Interview: Vollker Racho über Liederklau und Akkord-Auftritte

„Es ist bei mir jedes Mal eine Vollgasveranstaltung“

Voll Karacho mit Vollker Racho – der Party-König tritt am 8. April in der Bürgerhalle auf.

Coesfeld. Für die musikalische Untermalung eines tiefsinnigen Gesprächs am Abend mit einem guten Glas Rotwein vor dem Kamin ist seine Musik nicht gedacht.

Denn sein Künstlername ist Wortspiel und Versprechen zugleich: Vollker Racho. Seine Musik ist prädestiniert für Party, Ballermann und mitreißende Schlagernächte. Sein Hit „Schatzi, schenk mir ein Foto“ wurde in der Karnevalssession rauf und runter gespielt. Partyfreunde können Vollker Racho live erleben – am 8. April auf der Apres-Ski-Party in der Coesfelder Bürgerhalle.

Gehören zu Ihrem Merchandising-Programm auch Klappstühle?

Vollker Racho: Nein, leider nicht, das war zu schwer zu realisieren. Dafür gibt es aber jede Menge T-Shirts und den originalen Schatzi-Party-Schnaps, auch auf der Homepage unter www.schatzi-schenk-mirein-foto.de

Wie ist die Idee entstanden, dass beim Refrain Ihrer aktuellen Single „Schatzi! Schenk mir ein Foto!“ alle Fans ihre Stühle in die Luft recken?

Racho: Das Lied war ja in den Niederlanden ein großer Hit, aber bis dato konnte mir noch kein Holländer erklären, weshalb man die Stühle beim Refrain immer in die Luft reckt. Ich denke mal, dass sich das so aus dem Musikvideo ergeben hat. Mir war ja bis vor einem Jahr noch nicht klar, dass der Song von Rudi Carell „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“ bevor Rudi ihn hier in Deutschland sang, bereits in Holland ein Hit war.

Warum gibt es das Lied nun auch in einer Version von Mickie Krause?

Racho: Ja, nicht nur. Es gibt mittlerweile auch eine Version von Marc Pilcher. Ich hatte eigentlich mit einer Version von DJ Ötzi gerechnet, aber Krause ist auch ok. Das ist für mich eine gewisse Ehre und Anerkennung! Ist ein super Künstler!

Als Sie das „Das rote Pferd“ veröffentlicht haben, wurde es ebenfalls von Markus Becker & den Mallorca Cowboys herausgebracht, die zudem bekannter damit wurden. Ärgert Sie das?

Racho: Nein, das ärgert mich nicht. Die hatten einfach die bessere Plattenfirma, die in dem Moment viel Geld für Marketing und Werbung ausgegeben hat und somit das Thema voll auf den Punkt gebracht hat. Ich war damals noch zu jung in diesem Geschäft, so dass ich dort nicht gegensteuern konnte.

Warum „klauen“ sich Partysänger untereinander die Lieder?

Racho: Das Covern von Songs ist erlaubt und wenn nun drei verschiedene Interpreten das gleiche Lied singen, spricht das für den Song. Man geht also davon aus, dass der Song ein Hit wird. Das gab es schon oft. 2004 mit Haiduci und O-Zone. O-Zone auf Platz eins und Haiduci auf Platz zwei der Single-Charts, beide mit dem Lied „Dragostea din tei“. Ebenso „Ein Stern“, „1000 Träume weit“ von Antonia aus Tirol und ebenso von Anna-Maria Zimmermann, das Fliegerlied von Tim Toupet oder von Donikkl.

Haben Sie eigentlich dieselbe Philosophie wie Jürgen Klopp und versprechen bei jedem Ihrer Auftritt eine „Vollgasveranstaltung“?

Racho: Das hört sich jetzt bestimmt blöd an, aber es ist einfach jedes Mal bei mir eine Vollgasveranstaltung. Das passiert ganz automatisch auch schon durch die Titel. Das sind einfach Songs zum Mitsingen und Durchdrehen, bei denen jeder mitmacht.

Andere Künstler haben bei einem Konzert zwei, drei Stunden Zeit, ihr Publikum in Fahrt zu bringen. Sie haben insgesamt meist nur eine halbe Stunde. Wie bringen Sie sich selbst von Null auf Hundert?

Racho: Ich schau mir vorher das Publikum an und nehme

dort vor Ort die Stimmung auf. Ich geh dann auch durchs Publikum, schau hier mal, schau da mal, sehe alte bekannte Gesichter wieder, Smalltalk, und so weiter, und danach Showmantel anziehen und ab auf die Bühne. Das klappt wirklich fantastisch!

Was machen Sie, wenn Sie gerade keine gute Laune haben?

Racho: Das gab es bisher noch nicht. Es gab schon Momente, wo ich krank war und auftreten musste, das war für mich etwas anstrengender, aber die 40 Minuten bekommt man so auch noch hin.

Können Sie sich an einen Auftritt erinnern, vor dem

Ihnen alles andere als nach guter Laune zumute war?

Racho: Ja, das war eine Silvesterveranstaltung in einem

recht hübschen Hotel. Die Gäste waren alle zwischen 55 und 75 Jahre alt, hatten Abendgarderobe an und ich kam da mit meinen roten Turnschuhen und T-Shirt um die Ecke. Als ich mit dem DJ die Details absprach, bekam ich mit, das dort niemand wusste was Vollker Racho eigentlich ist. Die kannten noch nicht einmal meinen Song „Das Rote Pferd“. Da war die Laune dahin. Ich habe das dann komplett durchgezogen. Das war aber für die Gäste zu lang, die waren Tanzpausen gewöhnt, so dass ich dann teilweise vor einer leeren Tanzfläche sang und die Gäste sich das von ihrem Sitzplatz aus anschauten. Da sprang nicht so richtig der Funke über. Mann, das war ein Ding!

Sie füllen als Künstler eher kleinere Hallen, zumeist mit anderen Kollegen zusammen. Fühlen Sie sich manchmal als eine Art Akkord-Sänger?

Racho: Nein, das würde ich so nicht sagen wollen. Es gibt mal Abende, an denen ich drei Auftritte nacheinander an verschiedenen Orten habe. Das ist sehr anstrengend. Nicht wegen des Auftritts, sondern wegen der Einhaltung der Auftrittszeiten. Da muss ich direkt nach dem Auftritt weiter, also keine Autogramme, Zugaben oder ähnliches. Das ist dann wirklich wie im Akkord, aber sonst ist alles easy.

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