Top-Vortrag von Rhetoriktrainer Rolf H. Ruhleder am 5. Juli in Coesfeld

„Ich schlüpfe auch in die Rolle eines Clowns“

Am 5. Juli schließt Rhetoriktrainer Rolf H. Ruhleder die Vortragsreihe. Die Zuschauer dürfen sich auf einen Abend gefasst machen, der im Gedächtnis bleibt.

Coesfeld. „Jenseits vom Mittelmaß“ – unter diesem Motto haben schon drei namhafte Redner die Vortragsreihe der Streiflichter und Unternehmen Erfolg bereichert.

Am Dienstag, 5. Juli, ab 19.30 Uhr beschließt Rhetoriktrainer Rolf H. Ruhleder die Reihe. Die Zuschauer dürfen sich im Konzert Theater Coesfeld auf einen Abend gefasst machen, der im Gedächtnis bleibt, versichert der Trainer im Interview mit Streiflichter-Mitarbeiter Thilo Kötters.

Streiflichter: Herr Ruhleder, Sie gelten als „härtester Trainer Deutschlands“...

Rolf H. Ruhleder: Das hat vor ein paar Jahren einmal die Wirtschaftswoche geschrieben. Und das kommt gut an! Ich schlüpfe in meinen Seminaren aber auch in die Rolle eines Clowns. Denn es war schon im Mittelalter so, dass nur die Harlekine die Wahrheit sagen durften… Deshalb bin ich auch schon als lustigster Trainer Deutschlands bezeichnet worden. Und das werde ich auch in Coesfeld beweisen. Ich tanze durch die Reihen wie Joachim Kulenkampff oder Thomas Gottschalk. Wenn es zu ernst wird, gehe ich sofort nach Hause (lacht).

Streiflichter: Warum ist es so wichtig, gut reden zu können?

Rolf H. Ruhleder: In der Arbeitswelt zählt nur zu 49 Prozent das Fachwissen, mindestens zu 51 Prozent aber das Äußerliche. Bei Führungskräften, die ich schule, kommt es sogar zu 80 bis 90 Prozent auf das Äußere an. Was muss der Vorstandsvorsitzende einer Bank schon noch über Soll und Haben wissen?

Streiflichter: Wo ist beim Reden die Grenze zwischen Überzeugungskraft und Manipulation?

Rolf H. Ruhleder: Nehmen wir an, Sie bringen mich dazu, eine Stunde früher nach Coesfeld zu kommen für ein Interview – weil Sie davon überzeugt sind, dass ich Ihnen einen Mehrwert bieten kann. Und ich stelle hinterher fest: Das war für mich angenehm. Dann ist es doch egal, mit welcher Methode Sie mich überzeugt haben. Da passt dann der Satz: „Der Zweck heiligt die Mittel“. Leider hat man das nicht selbst in der Hand. Über den Unterschied zwischen Motivation und Manipulation entscheidet am Ende Ihr Gegenüber.

Streiflichter: Haben Sie ein paar konkrete Beispiele, was man in Gesprächssituationen, zum Beispiel im Bewerbungsgespräch, unbedingt vermeiden sollte?

Rolf H. Ruhleder: Zum Beispiel die Minuswörter. „Aber“ ist das meistgebrauchte davon. Außerdem gilt es, zu vermeiden, dass beim Gegenüber eine negative Stimmung aufkommt. Statt einer Aussage wie: „Da haben Sie mich falsch verstanden“ wäre es besser zu sagen „Da habe ich mich falsch ausgedrückt.“ Noch ein Beispiel: Das Kopfschütteln zeigt ebenfalls Ablehnung. Im Gespräch ist es besser, leicht zu nicken. Das zeigt dem Gesprächspartner: „Ich folge dir“ und ist angebracht, selbst wenn ich die Ideen des Gegenübers im Grunde für falsch halte.

Streiflichter: Bei öffentlichen Vorträgen wie jetzt in Coesfeld ist Ihr Publikum viel uneinheitlicher als zum Beispiel bei Seminaren in Unternehmen. Wie gehen Sie damit um?

Rolf H. Ruhleder: Das ist meistens lustiger, als wenn ich nur Vertreter einer Branche vor mir habe. Öffentliche Seminare haben eine ganz besondere Zielgruppe, die Gäste haben viel Geld dafür bezahlt. Deshalb darf ich den Leuten da nicht ganz so direkt den Spiegel vorhalten. Aber die Leute möchten ein Erfolgserlebnis haben, wenn der Abend vorbei ist.

Streiflichter: Was heißt das ganz konkret für den Abend in Coesfeld?

Rolf H. Ruhleder: Ich wünsche mir ein lustiges und fröhliches Seminar. Und ich möchte auch persönlich etwas mitnehmen. Wissen Sie, ich halte dieses Jahr 82 Seminare zwischen Helsinki und Monaco. Wenn ich jedes Mal nur eine Sache dazulerne, kann ich mich 82 mal verbessern. Und auch die Teilnehmer können etwas mitnehmen. Ich bin der einzige Trainer, der während des Seminars Material ausgibt. Und am Ende sammle ich Visitenkarten ein – so kann ich die Teilnehmer mit Material versorgen.

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