2020 ein Ausschnitt des Wirkens von Marion Eichmann gezeigt, die von sich selbst sagt: „Ich zeichne mit der Schere.“

Mit ihren Arbeiten der vergangenen zwei Jahre hat sie die Jury überzeugt. 300 Künstler hatten sich für den Preis beworben, der alle vier Jahre mit einem Preisgeld von 10 000 Euro ausgeschrieben wird.

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