Früher im Bus nach Budapest: Reisedienst Buckting hat 70-jähriges Jubiläum

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Geschäftsführer Claus Buckting (rechts) zeigt ein altes Foto seines Vaters Klaus Buckting, der den Reisedienst vor ihm führte. Buckting senior steht vor einem Bus der Firma Kässbohrer.

Coesfeld. Er war in London. Er sah schon die französische Loire und mit Plerguer Lettes Partnerdorf. Claus Buckting spricht vom neuen Vier-Sterne-Reisebus seines Unternehmens. „Eine Anschaffung und ein Geschenk an uns selbst im Jubiläumsjahr“, freut sich der Geschäftsführer von Buckting-Reisen. Denn: Der Coesfelder Omnibus-Reisedienst mit Sitz in der Borkener Straße feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen.

Zurückblicken kann Claus Buckting auf eine Firmengeschichte, die eng mit der eigenen Familie verknüpft ist.

Alles begann 1948. Und alles begann mit dem Namen Bücking: „Für die ehemalige Coesfelder Stuhlfabrik, die an der heutigen Dülmener Straße ansässig war, hat mein Opa gearbeitet“, erklärt Claus Buckting. Bernhard Buckting hieß der Großvater, der sein Geld mit LKW-Fahrten für den Möbelhersteller verdiente. Eben dieser Bernhard Buckting strebte 1948 danach, ein eigenes Geschäft zu gründen. So kaufte er sich von seinem Gehalt einen Steyr-Omnibus und eröffnete ein Busunternehmen. „Damals noch auf dem Gelände, auf dem sich heute das Pictorius-Berufskolleg befindet“, so Claus Buckting.

Die ersten Fahrten? Die führten oft nach Ahaus oder Bocholt. „Viele Schichtarbeiter, die in den Textilfabriken in beiden Städten arbeiteten, mussten früh morgens und spät abends nach Hause gebracht werden“, weiß Claus Buckting. Der 50-Jährige stieg im Jahr 1989 selbst in den Familienbetrieb ein. Er übernahm das Geschäft von seinem Vater Klaus Buckting. „Zuvor hatte ich bei Auto Sibbing in Gescher eine Lehre zum Bürokaufmann gemacht“, so der Coesfelder.

Der neue Vier-Sterne-Reisebus.

Mit 21 setze sich Buckting Junior dann erstmals selbst ans Steuer eines Busses: „Ich erinnere mich noch gut an eine Fahrt nach Budapest“, sagt er grinsend. „Weil ich noch aussah wie ein Kind, wollten viele Leute erst nicht zu mir ins Fahrzeug steigen.“ Mit der Hilfe eines mitfahrenden Kollegen ließen sich die Reisenden dann doch von der Fahrt mit dem jungen Claus Buckting überzeugen.

Heute, fast 30 Jahre später, sieht sich der Geschäftsmann mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert: „Wie in so vielen handwerklichen Betrieben, fehlen auch bei uns die Fachkräfte“, sagt er. Dennoch: Der Coesfelder Reisedienst zählt 35 Mitarbeiter und einen Fuhrpark mit 27 Bussen. „Täglich fahren wir im Schulbetrieb, zum Beispiel die Tour mit der Nummer 677 durch Harle“, sagt Claus Buckting. Außerdem touren Busse und Fahrer für den Regionalverkehr Münsterland über die Strecke zwischen Münster und Nottuln und begeben sich auf Klassen- oder Vereinsfahrten. „Seit sieben Jahren sind wir zudem Teil der Streiflichter-Tagesfahrten“, so Buckting.

Aber zurück in die entfernte Vergangenheit: „In den 1960er Jahren, als mein Vater das Unternehmen führte, wurden oft die portugiesischen Gastarbeiter zurück in ihre Heimat gebracht. Die arbeiteten in den Fabriken im Münsterland.“ Dann ging es für die Busunternehmer oft in langen Fahrten über damals noch nicht ausgebaute Straßen.

Der erste Bus des Unternehmens im Jahr 1948.

Heute wäre das nicht mehr möglich. Die Sicherheitsstandards sind gestiegen: „Alle drei Monate werden die Busse in einer Zwischenuntersuchung kontrolliert“, erläutert Claus Buckting. Auf dem Firmengelände in der Borkener Straße hat er eine eigene Werkstatt. Mit Robin Buckting, Jan Ening und Claus Raber sorgen gleich mehrer Mitarbeiter für die technische Unversehrtheit der Gefährte. 

Das 70-jährige Jubiläum seines Betriebes möchte Claus Buckting übrigens nicht groß feiern. Auf den Unternehmensgeburtstag aufmerksam machen allerdings „Jubiläums-Aufkleber“ auf fast allen Buckting-Bussen.  

Mit den Streiflichter-Tagesfahrten kreuz und quer durch die Bundesrepublik

Kreis Coesfeld. Eine Reise nach Amsterdam. Eine Fahrt in den ZDF-Fernsehgarten. Oder eine Tour zur Krombacher-Brauerei nach Kreuztal. Die Streiflichter-Tagesfahrten führen auch 2019 kreuz und quer durch die Bundesrepublik und über deren Grenzen hinaus. Seit sieben Jahren kooperieren die Streiflichter mit Buckting-Reisen, um Leser an die unterschiedlichsten Ziele zu führen. „Gestartet sind wir mit fünf bis sechs Fahrten pro Jahr“, erinnert sich Claus Buckting. Mittlerweile stoppen die Buckting-Reisebusse in Kooperation mit den Streiflichtern über 60 Mal jährlich in Coesfeld, Lette und Dülmen.

„2018 hatten wir bisher eine super Beteiligung bei fast allen Touren“, zeigt sich Buckting zufrieden. Anmeldungen für die Fahrten im kommenden Jahr sind ab sofort möglich. „Party-Time“ heißt es dann zum Beispiel in Willingen. Die erste Tour in die hessische Gemeinde erfolgt am 16. Februar. Am 22. Juni geht es außerdem zum „Viva Willingen“ – einem Open-Air-Festival. „Willingen gehörte zu den ersten Reisezielen, die wir mit in unser Programm aufgenommen haben“, erklärt Claus Buckting. Auch Norderney und Borkum waren früh Bestandteil des Angebots. Neu ist 2019 die Tour ins niederländische Egmond aan Zee am 9. August sowie die Fahrt ins Orchideendorf Luttelgeest und ins Fischerdorf Urk am 10. September.

Die erste Streiflichter-Tagesfahrt im kommenden Jahr führt nach Köln. Teilnehmer verfolgen am Samstag, 12. Januar, das Eishockey-Spiel der Düsseldorf EG gegen die Kölner Haie live im Stadion. Ebenfalls Anfang des Jahres geht es am 26. Januar nach Winterberg. Im Wintersportort erleben alle Mitfahrer einen Aktiv-Trip.

Anmeldungen zu allen Tagesfahrten sind in den Geschäftsstellen der Streiflichter in Coesfeld (Kupferstraße 20) und in Dülmen (Königswall 6) möglich. Das gilt ebenfalls für die noch in diesem Jahr anstehenden Weihnachtsmarkt-Touren.

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