August I. (Hülsmann) über die besonderen Momente als Die-La-Hei-Prinz

„Du hast dieses Leuchten“

August Hülsmann genoss den Büttabend im vergangenen Jahr als Die-La-Hei-Prinz 2012 sichtlich und in vollen Zügen. Der Unterstützung seiner Familie konnte er sich sicher sein. Mit im Bild: Ehefrau Annette und Sohn Marcel (22). Dessen jüngerer Bruder Florenz musste den Büttabend aber kurz nach der Proklamation wegen Zahnschmerzen leider schon wieder verlassen.

Coesfeld. „Wenn man sowas tut, wenn man ein Ehrenamt annimmt, mit dem man mindestens vier Wochen lang ganz vorne in der ersten Schusslinie steht, dann muss man es auch von Grund auf mit Freude tun!

“ Für August Hülsmann ist dieser Satz so etwas wie sein Leitmotiv für die Zeit als Prinz 2012 der KG Die-La-Hei. Es ist gleichzeitig der einzige Rat, dem er seinem Nachfolger mit auf den Weg geben möchte.

An diesem Samstag beim Büttabend in der Bürgerhalle erfolgt die Stabübergabe an „Mr. X“ – schließlich ist die Frage, wer der neue Prinz Karneval in Coesfeld wird, vielleicht das bestgehütete Geheimnis in der Kreisstadt. Vor dem Büttabend 2013 lässt Prinz August I. einige Höhepunkte „seiner Session“ nochmal Revue passieren, spricht von einzigartigen Momenten und lässt auch durchblicken, dass er dem Die-La-Hei-Vorstand bei dessen Werben um ihn im Vorjahr zunächst eine Abfuhr erteilt hatte! August Hülsmann (57) über …

… den Moment, als er vom Vorstand auf das Prinzenamt angesprochen wurde: „Meine erste Reaktion war nein! Dass ich das einmal machen möchte, war klar. Aber ich war da zu dem Zeitpunkt gar nicht drauf vorbereitet. Das muss so Anfang November gewesen sein, als mich Georg Hüwe offiziell gefragt hat. Als wir dann vom Elferrat einen Film für den Büttabend gedreht haben und die Vorfreude auf die Veranstaltung immer größer wurde, ließ Ingo Domeier nicht locker. Hintenrum hatte der Vorstand bereits von meiner Frau „grünes Licht“ bekommen. Dann ging alles ganz schnell und kam wie eine Flutwelle über mich. Es war eine sehr schöne Flutwelle. Dass Wichtigste für mich war, dass ich mir der Unterstützung meiner Frau sicher sein konnte. Daher konnte ich dann alles in Ruhe angehen. Die erste Vorbereitungssitzung war an Nikolaus 2011.“

… die Geheimniskrämerei im Vorfeld – als „stadtbekannter bunter Hund“ (Facharzt für Allgemeinmedizin, Städtischer Musikverein, Golfclub): „Mir fiel es überhaupt nicht schwer, dicht zu halten. Einige Familienmitglieder, die man unbedingt am Abend dabei haben möchte, müssen natürlich informiert werden. Es ist aber nichts nach außen gedrungen. Am Büttabend selbst war ich dann ja zunächst auf der Bühne. Ich habe mir noch ein Bierchen im Stehen gegönnt und mich dann aus der Halle geschlichen.“

… etwaige Prophezeiungen im Bekanntenkreis im Vorfeld: „Eigentlich hat mich keiner direkt drauf angesprochen. Obwohl ich im Jahr zuvor auch schon mit auf der Agenda stand. Ich habe mir auch nichts anmerken lassen. Direkt vor dem Büttabend aber gab es eine Situation. Da habe ich Professor Walter getroffen. Er sah mich an und sagte: Du siehst so aus, als ob du heute Prinz wirst. Du hast dieses Leuchten in den Augen!“

… den Moment beim Einmarschieren in den Saal: „Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte den Kopf total ausgeschaltet. Als ich nachher den Film sah, konnte ich mich an viele Details überhaupt nicht erinnern. In dem Moment ist es ein richtiges Rauschen, ein fantastisches Gefühl!“

… besondere Momente: „Da gab es natürlich viele. Schließlich hat man, alle kleinen mit eingerechnet, etwa 30 Veranstaltungen zu absolvieren. Was mich aber besonders beeindruckt hat, war zum Beispiel, dass ich vom Ehepaar Medding einen Familienorden mit Foto geschenkt bekam. Den haben dann alle Familienmitglieder auch bekommen. Und dass meine Nachbarn unser Haus in der Session in eine Skihütte verwandelt haben (Unser Motto war ja „Ski-La-Hei“), war auch eine tolle Sache. Für mich persönlich etwas ganz Besonderes war das karnevalistische Hochamt am Tag des Kinderkarnevals, das Pfarrer Plugge zelebriert hat. Es war erst das zweite Mal, das es so etwas in der Gemeinde gab. Ganz generell habe ich es auch so erlebt, dass die Vorbereitungen im Vorfeld besonders viel Freude machen. Da ist ja für einen Prinzen viel zu tun. Das Einkleiden steht natürlich an – oder das Texten der Prinzenrede.“

… die Vielzahl der Termine: „Natürlich gibt es eine Vielzahl an Terminen, aber auch eine Vielfalt! Es war eine schöne Zeit, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Und dass wir als Die-La-Hei Kontakt haben zu ganz unterschiedlichen Gruppen, von Schulen über Stammtische bis hin zu den Senioren, das zeigt, dass der Karneval in Coesfeld in die Gesellschaft integriert ist. Das finde ich außerordentlich wichtig.“

… den bevorstehenden Büttabend und seinen Nachfolger: „Ich bin ganz gespannt, wer der neue Prinz wird. Ich freue mich wirklich auf den nächsten und ich wünsche ihm von Herzen eine so schöne Session wie ich sie gehabt habe!“

Streiflichter-Ausgabe vom 16.1.2013

Von Raphael Haag

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