Ganze Reihe an Straftaten in Coesfeld: brennende Mülltonnen, zerstochene Reifen

Großbrand: 123rad Walfort liegt in Schutt und Asche

Das ganze Ausmaß der Zerstörung war am gestrigen Morgen zu erkennen: Das Fahrradgeschäft 123rad Walfort ist komplett abgebrannt.

Coesfeld. In der Nacht von Montag auf Dienstag waren Polizei und Feuerwehr in Coesfeld im Dauereinsatz: Zunächst meldeten mehrere Coesfelder Bürger gegen 22 Uhr einen Großbrand im Fahrradgeschäft 123rad Walfort sowie dem angrenzenden Wohnhaus in der Grimpingstraße.

Das Ladenlokal brannte komplett nieder, das Wohnhaus wurde durch die Flammen stark beschädigt. Verletzte gab es keine. „Aber es sind erhebliche Sachschäden entstanden“, sagte Martin Pollmann, Pressesprecher der Polizei, am gestrigen Dienstag. Zu dem Zeitpunkt war eine Begehung des Gebäudes noch nicht möglich. Die Brandursache konnte folglich bis dato nicht geklärt werden. Brandstiftung sei nicht auszuschließen, so Martin Pollmann.

Drei Löschzüge der Feuerwehr Coesfeld und eine zweite Drehleiter aus Dülmen wurden zur Einsatzstelle gerufen. Zu Spitzenzeiten waren rund 80 Einsatzkräfte vor Ort.

Und der Großbrand in der Grimpingstraße war nicht das einzige ungewöhnliche Ereignis Montagnacht: Deshalb wird nun überprüft, ob es einen Zusammenhang mit dem Brand und weiteren Straftaten gibt: So wurden noch während der Löscharbeiten bei 123rad Walfort und dem Wohnhaus in der Grimpingstraße in der Meinertstraße sowie am Jakobiring mehrere Mülltonnen in Brand gesetzt. Die Gaststätte Cup & Cino hat es am schwersten getroffen: Die Fassade ist beschädigt, eine Fensterscheibe zersprungen und zwei Stühle sind verschmorrt. „Vermutlich haben die Täter versucht, den brennenden Container in die Scheibe zu schieben“, berichtet Geschäftsführerin Kristin Ritter. „Zum Glück ist dabei nur die äußere Scheibe kaputt gegangen und die innere heil geblieben.“ Normalerweise hat die Gaststätte zur Tatzeit, die auf 24 Uhr vermutet wird, noch geöffnet: „Ausgerechtnet am Montag haben wir früher geschlossen und deshalb nichts mitbekommen“, bedauert Kristin Ritter. Erst der ausgelöste Alarm rief den im Nebenhaus wohnenden Inhaber von Cup & Cino herbei – doch von den Tätern fehlte schon jede Spur.

Vielleicht, so die Vermutungen der Ermittlungskommission, weil die Brandstifter schon dabei waren, die Reifen von acht in der Pfauengasse geparkten Autos zu zerstechen. Ebenfalls merkwürdig ist, dass sich zeitgleich ein Mann an der Justizvollzugsanstalt in der Borkener Straße an dem Auto eines Mitarbeiters zu schaffen machte. Aber auch ihm gelang die Flucht, als ihn Beamte der Anstalt entdeckten.

„Insgesamt ist in der Nacht ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro entstanden“, so Martin Pollmann. Ob es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten gibt, versucht die Ermittlungskommission jetzt herauszufinden.

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