40 Jahre „Thies-Treff“

Der „Thies-Treff“: (Stehend von links) Christa Tendieck (Coesfeld), Maria Reiberg (Billerbeck), Hildegard Wenda (Dülmen), Gaby Schindehütte (Coesfeld) sowie (knieend von links) Beatrix Herzog (Dülmen), Doris Wittich (Ahaus) und Julie Schachtschneider (Dülmen).

Coesfeld / Billerbeck / Dülmen. Ausgelassene Stimmung und viel Spaß zwischen Azaleen und Rhododendren – genau das hatten Christa Tendieck und Gaby Schindehütte aus Coesfeld, Doris Wittich (Ahaus), Maria Reiberg (Billerbeck) sowie die drei Dülmenerinnen Julie Schachtschneider, Hildegard Wenda und Beatrix Herzog am Donnerstag bei der Streiflichter-Tagesfahrt zum Park der Gärten in Bad Zwischenahn.

Die Frauen entschlossen sich aus einem besonderen Grund für diesen gemeinsamen Ausflug. Denn in diesem Jahr feiern sie ihre mittlerweile 40-jährige Freundschaft. Die sieben Frauen sind allesamt ehemalige Kolleginnen des Coesfelder Textilmaschinenherstellers Thies.

„Als ich 1974 bei Thies als Fremdsprachenkorrespondentin anfing, begann die jüngste aus unserer Truppe gerade mit ihrer Ausbildung“, berichtet Julie Schachtschneider, die damals mit Nachnamen noch Adams hieß und wegen ihres späteren Mannes Norbert dauerhaft ihre Heimat Wales zurückließ und sich in Dülmen ansiedelte.

Angefangen hatte alles mit einer gemeinsamen Radtour von Coesfeld nach Gescher. Seitdem treffen sich die Freundinnen, die zwischen 58 und 68 Jahre alt sind, alle drei bis vier Monate, um bei der jeweiligen Gastgeberin, die Essen vorbereitet, einen entspannten Abend zum Plaudern und Spaßhaben zu verbringen.

Obwohl die Frauen aus Ahaus, Billerbeck, Coesfeld und Dülmen kommen, sind bei den Treffen eigentlich immer alle dabei; die Anreise erfolgt meist in Fahrgemeinschaften. „Wir legen den Tag für unser nächstes Treffen beim jeweils vorhergehenden Termin fest. Nur in äußersten Notfällen kommt jemand nicht zum Treffen“, erklärt Julie Schachtschneider. 

„Dabei kam es schon einmal vor, dass wir alle den Termin vergessen haben. Da wurde dann telefoniert – und die Hälfte der Truppe kam dann doch noch. Und einmal sogar hatte die Gastgeberin selbst den Termin vergessen. Ihr Gesicht, als sie mit dem Auto nach Hause kam und uns vor der Tür stehen sah, werde ich nie vergessen. Weil ja nichts vorbereitet war, sind wir alle spontan Essen gegangen.“ Dieses Speisen in einer Gaststätte blieb aber ziemlich einzigartig, denn üblicherweise kocht die Gastgeberin selber. Anfangs noch ganze Menüs – seit zwei Jahren jedoch grundsätzlich „alle möglichen, tollen Suppen mit Nachtisch“, so Julie Schachtschneider. Und das alles von Hand: „Einen Thermomix hat keine von uns.“

Einen speziellen Cliquen-Namen hat die Gruppe übrigens nicht. „Wir haben über einen offiziellen Namen schon einmal nachgedacht, aber irgendwie kam nie einer zustande. Untereinander sprechen wir einfach vom ,Thies-Treff’“, so Julie Schachtschneider.

Über die Jahre hinweg unterstützten sich die Frauen gegenseitig. Beispielsweise, als die Freundinnen heirateten oder Mütter wurden. „Es ist toll, dass wir eine Freundschaft haben, die so lange hält. Das ist etwas Besonderes“, so Julie Schachtschneider. „Auf der Fahrt zum Park der Gärten hatten wir auf der Autobahn viele Baustellenabschnitte mit Tempo-40-Beschilderung. Das ist doch ein Zeichen, oder?“, scherzt die Dülmenerin.

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