Am Gerlever Weg

Endlich erster Spatenstich: Kinderzentrum Haus Hall nimmt Form an

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„Stillstand“ auf dem Gelände des künftigen Kinderzentrums herrschte vergangene Woche nur für das Erinnerungsfoto: Mit dem ersten „Schüppchenstich“ gaben die Kinder der Kita Haus Hall den Startschuss für das Bauprojekt am Gerlever Weg.

Coesfeld/Gescher. Fröhlich, nahezu euphorisch und erwartungsfroh war die Stimmung beim ersten Spatenstich – pardon „Schüppchenstich“ für das Kinderzentrum Haus Hall am Gerlever Weg in Coesfeld am vergangenen Mittwoch. Denn den symbolischen Startschuss für den Bau der Einrichtung auf dem 6 000 Quadratmeter großen Erbpacht-Gelände zwischen dem St.-Pius-Gymnasium und dem Annenthal-Kloster gaben die künftigen kleinen „Bewohner“ selbst. Mit ihren kleinen Schüppen buddelten die kleinen Bauarbeiter ein kleines Loch.

„Bist du Polier“, scherzte Udo Stehmann, als sein Enkel Matteo sich für diese Aktion einen weißen Bauhelm aufsetzte. Doch davon ließ sich der kleine Junge nicht beirren und legte los. In die Vertiefung rammte Nobar Sedou, ein Vater eines Kindergartenkindes, mit dem Hammer einen bunt gestalteten Pfahl. Dort wurde von einem Kind ein „Bauschild“ angenagelt, um ihn herum standen die Vertreter des Bauherren und Trägers Stiftung Haus Hall sowie von Stadt und Politik. 

Einige Nachbarn ließen es sich nicht nehmen, bei dem Auftakt für den Neubau dabei zu sein. „Als ich die Kinderstimmen hörte, konnte mich nichts mehr halten“, sagt Schwester Maria Geesink. Die Ordensfrau leitete 33 Jahre den St.-Jakobi-Kindergarten in Coesfeld. Doch nicht nur sie und ihre Ordensschwestern, die im Kloster Annenthal leben, sondern auch das St.-Pius-Gymnasium freuen sich auf die künftigen Nachbarn. „Es sind gute Bezugspunkte“, betonte Dr. Thomas Robers von der Stadt Coesfeld. 

Drei Nachbarn klagen zurzeit noch gegen die Baugenehmigung und haben einen Normenkontrollantrag gestellt. Nach Auffassung der Stadt Coesfeld und ihrem Rechtsbeistand hätten diese/dieser keine Erfolgsaussichten. Den Spatenstich bezeichnete Bürgermeister Heinz Öhmann als Sternstunde für die Stadt. „Über fünf Jahre haben wir an dem Projekt gearbeitet“, so Öhmann. Auf dem 6 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen dem St.-Pius-Gymnasium und dem Kloster Annenthal soll schon bald die Einrichtung gebaut werden. 

Ziel ist es, das Kinderzentrum bis zum Kindergartenjahr 2021/22 zu beziehen. „Ambitioniert, ja“, äußerte sich Dr. Thomas Bröcheler. Doch der Geschäftsführer der Stiftung Haus Hall zeigte sich beim Pressegespräch in den Räumlichkeiten der angrenzenden Kolpingbildungsstätte zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingt. 

Seit 2016 wird in der Grimpingstraße die Kita Haus Hall betrieben. Das Provisorium sollte dort nur ein bis zwei Jahre genutzt werden. Die Frühförderungsstelle Haus Hall ist bis dato am Weßlings Kamp in Coesfeld. In gut eineinhalb Jahren sind beide Einrichtungen – so der Plan – unter einem Dach im Kinderzentrum am Gerlever Weg. Dieses sei laut Böcheler mehr als nur eine Addition von Kita und Frühförderung. Denn der Neubau bietet auch Platz für Fortbildungen. 7 Millionen soll der Bau des Kinderzentrums kosten. Davon übernehmen die Stiftung Aktion Mensch und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW 1,8 Millionen. Finanziell unterstützt wird das Projekt auch vom Förderverein der Stiftung Haus Hall.

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