Bodypainter Lars Twent ist bei der Kulturnacht zu Gast in Coesfeld

Kreative Körperkunst

Schon bei der vergangenen Kulturnacht im Jahr 2010 war Lars Twent zu Gast in Coesfeld. Auch männliche Models stellten sich damals als Leinwände zur Verfügung.

Coesfeld. Auf den ersten Blick wirkt Lars Twent vollkommen normal: Der zweifache Familienvater hat Werbegrafik studiert, ist heute als Fahrlehrer sein eigener Chef und führt nebenbei noch einen eigenen Teeladen.

Doch im Gespräch mit ihm wird schnell deutlich: In seiner Freizeit ist der Rheinenser alles andere als „gewöhnlich“ – denn als Bodypainter geht er einem außergewöhnlichen Hobby nach. Bodypainting, das ist die Kunst, einen menschlichen Körper als Leinwand zu nutzen und ihn so in Szene zu setzen, dass die nackte Haut nicht länger nackt erscheint – weder für das Model, noch für den Betrachter.

„Ursprünglich hatte ich mich der Maskenbildnerei verschrieben“, erinnert sich der 42-Jährige. Dort habe er schließlich den Tipp bekommen, die „Körperbemalung“ auszuprobieren. Durch ein paar Fotos der ersten eigenen Malversuche habe sich dann irgendwann eine Eigendynamik entwickelt. Das war vor etwa zehn Jahren.

Die Motive entstehen

während des Malens

Heute ist Twent regelmäßig unterwegs für private Foto-shootings, Firmenveranstaltungen, Messen oder sonstige Events. Immer an seiner Seite: Ein mobiles Fotostudio sowie der Fotograf Guido Walfort, der die Models nach dem Malprozess passend in Szene setzt. Das Faszinierende am Bodypainting: „Das Malen auf einer lebendigen, dreidimensionalen Leinwand, deren Motiv aus jedem Blickwinkel anders erscheint.“

Was genau er mithilfe seiner Pinsel und wasserlöslichen Farben auf die Körper der jeweiligen Models projiziert, steht nicht immer schon im Vorfeld fest. „Bei privaten Fotoshootings gibt es natürlich vorherige Absprachen. Ansonsten ist das Bodypainting aber vor allem das Ergebnis eines kreativen Prozesses während des Malens.“ Nur eines steht für Twent von vornherein fest: „Mir geht es bei der Körperkunst nicht um nackte Haut oder Erotik. Ich selbst bin während der Arbeit so vertieft in den Malprozess, dass ich die Nacktheit des Models weniger stark wahrnehme als die Zuschauer.“ Auch für die Familie sei das Hobby kein Problem – ganz im Gegenteil: „Meine Frau begleitet mich sogar regelmäßig, um zu assistieren.“

Seit 2010 nimmt Twent auch regelmäßig an den jährlichen Bodypainting-Weltmeisterschaften in Österreich teil. „Gegen die professionellen Künstler habe ich als Hobby-Maler natürlich keine Chance“, gesteht der Autodidakt. Für einen Platz im guten Mittelfeld habe es bisher aber immer gereicht. Rund sechs bis sieben Stunden dauert die Bemalung eines kompletten Körpers. „Das ist schon anstrengend – nicht nur für mich, sondern auch für die Models“, weiß Twent.

Models für die Coesfelder

Kulturnacht gesucht

Deshalb seien eine gewisse körperliche Fitness und Geduld unbedingte Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss eines Malprojekts. Weitere Bedingung: Ein Mindestalter von 18 Jahren.

Schon bei der vergangenen Coesfelder Kulturnacht im Jahr 2010 konnten sich Interessierte live und vor Ort von dem Können des Bodypainters überzeugen. In diesem Jahr kehrt er zurück: Bei der inzwischen dritten Coesfelder Kulturnacht am Samstag, 21. September, ist Twent zu Gast in der Streiflichter-Geschäftsstelle in der Kupferstraße.

Zur Zeit ist er noch auf der Suche nach männlichen und weiblichen Models für die Kulturnacht. Interessierte können sich per Mail und mit einem beigelegten Foto an info@paint-my-body.net direkt an den Künstler wenden. Weitere Infos zu Lars Twent gibt es außerdem unter www.paint-my-body-net.

Streiflichter-Ausgabe vom 28.8.2013

Von Tina Walther

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