Kriminalitätsstatistik für Kreis Coesfeld vorgestellt

+
Polizeidirektor Peter Schwab (von links), Polizeirätin Nina Bay und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erläutern die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung im Kreis Coesfeld.

Kreis Coesfeld. "Auf den ersten Blick sind es nur trockene Zahlen", beginnt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016. "Aber hinter jeder Zahl steckt ein Einzelschicksal - das darf man nicht vergessen." Gerade deshalb sei er sehr erfreut, dass die Zahlen im Kreis Coesfeld im Vergleich zum Landesdurchschnitt gut ausfallen.

Die Gesamtfallzahl im Kreis Coesfeld ist im Vergleich zum Vorjahr um 635 gesunken. Dieser Abwärtstrend schlägt sich auch in den landesweiten Zahlen nieder. Besonders erfreulich ist für Polizeirätin Nina Bay die positive Entwicklung der Aufklärungsquote. "Schon in den Vorjahren hatten wir im landesweiten Vergleich sehr gute Aufklärungsquoten. Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Trend auch 2016 fortsetzen konnten", berichtet die Kriminalitäts-Direktionsleiterin. 2016 wurden 859 Fälle mehr als 2015 im Kreis Coesfeld aufgeklärt - das entspricht einer Quote von 52,1 Prozent. "Damit liegen wir auch weiterhin über dem landesweiten Wert", so Bay. "Da sind wir wirklich top!", zeigt sich auch Landrat Schulze Pellengahr stolz.

Ein für die Bürger besonders wichtiges Thema sei häufig die Entwicklung der Zahlen der Wohnungseinbruchsdiebstähle. "Deshalb ist die Bekämpfung dieser Delikte auch weiterhin einer unserer strategischen Schwerpunkte", so Bay. Obwohl es 2016 mit 588 neun Einbruchsdelikte mehr als 2015 gab, sei die Entwicklung der Zahlen in diesem Bereich insgesamt erfreulich: So konnte auch hier die Aufklärungsquote von 24,01 Prozent auf 26,53 Prozent gesteigert werden. "Außerdem ist die Quote der versuchten Einbrüche auf 38 Prozent gestiegen", berichtet Polizeirätin Nina Bay. "Das heißt, dass technische Vorkehrungen, die die Bürger treffen, Erfolg haben." Die Polizei leistet zu einem guten Einbruchschutz Beratungsarbeit.

2016 stieg die Zahl der Sexualstraftaten von 114 auf 135. Dabei handelte es sich 2016 in 23 Fällen um eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung. "Bei 18 dieser Fälle gab es eine Täter-Opfer-Beziehung, drei blieben leider ungeklärt", erklärt Bay. Der Anstieg der Sexualstraftaten insgesamt habe nichts mit der Flüchtlingssituation zu tun. "Im Kreis Coesfeld brauchen Frauen definitiv keine Angst vor Flüchtlingen haben", betont Polizeidirektor Peter Schwab.

Dass die Aufklärungsquote insgesamt gesteigert werden konnte, führt  Schwab auch auf die Unterstützung durch die Bevölkerung zurück. "Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, dass sie auch weiterhin niederschwellig 110 anrufen - auch dann, wenn sie bei einer Beobachtung nur ein komisches Bauchgefühl haben. Bewerten können wir dann immer noch."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare