Inzwischen profitieren gut 300 Haushalte im Kreis Coesfeld vom „Stromspar-Check“

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Bei Erika Nitsche nahm der Dülmener Werner Schwucht die Stromspar-Check-Beratung und die Installierung der Energiesparartikel vor.

Kreis Coesfeld. Über 300 Haushalte im Kreis Coesfeld, die über geringes Einkommen verfügen, profitieren bereits von dem Stromspar-Check, den der Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V. in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Felizitas in Lüdinghausen seit 2015 kreisweit anbietet. Denn dank Teilnahme an dem aus Bundesmitteln finanzierten Projekt zahlen die Haushalte jeden Monat weniger für ihren Strom- und Wasserverbrauch – indem sie ganz einfach weniger Strom und Wasser verbrauchen. Und das ganz ohne Komfortverlust. Die Ersparnisse pro Jahr und Haushalt: durchschnittlich 135 Euro.

Insgesamt haben sich im Kreis Coesfeld neun ehrenamtliche Berater rund 100 Stunden lang von der Energie-Agentur NRW schulen lassen und besuchen die Haushalte, die sich bei der Caritas für den Stromspar-Check angemeldet haben.

Auch Werner Schwucht aus Dülmen zählt zu den ehrenamtlichen Beratern. „Ich hatte in den Streiflichtern von dem Stromspar-Check gelesen und dachte mir: ,Da mache ich mit, das ist eine gute Sache’“, erzählt der 62-Jährige bei einem Beratungsbesuch bei Erika Nitsche. Inzwischen hat er in und um Dülmen 60 Haushalte beraten.

Eine statt zwei Leuchtstoffröhren

Die 60-Jährige hat zwar eine mit 38 Quadratmetern überschaubare Wohnung, aber auch hier hat Werner Schwucht Strom- und Wassersparmöglichkeiten ausgemacht. So beispielsweise bei den großen Lampen im Wohnraum und im Schlafbereich, in denen je zwei 58-Watt-Leuchtstoffröhren ihren Dienst taten. „In beiden Lampen hat er je eine der beiden Röhren herausgedreht“, berichtet Erika Nitsche. „Jetzt ist es zwar ein bisschen weniger hell – aber das macht nichts“, sagt die zweifache Mutter und Großmutter.

Neuer Brausekopf in der Dusche

Außerdem hat Werner Schwucht eine Zwischensteckdose mit Kippschalter am Fernsehgerät platziert, mit der Bereitschafts-Stromverbrauch minimiert wird, und in der Dusche hat er einen neuen Brausekopf eingeschraubt. Hierdurch reduziert sich der Wasserverbrauch – und damit sinken die Kosten für die Wassererwärmung sowie für Frisch- und für Abwasser.

In der Küche hat Werner Schwucht ein spezielles Thermometer in den Kühlschrank gelegt. „Damit kann man feststellen, ob der Kühlschrank die Zieltemperatur von 7 Grad Celsius erreicht hat und kann entsprechend die Kühlschrank-Regelung verstellen“, erläutert Werner Schwucht. „Jedes Grad kälter im Kühlschrank kostet zehn bis 15 Prozent mehr Strom, egal, wie alt der Kühlschrank ist.“

Mithilfe des Thermometers des Stromspar-Checks kann die ideale Temperatur im Kühlgerät eingestellt werden.

Bei Erika Nitsche hat das Kühlgerät noch nicht übermäßig viele Jahre auf dem Buckel. „Wenn der Kühlschrank schon älter als zehn Jahre wäre und ein fabrikneues Gerät eine jährliche Ersparnis von 200 Kilowattstunden mit sich bringen würde, hätte Frau Nitsche auch einen 150-Euro-Gutschein für die Neuanschaffung eines A+++-Kühlschranks erhalten“, so Werner Schwucht. Auch im Wohnraum platzierte er ein Thermometer – hier ist 21 Grad Celsius die Zielgröße. Auch ein paar Leuchtmittel – umgangssprachlich „Birnen“ – hat Werner Schwucht ausgetauscht – jetzt leuchten verbrauchsgünstige LEDs bei Erika Nitsche. „Unterm Strich wird die Ersparnis im Jahr hier in der Wohnung voraussichtlich 25 Euro betragen. Es ist ja ein Ein-Personen-Haushalt und eine kleine Wohnung“, sagt Werner Schwucht.

„25 Euro sind 25 Euro. Haben oder nicht haben“

„Aber 25 Euro sind 25 Euro. Haben oder nicht haben“, sagt Erika Nitsche, die rundrum vom Stromspar-Check begeistert ist. „Ich finde es toll, dass Leute so eine Beratung ehrenamtlich machen und dass man als Teilnehmer an der Aktion überhaupt nichts dafür bezahlen muss. Wo gibt es heute so etwas?“

Energiesparmaterial für bis zu 70 Euro kostenlos

In der Tat installieren die Berater zusätzlich zu der Beratung das Material zum Energiesparen komplett gratis: LED-„Birnen“ für E14- und E27- oder auch GU10-Fassungen, wassersparende Duschköpfe und Perlatoren an den Wasserhähnen, Zeitschaltuhren und bei Bedarf einiges mehr – bis zu einem Materialgesamtwert von 70 Euro. „Das kann eine ganze Menge sein, denn es wird im großen Maßstab für den Stromspar-Check in ganz Deutschland kostengünstig eingekauft“, so Werner Schwucht.

Erika Nitsche jedenfalls macht voller Überzeugung in ihrem Familien- und Bekanntenkreis Werbung für den Stromspar-Check, indem sie unter anderem Info-Faltblätter verteilt. „Ich kann eine Teilnahme nur empfehlen. Man zahlt nichts und spart nach der Beratung jedes Jahr richtig Geld.“

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