Jubiläums-Auftritt der Modern-Dance-Gruppe „Lady Birds“ beim „AnKoBlu-Büttabend“

Schwarz und rot – das sind die Teamfarben der „Lady Birds“, schließlich verdanken die acht aktiven Tänzerinnen dem Marienkäfer ihren Gruppennamen.

Coesfeld. In schnellen Tanzschritten über das Parkett wirbeln, gut sitzende Kostüme tragen, viele Gegenstände in Marienkäfer-Optik sammeln und natürlich Schuhe – das sind einige Leidenschaften der „Lady Birds“. Die Mitglieder der Tanzgruppe, die im Jahr 1987 gegründet wurde, blicken auf viele erfolgreiche Auftritte zurück. Am Samstag, 3. Februar, sind sie zum zehnten Mal beim Büttabend der Karnevalsvereinigung „AnKoBlu“ zu sehen. „Bei welchem anderen Sport sieht man so schön aus und trägt außerdem solche tollen Schuhe?“, fragt „Lady Bird“ Kathrin Gesterkamp ihre Tanzkolleginnen.

Erheitung folgt auf die Frage, die Antwort scheint selbstverständlich. Es steht fest: Anfang Februar schwingen sich die insgesamt acht aktiven Mädels der „Lady Birds“ erneut auf die hohen Hacken. Beim Büttabend der „AnKoBlu“ tanzen sie zum Motto „Keine Fake-News und kein Schmuh: Alles Live bei AnKoBlu“ in Marineuniformen ihren kleinen Jubiläumsauftritt. „Karnevalstänze passen eigentlich gar nicht so gut zu uns, da die Bewgungen sehr hart und zackig sind“, so Yvonne Pier über die Gruppe, des Tanz-Centrum in Coesfeld. Zu ihrem Repertoire gehören bevorzugt der französische Tanz Can-Can und Elemente des Moderne Dance. „Es ist unglaublich als was wir ,Lady Birds‘ in den vergangenen fast 30 Jahren schon betitelt wurden. Zum Beispiel als ,Flattervögel‘“, erinnert sich Silke Eckrodt, Mitgründerin der Gruppe. Der Name des tänzerischen Teams entstand tatsächlich nach einem der ersten Auftritte. „Früher besaßen wir keine tollen und bunten Kostüme“, so Eckrodt. Einmal dienten Sargträgerhandschuhe des Bestattungsunternehmens Dönnewald der Show. „Einen Frack nahm jede von uns aus Opas Kleiderschrank“, lacht Eckrodt. Das Wippen der großen „Frackenden“ erinnerte sie schließlich an die Flügel eines Marienkäfers. Der Name „Lady Birds“ war geboren.

„Marienkäfer ziehen sich seitdem durch unser ganzes Leben“, erklärt Eckrodt. Mit Seitenblick auf ihre Tanzkollegin Yvonne Pier zählt sie deren schwarz gepunktete Besitztümer auf: Einen Regenhut, einen Wecker, einen USB-Stick und eine Fliegenklatsche besitzt Pier im Marienkäfer-Look.

Silke Eckrodt selbst ist als Mitgründerin ein „Lady Bird“ der ersten Stunde. Die heute 43-Jährige tanzt seit ihrem 13. Lebensjahr. Zunächst bewegte sie sich für die Tanzsportgruppe des ehemaligen TUS Coesfeld zur Musik. Beim ersten Auftritt der aus der Gruppe hervorgehenden „Lady Birds“ tanzte sie zum Jazz-Song „New York, New York“ unter anderem mit ihrer Schwester Anke, die heute in Norddeutschland lebt. „Ich stieß im Jahr 1992 zur Gruppe“, erläutert Yvonne Pier. Der damals 13-jährigen Schülerin hatte es der Film „Dirty Dancing“, erschienen im Jahr 1987, angetan. „Beim Auftritt, den ich von den ,Lady Birds‘ sah, tanzten sie zur Titelmelodie des Films, da bin ich fast angefangen zu weinen“, schmunzelt Pier. „Ab da war ich sofort verliebt in die Clique“, ergänzt sie.

Eine der jüngsten Tänzerinnen ist Charlotte Hörnemann. Sie wurde im Jahr 2015 ein „Lady Bird“ und ist heute 22 Jahre alt. „Ich wurde gut aufgenommen und erlebe ein schönes Gruppengefühl“, richtet sie ein Lob an ihre Kolleginnen. Zu den aktiven Tänzerinnen der Truppe zählen neben ihr Valerie Bertels, Sarah Breitner, Vanessa Schaumburg, Christine Kestermann, Yvonne Pier, Silke Eckrodt und Kathrin Gesterkamp. „Aber auch die, die früher mit uns trainierten und jetzt beispielsweise im Ausland leben oder studieren, gehören noch zu uns“, sagt Eckrodt.

Im bayrischen Inzell tanzten die Mitglieder der „Lady Birds“ vor einer Eifelturm-Kulisse.

„Wir haben gemeinsam so viele verrückte Dinge erlebt“, berichtet Yvonne Pier. Egal, ob die Trennung von der ersten großen Liebe, die spätere Hochzeit oder die Geburt der Kinder – die Tänzerinnen sehen ihre „Lady Birds“ als Lebensmittelpunkt. Ein ganz besonderes Ritual gibt es für jede von ihnen an einem der wichtigsten Tage im Leben eines Liebespaares: Während der Hochzeitsfeiern ihrer Tanzkolleginnen treten die „Lady Birds“ auf. „Immer zu einem ganz persönlichen Motto“, erklärt Eckrodt. Einen Tanz zur Filmmusik von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ bekam beispielsweise Yvonne Pier. „Weil sie so verträumt ist“, lächelt Eckrodt. Aber auch sportlich haben die Tänzerinnen sprichwörtliche einges auf dem Kasten. Im Jahr 2008 sicherten sie sich beispielsweise den Finaleinzug bei den Duisburger Tanztagen in der Kategorie „Jazz und Modern Dance“. Regelmäßig treten sie außerdem bei der Kulturnacht Coesfeld und der Coesfelder Ballnacht auf. „Gemeinsam mit der Performance beim ,AnKoBlu-Büttabend‘ zählen die letzteren beiden Termine zu unseren fest eingeplanten Auftritten“, sagt Pier. Aber auch ins bayrische Inzell oder in den Freizeitpark „Phantasialand“ verschlug es die Tänzerinnen schon. An einer Promotiontour des Autohauses Tönnemann für den Opel Tigra waren sie ebenso beteiligt „Unsere Gruppe besitzt ein hohes Lerntempo“, erklärt Eckrodt. Die Coesfelderin ist gemeinsam mit Yvonne Pier zuständig für die Choreografien, die die Tänzerinnen auf die Bühnen bringen. Für ungeübte Tänzer sei es aufgrund des schnellen Einübens schwer einen Halt in der Gruppe zu finden. Tanzerfahrene Einsteiger sind dagegen beim Training immer freitags ab 18 Uhr gern gesehen.

Zur Hochzeit von Kathrin Gesterkamp brachten ihr die „Lady Birds“ übrigens ein besonders spezielles Geschenk: Die „Marienkäfer“ tanzten zu einem Song, in dem „Schuhe“ das Thema waren. Auch die Hochzeitstorte schmückte ein High Heel.

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