Kolping-Spielschar zeigt "Opa, dat reekt"

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Kolping-Spielschar führt plattdeutsche Komödie „Opa, dat reekt“ auf

Coesfeld. Herbstliche Landschaft und zwei mit Efeu bewachsene Bauernhäuser. Davor stehen sich Magda Schnabel (gespielt von Rita Volmer) und Lore Grabemann (gespielt von Sophia Wiedau) gegenüber. „Giezige Stadtschnalle“, schreit Magda Lore an. „Hinterwäldlerisches Landei!“, brüllt Lore zurück. „Upgebloasene Quasselstrippe!“ Wütend stampfen die zwei Frauen aufeinander zu und keifen sich laut an, während ihre Ehemänner versuchen, sie zurückzuhalten und den Streit zu schlichten. „Das war gut!“, ruft Regisseurin Gisela Wiedau aus dem Zuschauerraum. „Jetzt müsste sich der Vorhang schließen.“

Die Kulissen stehen bereits, der Text sitzt auch größtenteils. Nur an manchen Stellen muss die Souffleuse ein bisschen aushelfen. Noch eineinhalb Wochen hat die Kolpingspielschar Zeit das diesjährige plattdeutsche Theaterstück „Opa, dat reekt!“ zu proben. Am Sonntag, 22. Oktober, findet die Premiere statt.

„Ab jetzt proben wir drei Mal in der Woche mit den kompletten Kostümen, dem Umziehen und allen Requisiten, damit alles bei der Premiere richtig sitzt“, sagt Gisela Wiedau, die zum zehnten Mal Regie führt. „Es ist nicht so leicht, jedes Jahr ein anderes Stück mit einem neuen Thema zu finden, das unterhaltsam ist.“

Doch auch dieses Jahr hat Wiedau mit „Opa, dat reekt!“ eine geeignete plattdeutsche Komödie gefunden. „Im Zentrum des Stücks stehen Generationsprobleme. Es gibt eine etwas demente Oma, ihre geizige Schwiegertochter und Männer, die sich unterbuttern lassen“, verrät Wiedau. „Aber mehr möchte ich nicht dazu sagen. Man muss sich das Stück einfach selbst ansehen.“ Auch nach zehn Jahren macht ihr das Theaterstück jedes Jahr wieder Spaß: „Es ist immer wieder schön. Unsere Gruppe harmoniert sehr gut und ist altersmäßig gemischt. Dann können die Älteren, die schon öfter auf der Bühne standen, die jungen Leute mitziehen.“

Zu den erfahrenen Schauspielern gehört Klärchen Kaup. „Ich dachte eigentlich, ich hätte meine Zeit auf der Bühne beendet“, sagt die 76-Jährige, die schon Anfang der 50er-Jahre bei der Landjugend Theater spielte. „Dann wurde für dieses Stück eine tüdelige Oma gesucht und das war meine Rolle“, sagt Kaup schmunzelnd. „Das ist aber jetzt bestimmt das letzte Mal.“

Michael Brüning spielt zum fünften Mal mit, diesmal in der Rolle des Städters Heinz. „Es macht total viel Spaß, weil wir als Truppe eine sehr gute Gemeinschaft sind.“ Ein bisschen Plattdeutsch konnte er vorher bereits sprechen. „Aber hier lernt man mehr, weil die Anderen richtig Platt sprechen und mich verbessern können.“

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