Ab Freitag Jubiläumsausstellung anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Malschule im Kunstverein Münsterland

„So haben wir uns das ja gewünscht“

Zehn Jahre Malschule: Im Kunstverein Münsterland ist ab Freitag eine Jubiläumsausstellung zu sehen. Übrigens: Welche Idee hinter den verzierten Klopapierrollen, die einige der Malschüler (ganz vorne: Frieder Bodem) zeigen, steckt, wird erst am Freitag zur Eröffnung um 17 Uhr verraten …

Coesfeld. Er ist doch ein paar Jährchen jünger als die übrigen Mitstreiter in seiner Gruppe – und dort der einzige Junge noch dazu.

„Es gefällt mir sehr gut, alle sind nett, es macht Spaß hier“, sagt Frieder Bodem mit sichtlicher Freude bei der Arbeit – und setzt gleich wieder den Pinsel an. Der 10-Jährige besucht regelmäßig einmal die Woche die Malschule des Kunstvereins Münsterland. Überaus früh habe er die Leidenschaft für das Zeichnen entdeckt. „So mit drei“, glaubt Frieder, habe ihn der Mal-Virus so richtig gepackt. Was er später mal werden will? Frieder zögert nicht lange. „Architekt!“ Wie der Papa. „Oder Rennfahrer“, fügt er nach kurzer Pause schmunzelnd an. „Oder Künstler.“

Kleine Künstler sind sie alle, die jeweils weit über 100 Kinder und Jugendlichen, die im Jahr 2011 die Samstagsworkshops und die wöchentlichen Kurse unter dem Dach der Malschule des Kunstvereins besuchten. „Jeder wird hier nach seinen Fähigkeiten individuell gefördert“, sagt Jutta Meyer zu Riemsloh, die Geschäftsführerin des Kunstvereins Münsterland. Und so wird ein Ausnahmetalent wie Frieder hier schon mal in einer Gruppe von 14- bis 18-Jährigen integriert …

Was Frieder Bodem mit der Malschule außer der Kunst noch verbindet: Beide erblickten vor zehn Jahren das Licht der Welt. Denn die Malschule feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Und aus diesem Anlass wird am Freitag, 27. Januar, um 17 Uhr eine Jubiläumsausstellung im Atelier des Kunstvereins Münsterland am Jakobiwall 1 eröffnet, die dann bis zum 26. Februar zu den Öffnungszeiten zu sehen sein wird.

Das Ausstellungskonzept selbst, dass also Malschüler zum Jahresbeginn ihre jeweils im Vorjahr entstandenen Werke der Öffentlichkeit präsentieren, ist nicht neu, sondern seit einigen Jahren eine schöne Tradition im Kunstverein. Wohl aber „neu“ ist die immens große Anzahl der Bilder und auch Skulpturen, die gezeigt werden. Jutta Meyer zu Riemsloh beginnt durchzuzählen, blickt auf die Wände, an denen einige Bilder schon aufgehängt sind. „Rund 200 Arbeiten werden es diesmal wohl sein“, vermutet sie, vorsichtig geschätzt. „So viele Bilder haben wir noch nie gezeigt.“

Wieder ein Rekord also! Wie in jedem der vergangenen Jahre! Es zeigt einmal mehr: Die Entwicklung, die die Malschule seit ihrem Start mit einem kleinen Workshop bei Hiltrud Möller-Eberth im Februar 2002 (damals in Räumen des Nepo) bis heute genommen hat, ist beachtlich. „2002 sind wir mit acht Workshops gestartet, teilweise sogar noch in meinem privaten Atlier, weil wir die Räume im Kunstverein so nicht hatten. Heute platzen wir aus allen Nähten, obwohl wir seit 2005 im Kunstverein sind und den Kreativraum vor zwei Jahren erweitert haben“, sagt Meyer zu Riemsloh. Und das sei durchaus positiv gemeint. Denn als es 2002 ein erstes Angebot für Kinder und Jugendliche im Bereich der Bildenden Kunst gab, war ja nicht absehbar, wie groß das Interesse sein würde. Mittlerweile ist längst klar: Die Malschule boomt, Kunst ist in in Coesfeld und Umgebung! „So haben wir uns das ja gewünscht“, zieht Meyer zu Riemsloh ein überaus positives Fazit.

Die Intention, die von Anfang an dahintersteckt(e), erklärt sie so: „Wir wollten es ermöglichen, dass Kinder früh mit zeitgenössischer Kunst in Berührung kommen. Behutsam und kindgerecht wird ihnen ein Freiraum gegeben, das, was sie sehen und erleben, wenn sie durch die aktuellen Ausstellungen gehen, kreativ und sinnlich umzusetzen. Damit können Schwellenängste abgebaut und die Grundlagen zum offenen Umgang mit Positionen der Moderne gelegt werden. Dies ist möglich in Form einer längerfristigen, kontinuierlichen Arbeit und Auseinandersetzung mit den Kindern.“

Zahlreiche Kurse und Samstagsworkshops werden mittlerweile dafür angeboten, übrigens auch solche für Erwachsene. Mappenkurse, Projekte und AG‘s an Schulen runden die Arbeit ab. Welch unterschiedliche Werke dabei im Jahr 2011 entstanden sind, kann ab Freitag bewundert werden.

Auch Frieder Bodem freut sich darauf. Etwa zehn Werke der Ausstellung stammen aus seiner Feder.

Ausstellungseröffnung: Freitag, 27. Januar, 17 Uhr – mit „magischen Zaubereien“ des Coesfelder Zauberers Michael Sondermeyer.

Öffnungszeiten: bis zum 26. Februar dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare