Kulturnacht: "Leckerbissen aussuchen und sich treiben lassen"

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Michael Banneyer und Dagmar Kowalski-Brummert vor dem Jakobiwall, der bei der Kulturnacht mit einer Wasser-Bühne und neuen Pavillons ein buntes Programm bietet.

Coesfeld. Wenn die Innenstadt am Samstagabend voller Menschen ist, wenn Klänge verschiedenster Musikstile aus jeder Ecke erklingen, wenn an außergewöhnlichen Orten Tanzgruppen auftreten, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder Kulturnacht. In drei Tagen ist es soweit. Die ganze Stadt wird zu einer Bühne. Streiflichter-Mitarbeiterin Greta Lüking sprach mit Michael Banneyer und Dagmar Kowalski-Brummert aus dem Organisationsteam über Vorbereitungen, Besonderheiten und ihre persönlichen Empfehlung für die diesjährige Kulturnacht am 24. September.

Bereits zum vierten Mal findet die Kulturnacht statt. Was ist besonders? Worauf freuen Sie sich am meisten? 

Michael Banneyer: Eine Besonderheit ist die Bühne in der Umflut am Jakobiwall. Sie ist acht mal drei Meter groß und wird extra für diesen Anlass in den Fluss gebaut. 

Dagmar Kowalski-Brummert: Wir hatten schon mal eine Bühne im Wasser, an anderer Stelle aber, und sie ist bombig angekommen. Neu ist auch, dass wir den Promenadenabschnitt Jakobiwall hinzugenommen haben. 

Wieso wurde gerade dieser Abschnitt einbezogen? 

Banneyer: Bei jeder Kulturnacht stellen wir einen besonderen Ort der Stadt in den Vordergrund. In Coesfeld gehört die Promenade einfach zum Stadtbild. Wir wollten schon immer ein Stück Promenade einbeziehen, wussten aber nicht wie. Der Jakobiwall passt jetzt super, weil er Kupferstraße und Letter Straße verbindet und so eine Art Rundlauf ermöglicht. 

Kowalski-Brummert: Das Programm auf der Promenade ist beschaulich und romantisch gestaltet mit Illuminationen und Lichterketten. Auf der Umflutbühne spielen Georg Hallekamp und Dorothee Stennecken sowie Monday Night Jazz. Und auch in den neuen Pavillons, die dort aufgestellt werden, gibt es eher ruhigere Aktionen wie Skulpturen, eine Märchenerzählerin und Glasperlenherstellung. 

Haben Sie eine Lauf- und Routen-Empfehlung? 

Kowalski-Brummert: Mein Tipp ist: Ein paar „Leckerbissen“ heraussuchen, die man unbedingt sehen möchte. Und ansonsten losgehen und sich einfach treiben lassen. Ab 19 Uhr ist an allen Orten etwas los. 

Banneyer: An einigen Punkten, an denen es besonders viel Programm gibt, zum Beispiel auf der Marktbühne, bei Haselhoff oder Hettlage Fashion, hängen wir den Ablauf der Auftritte aus. 

Das Thema der Kulturnacht ist diesmal „Zauberhaft“. Wie setzen die Künstler das um? 

Banneyer: Wir möchten von Coesfeldern etwas für Coesfelder anbieten. Das Thema ist als Leitgedanke gedacht, aber nicht verbindlich. Es soll Lust machen und viele Möglichkeiten offen lassen. Die Kulturnacht liegt immer bewusst im September, weil sie etwas mit Nacht zu tun haben soll. Orte werden anders dargestellt, anders beleuchtet – „zauberhaft“ eben. 

Kowalski-Brummert: Aktionen mit Licht und Feuer kommen im Dunkeln gut an. Dieses Jahr werden zum Beispiel Glasperlen live vor Ort hergestellt. 

Sind viele Künstler zum wiederholten Male dabei? 

Banneyer: Ja, manche Künstler haben schon eine Art Abo und fragen jedes Mal wieder an, ob sie mitmachen können. Dann freuen wir uns natürlich sehr. Aber es gibt auch Künstler, die nur einmal mitmachen. Gemeinsam haben alle, dass sie sich mit Coesfeld verbunden fühlen und Kinder der Stadt sind, auch wenn manche von weit weg kommen. 

Kowalski-Brummert: Dieses Mal machen auch zum ersten Mal Künstler aus der Partnerstadt De Bilt mit, die jeweils zusammen mit einem deutschen Künstler ausstellen. 

Wird die Organisation zum Selbstläufer? 

Kowalski-Brummert: Nein, absolut nicht. Wir als Organisationsteam sind zwar inzwischen routinierter, aber es treten immer andere Schwierigkeiten und Formalitäten auf, die wir lösen müssen. 

Banneyer: Das Schöne ist: Man muss die Kulturnacht nicht mehr allen neu erklären. Wenn ich jetzt die Flyer in den Geschäften verteile, sagen die Verkäufer: „Endlich!“ Und die Flayer werden mir aus den Händen gesogen. 

Was steht jetzt in den letzten Tagen noch an? 

Banneyer: Wir müssen nochmal alles durchgehen. In den letzten Tagen gibt es immer viele Fragen von Akteuren, für die wir als Ansprechpartner bereit stehen. Außerdem Ortstermine, Flyer verteilen, aufbauen. Am Freitag beginnt der Bühnenaufbau in der Umflut. 

Kowalski-Brummert: Man muss sein Privatleben so geregelt haben, dass Freitag und Samstag nur noch Kulturnacht auf dem Programm steht. Nichts rechts, nichts links, kein Einkäufe, keine anderen Termine. Da ist die Familie auch komplett eingespannt. 

Können Sie die Kulturnacht am Samstagabend denn selbst auch genießen? 

Kowalski-Brummert: Ab Samstag, wenn es läuft, kann ich die Kulturnacht dann auch genießen. Wir haben war einen Infostand, an dem wir als Ansprechpartner bereitstehen, aber jeder hat auch mal Pausen, in denen er sich selbst umgucken kann. 

Banneyer: Wir haben für das Team eine Arbeitsaufteilung ab Freitagabend, jeder ist für einen anderen Bereich verantwortlich. Schön ist, dass wir diesmal am Ende alle zusammenkommen beim Abschlussevent ab 23 Uhr auf dem Marktplatz. Eine Art „Afterwork“-Treffen, bei dem Akteure und Besucher bei chilliger Musik der „Beckers Blues Band“ den Abend gemeinsam ausklingen lassen können. 

Das komplette Veranstaltungsprogramm und die Laufkarte gibt’s im Internet auf www.kulturnacht-coesfeld.de.

Zur Person:

Michael Banneyer ist seit der ersten Kulturnacht im Organisationsteam. Als erster Vorsitzender und Hauptorganisator hält er den Kontakt zu Stadt und Geschäftspartnern und ist die treibende Kraft in allen Bereichen. 

Dagmar Kowalski-Brummert, ebenfalls von Beginn an dabei, ist 2. Voristzende und im Team vor allem für Organisatorisaches wie Listenführung, Protokolle und Arbeitspläne und für den Kontakt von Geschäften und Künstlern verantwortlich.

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