Aris Arends Entwurf einer Harley Davidson im Jever-Look wurde umgesetzt

Kreative Power aus Coesfeld

Aris Arend hat ganze Arbeit geleistet: In der Werkstatt von Thunderbike war er beim Bau „seiner“ Jever-Harley dabei.

Coesfeld. Serienmäßig geht anders. Die Harley Davidson, die die Brauerei Jever in den vergangenen Monaten zu Marketingzwecken entwerfen und schließlich vom Weltmeister im Customizing auch bauen ließ, ist ein Unikat. Die Vorlage dazu stammt aus Coesfeld. Gestaltet hat sie Aristide Arend, kreativer Geschäftsführer der Werbeagentur Bruderherz.

„Die Aufgabe hat mich einfach angesprungen. Eine Harley im Jever-Design – das war genau mein Ding“, sagt der 39-Jährige. Kaum war er auf der Kreativen-Plattform „jovoto“ auf den Wettbewerb gestoßen, war sein erster Entwurf auch schon fertig. „Ich war aber zu schnell“, schmunzelt Arend. „Das Briefing war noch gar nicht raus – und ich hatte in meinem Elan nicht wirklich darauf geachtet, dass das Bike auch straßentauglich sein musste.“ Die Aufgabenstellung hatte es wirklich in sich. Zum einen ging es darum, auf der Basis ein Harley Softail Rahmens ein ausgefallenes Custombike im Jever-Look zu entwerfen. Zum anderen musste beachtet werden, dass eben dieses Bike auch tatsächlich gebaut werden sollte. Und das von keinem geringeren als dem Weltmeister im Motorrad-Customizing, Andreas Bergerforth (Thunderbike Harley Davidson, Niederrhein). „Das hat der Aufgabe natürlich nochmal zusätzlichen Reiz verliehen“, so Aris Arend, der sich also an einen zweiten Entwurf begab.

Zu tun gab es einiges, denn die „nackte Rohversion“ bestand nur in der Vorgabe des Rahmens und des Motors. Wer da einen ambitionierten Beitrag liefern wollte, musste also sowohl als Grafikdesigner als auch als Harley-Fan über ein hohes Maß an Fertigkeiten und Fachwissen verfügen. „Ich schraube zuhause selber so‘n Zeug“, erklärt der Besitzer einer KTM, einer Geländemaschine, die er für die Straße umgebaut hat, warum er für die Aufgabe prädestiniert war. „Man muss schon wissen, wo ein Luftfilter angebracht werden kann“, nennt Arend ein Beispiel. Dass er gestalterisch ohnehin mit einem gewissen Talent gesegnet ist, bewies der Multimedia-Designer bereits bei ähnlichen Wettbewerben für große Auftraggeber wie Kühne, Audi oder Astra, bei denen seine Entwürfe ebenfalls überzeugt hatten.

Diese „Jever-Harley“ zu entwerfen, sei aber auch für ihn schon eine ganz besondere Aufgabe gewesen. „Dass ein Weltmeister eine Maschine nach deiner Vorlage baut, passiert dir nicht so oft“, freut sich Aris Arend über das positive Echo auf seinen Entwurf mit dem passenden Titel „0,33“ (siehe Bild). Der wurde unter 130 internationalen Wettbewerbsteilnehmern von einer Fachjury zunächst unter die sechs Favoriten gewählt und dann von mehreren zehntausend Teilnehmern einer Online-Abstimmung auf Platz eins gekürt.

Ästhetisch und trotzdem kraftstrotzend ist das Design der „0,33“, an der alle Instrumente, die Felgen und Motordeckel aus Kupfer sind, ein Kronkorken den Tankdeckel ziert, die Trittbecher aus Eichenholz den Namenszug Jever tragen und auch die Griffe aus Holz und mit einem Kupferkronkorken abgesetzt sind.

„Die besondere Wirkung erzielt die eben diese Kombination aus Kupfer und Holz, sie verleiht dem Bike den Brauerei-Charakter“, erläutert Arend sein Vorgehen. Und: „Mir war wichtig, dass die Maschine ,Old School‘ ist!“ Tief, abgespeckt und schlank.

Nur einige wenige Änderungen waren nötig, damit sich schließlich das Team des Harley Customizers Thunderbike um Andreas Bergerforth an die detailgetreue Umsetzung machen konnte.

Entstanden ist dabei eine Harley, die natürlich eher Museumscharakter hat. Denn auch wenn das Custombike tatsächlich zugelassen ist – das Kupfer ist für den Allzeitgebrauch natürlich nicht wind- und wasserfest.

Alle Infos zum Wettbewerb und zum Bau der „Jever-Harley“ im Internet auf www.thunderbike.com.

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