Caritasverband für den Kreis bietet ab dem 28. November eine Schulung in Nottuln an

Integrationslotse für Flüchtlinge

Johannes Böcker (Vorstand des Caritasverbandes, von links), Elke Schütte (Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes) und Heinrich-Georg Krumme (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse) stellen das Projekt „Integrationslotsen“ vor.

Kreis Coesfeld. Flüchtlingen den Einstieg in ihre neue Umwelt und den fremden Alltag erleichtern, das ist Ziel der „Integrationslotsen“.

Das Projekt des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld, mit finanzieller Unterstützung der Sparkassenstiftung, setzt bei den Helfern an. Wer Flüchtlingen seine Hilfe anbieten möchte, kann sich ab dem 28. November zum Integrationslotsen schulen lassen.

Syrien, Eritrea, Ghana, Serbien, Mazedonien – die Flüchtlinge haben einen langen Weg hinter sich, berichtet Elke Schütte vom Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes. Die Integrationslotsen sind ein Angebot dieses Dienstes, daher kennt sich Schütte mit den Problemen der Flüchtlinge aus: „Wenn sie hier ankommen, sind sie oft traumatisiert“, sagt sie. Viele sind zu Fuß vor Krieg und Verfolgung in ihrem Heimatland geflüchtet. Sie sind es, die Erfahrungen von Schlepperbanden, lebensgefährlichen Fahrten über das Meer in überfüllten Booten oder Flüchtlingslagern in sich tragen. Teilen können sie diese Erlebnisse aber nicht – oft sind sie allein oder wichtige Familienmitglieder fehlen und die deutsche Sprache beherrschen sie nicht. „Dabei ist die Sprache der Dreh- und Angelpunkt, um sich zu Recht finden zu können, doch die fehlt ihnen“, sagt Schütte. Und einen Sprachkurs dürfen Flüchtlinge erst besuchen, wenn die Entscheidung zur Duldung gefällt wurde. „Das Gesetz sagt, dass das nach spätestens drei Monaten erfolgen muss, doch in der Praxis kann das viel länger dauern.“

Durch die Integrationslotsen soll den Flüchtlingen geholfen werden, diese Barrieren zu überwinden und den Einstieg in ihr neues Leben zu meistern. „Da geht es um Unterstützung in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel einkaufen gehen, Behördengänge erledigen oder Betreuung und Nachhilfe für die Kinder“, erklärt Schütte. Diese Aufgabe als ehrenamtlicher Helfer gut bewältigen zu können, ist Ziel des Kurses Integrationslotse.

„Als Caritas gehen wir damit unserem Auftrag als Solidaritätsstifter nach – wir wollen Menschen in ihrer Motivation zu freiwilligem Engagement unterstützen, indem wir ihnen das nötige ,Handwerkszeug’ dazu mit auf den Weg geben“, sagt Johannes Böcker, Vorstand des Caritasverbandes. Er berichtet, dass das Projekt bereits 2011 und 2012 durchgeführt wurde, damals durch das Land finanziert. Doch für einen weiteren Kurs fehlte die Anschlussfinanzierung und es galt Partner für das Projekt zu finden. Einen wichtigen Unterstützer hat der Caritasverband in der Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld gefunden. Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse: „Die Sparkassenstiftung und der Caritasverband verfolgen das gleiche Ziel: Das Zusammenleben der Menschen zu verbessern. In diesem Sinne sind die Integrationslotsen ein Leuchtturmprojekt.“

Kursbeginn ist am 28. November in Nottuln. „Es darf sich jeder angesprochen fühlen, der den Wunsch verspürt, sich in der Flüchtlingshilfe engagieren zu wollen – egal in welcher Form“, sagt Elke Schütte. Denn die Möglichkeiten sind vielfältig und in ihrem zeitlichen Rahmen frei zu gestalten. Infos und Anmeldung bei Elke Schütte, Tel. (0151) 19511488, oder Vinzenz Mersmann, Fachdienst Gemeindecaritas, Tel. (02594) 9504245.

SL-Ausgabe vom 19.11.2014

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare