Emma Hölker ist wahrscheinlich die älteste Küsterin Deutschlands

Mit 90 Jahren noch aktiv

Emma Hölker, die am Sonntag 90 Jahre alt wird und immer noch als Küsterin tätig ist.

Lette. Den Garten kann sie nicht mehr pflegen, auch die Fenster nicht mehr putzen.

Doch ansonsten waltet sie noch „voll ihres Amtes“ als Küsterin: Emma Hölker feiert an diesem Sonntag, 20. März, ihren 90. Geburtstag – und denkt noch nicht ans Aufhören. „So lange ich hier wohne, helfe ich noch. Ich bin nur nicht mehr ganz so gut zu Fuß“, erklärt die sehr wahrscheinlich wohl älteste aktive Küsterin Deutschland. Sie läutet noch immer die Glocken, putzt Kirche und Gemeinderäume, saugt Staub und bereitet die Treffen verschiedener Gruppen vor – kurz: Sie ist die Säule der Evangelischen Kirchengemeinde Lette, die rund 500 Gemeindeglieder zählt.

1978 kam Emma Hölker nach dem Tod ihres Mannes von Marl nach Lette und fand durch ihre in Coesfeld lebende Schwester zur evangelischen Magdalenenkirche. „Die Wohnung hier im ersten Stock stand sieben Jahre leer“, erzählt sie. Seitdem wohnt sie hier und wirkt als Küsterin. „Ich kenne die Wenigsten, aber mich kennen alle“, meint sie lächelnd. Mit ihren Nachbarn, fast alles Katholiken, kommt sie „sehr gut“ aus.

Auch für das jährlich zu Christi Himmelfahrt stattfindende Gemeindefest in Lette – in diesem Jahr findet es mal wieder in Coesfeld statt – war sie stets in vollem Einsatz, bereitet mit fünf oder sechs Frauen, die überwiegend aus Coesfeld kommen, die Salate vor. Auch bereitet sie noch die jeweils 14-täglich dienstags stattfindenden Spielkreise und mittwochs stattfindenden Frauengesprächskreise vor, außerdem das monatliche Treffen der Frauenhilfe: Sie deckt den Tisch, kocht Kaffee und nimmt auch selber noch an den beiden letztgenannten Veranstaltungen teil.

„Ich habe eine Tochter, zwei Enkelkinder und zwei Urenkel“, erklärt Emma Hölker, die zwar nicht mehr ihr Hobby, das Fertigen von Sandbildern als Postkarten, ausüben kann, wohl aber noch die Tischdekorationen zu Weihnachten für die einzelnen Gruppen erstellt hat.

Voll des Lobes ist Pfarrer Lothaus Sander aus Coesfeld über seine immer noch sehr aktive Küsterin in Lette: „Das ist unsere längste Mitarbeiterin, die den ganzen Gottesdienst und auch Taufen und Trauerfeiern vorbereitet. Sie ist immer noch eine komplette Küsterin. Man kann sich die Kirchengemeinde Lette ohne Frau Hölker nicht denken.“

Auch sei sie eine ganz treue Seele, die zu ihrer evangelischen Gemeinde stehe und halte und darüber hinaus eine Stütze für alle Pfarrer. „Man kann sich auf sie verlassen, was sehr wichtig für uns Pfarrer ist“, so Lothar Sander weiter. „Der besondere Stellenwert drückt sich auch darin aus, dass wir am Sonntag den Gottesdienst zentral in Lette zu ihrem großen Festtag feiern. Im Gottesdienst und anschließend wird das Presbyterium ihr seine ganz besonderen Glückwünsche aussprechen und ihr für ihre jahrelange Treue herzlich danken.“ In ganz Lette werde Emma Hölker noch ganz liebevoll „Tante Emma“ genannt. „Ohne Tante Emma geht gar nichts. Sie ist eine Institution in Lette.“

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