50 Jahre FBS Coesfeld – ein Ort für Bildung und Begegnung

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Als Leiterin der Familienbildungsstätte Coesfeld gibt Diplom-Sozialpädagogin Ulrike Wißmann auch Kurse.

Coesfeld. 50 Jahre – für manchen Zeitgenossen ist es ein magisches Alter. Zeit für Veränderung. Nicht so für die Familienbildungsstätte (FBS) Coesfeld. Seit fünf Jahrzehnten ist sie, so FBS-Leiterin Ulrike Wißmann, ein Haus der Bildung und Begegnung für Familien in unterschiedlichen Facetten. Sie ist flexibel, so wie die Menschen, die sie besuchen, beständig – ohne dabei den Wandel der Zeit aus den Augen zu verlieren.

Seit 2000 leitet Ulrike Wißmann die FBS Coesfeld. Die heute 58-jährige Altenbergerin hat den Posten von Elisabeth Werning, einer Heilpädagogin, übernommen. „Den Anfang machten Renate Eising und Hedwig Heilenkötter“, erzählt Ulrike Wißmann. Für das 50-jährige Bestehen stöberte sie in den alten Unterlagen. Dabei entdeckte sie auch das erste gedruckte Programm, das im September 1970, ein Jahr nach der Gründung der FBS, erschienen ist. Kein Vergleich zu dem heute 214-seitigen Programm in DIN-A5-Format.

Sage und schreibe auf eine DIN-A4-Seite passten damals die Vorträge und Kurse, die so manche Parallelen zu den heutigen Angeboten zeigen. „Die Themen kehren alle wieder“, sagt sie schmunzelnd und zeigt dabei auf das erste Programm. Statt „Älter werden – gesund bleiben“, heißt es heute „Aktiv in das Alter“ (AidA). Nicht nur die Sport-Angebote, sondern auch die Kochkurse der FBS wecken seit Generationen großes Interesse. Und wer denkt, Kochkurse für Männer seien erst seit ein paar Jahren im Trend, der irrt. „Die FBS hat schon ziemlich schnell Kochkurse für Männer angeboten“, so Ulrike Wißmann. Über die Jahre haben sich sechs Männer-Kochklubs etabliert.

Deutlich nachgelassen haben im Laufe der fünf Jahrzehnte die Kreativkurse. Blumensteckkurse gebe es laut FBS-Leiterin zum Beispiel gar nicht mehr. „Schade ist es, dass die Nähkurse weggebrochen sind“, so Ulrike Wißmann. Die FBS-Leiterin besucht, soweit es die Zeit ihr erlaubt, die Sport- und Kochkurse. Doch sie nutzt nicht nur das Angebot, sondern lädt zu ihren Bibelgeschichten ein. „Ich erzähle frei aus der Bibel“, so Ulrike Wißmann. Dabei ist es ihr wichtig, dass dieses Angebot für Menschen aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen ist. Veranstaltungsort ist die Familienbildungsstätte Coesfeld, Marienring 27.

Das Gebäude ist erst sechs Jahre nach Gründung der FBS dort errichtet worden. Zuvor fanden die Veranstaltungen in verschiedenen Räumlichkeiten statt. Im Jahr 1971 wurden die ersten Pläne für das Haus vorgestellt. Entworfen hat es laut Ulrike Wißmann der Architekt Ostendorf. In dieser Phase entstand der Förderkreis, der Vorgänger des heutigen Fördervereins, wo Norbert Hagemann den Vorsitz hat. „Wir wollen allen Menschen Bildung ermöglichen“, so Ulrike Wißmann. So gebe es zum Beispiel immer mehr ärmere Rentner, die aufgrund ihrer kleinen Rente nicht mehr zu Kursen in die FBS kommen können. Für sie sei es aber wichtig, unter Menschen zu sein und miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit dieser Unterstützung knüpft die FBS an ihre Maxime Bildung und Begegnung für alle an – lebenslanges Lernen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religionszugehörigkeit in Anspruch nehmen zu können.

Auch Neuerungen erlebte die FBS. Im Jahr 2007 schlossen sich die Familienbildungsstätten Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen, Selm, Werne und das Kreisbildungswerk zum Katholischen Bildungsforum im Kreisdekanat Coesfeld e.V. zusammen. Seit 2015 sind Stephanie Krahnenfeld und Boris Sander für die Geschäftsführung der sechs Häuser zuständig. Da bleibt für Ulrike Wißmann und ihr Team mehr Zeit, ein ansprechendes Angebot für die Menschen vor Ort zusammenzustellen und übergreifend Potenziale und Ressourcen zu nutzen.

Im September dieses Jahres findet der Festakt zum Jubiläum der FBS Coesfeld statt.

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