Ist das Kulturquartier vermarktet, geht die Stadt Coesfeld an neue Baugebiete

Hengtesportplatz im Visier

Der Kugelschreiber deutet auf das aktuelle Baugebiet „Kulturquartier“, der Zeigefinger weist einen möglichen Weg für die Zukunft: Der Hengteplatz könnte in den nächsten Jahren für Wohnbebauung erschlossen werden.

Coesfeld. Priorität hat erst einmal das Bebauungsgebiet „Kulturquartier“, für das knapp 20 Grundstücke noch zu haben sind (siehe Artikel unten auf dieser Seite).

Das machten Ludger Schmitz, Fachbereichsleiter Planung, Bauordnung, Verkehr, und Burckhardt Erdelkamp, zuständig für Kommunales Grundstücksmanagement bei der Stadt Coesfeld, gestern Nachmittag im Gespräch mit den Streiflichtern deutlich. Nichtsdestotrotz gebe es in der Verwaltung bereits Planspiele für den Moment, in dem das Kulturquartier weitgehend vermarktet sein wird. Ganz oben auf der Liste für eine mögliche Umwandlung in ein Wohnbaugebiet: der Hengtesportplatz nördlich der Innenstadt. Ein Gebiet, das Pro Coesfeld in der Politik schon vor der Erschließung des Kulturquartiers ins Spiel gebracht hatte.

Ascheplatz „auf Dauer

auf dem Prüfstein“

„Auf Dauer, vielleicht in drei, vier Jahren, steht der jetzige Ascheplatz sicher auf dem Prüfstein“, sagt Schmitz. „Das ist eine unserer Potenzialflächen, über die wir nachdenken. Vor allem dann, wenn der Platz nicht zu hundert genutzt wird, wie ein Sportplatz eigentlich genutzt werden sollte – oder wenn Umkleiden ohnehin sanierungsbedürftig wären, was die Stadt Geld kosten würde.“ Die Nähe zur Innenstadt, zum neuen Zug-Haltepunkt und zu Bildungseinrichtungen (unter anderem Heriburg, Schulzentrum, Montessorischule) sei eine ideale Voraussetzung, dieses Gebiet vermarkten zu können. „Es ist eine super Lage“, so Schmitz. Das Gebiet berge Potenzial für 30 bis 40 Grundstücke.

Wesentlich schmaler könnte die Bebauung auf dem Gelände der Brinker Schule ausfallen, das nachgenutzt werden soll. Für die Schule gebe es einen potenziellen Käufer, zudem könnten dort gut eine Handvoll (größere) Grundstücke zur Wohnbebauung veräußert werden.

Für das Gelände in der Daruper Straße, auf dem aktuell die früheren Räumlichkeiten des Autohauses Knubel leerstehen, sei ebenfalls ein Baugebiet denkbar. „Allerdings müsste sich dafür ein Investor finden“, sagt Schmitz. Wohnbebauung werde dort aber favorisiert. Bereits im Regionalplan der Bezirksregierung für mögliche Bebauung ausgewiesen ist eine Erweiterung des Bereichs Baakenesch/Lindenallee. Ein großer Nachteil, so Schmitz, sei dort allerdings die notwendige Erschließung landschaftlichen Raumes.

Brachen und freie Flächen

haben erst mal Priorität

Schließlich hätten in den Planungen der Verwaltung solche Gebiete Priorität, in denen sich etwa eine Industriebrache befinde oder eine Fläche nicht genutzt werde. Generell, so Schmitz, sei die Stadt gut damit gefahren, „nicht in Mengen Baugebiete auf den Markt geworfen zu haben, sondern dann, wenn es wirklich an der Stelle Nachfrage gibt.“

So werde auch die Altbausubstanz in Coesfeld in Wert gehalten. Zudem: Wenn ein Baugebiet erst über Jahre abgeschlossen werden kann, bedeute dies stets auch „Baustellenärger“ für langjährige Anwohner. „Auch das wollen wir möglichst berücksichtigen.“

Nachdem im Vorjahr das letzte von 350 Grundstücken im Baugebiet Nordwest (Erschließung 1998) veräußert worden sei, sei nun erst mal das Kulturquartier in Angriff genommen worden.

Immer ein Thema sei in Coesfeld auch die Nachverdichtung, die Bebauung privater Grundstücke in zweiter Reihe. „Etwa 10 bis 20 Grundstücke werden im Jahr geteilt und anschließend zur Wohnbebauung genutzt“, erklärt Burckhardt Erdelkamp.

Noch Zukunftsmusik sei ein neues Baugebiet in Lette. Dort sei daran gedacht, in einigen Jahren die Bebauung in westliche Richtung zu erweitern, so Schmitz.

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