Pia Kleinhölting und Alexandra Leopold nahmen an dreiwöchigem Kolping-Workcamp teil

Freiwillige am Kap der guten Hoffnung

Die Freizeit während ihres Freiwilligendienstes in Südafrika nutzten Alexandra Leopold (links) und Pia Kleinhölting zu einem Ausflug zum Kap der guten Hoffnung, den südwestlichsten Punkt Afrikas.

Coesfeld/Billerbeck. Ein Kinderkrankenhaus 500 Meter entfernt vom Township Gugletu inmitten von Kapstadt (Südafrika) – das war für uns, Pia Kleinhölting aus Coesfeld und Alexandra Leopold aus Billerbeck, für drei Wochen ein neues Zuhause.

Da wir an einem Workcamp der Kolpinggruppe teilnahmen, leisteten wir dort Freiwilligenarbeit und kümmerten uns vor Ort um die Patienten, indem wir mit ihnen spielten und ihnen beim Essen halfen.

Unser Entschluss für ein Freiwilligencamp stand schon seit mehreren Jahren fest. Da Pia gerade ihre Ausbildung als Zahnarzthelferin beendet hatte und Alexandra zu den frisch gebackenen Abiturienten des Heriburg-Gymnasiums gehörte, wollten wir beide etwas Abwechslung – und dabei eine andere Kultur kennenlernen. Statt eines normalen Urlaubs inmitten von Touristen und Hotelangestellten suchten wir nach einer Möglichkeit, das Land außerhalb der Touristenpfade und Menschen mit all ihren Problemen und Motivationen kennen zu lernen.

HIV und auch Krebs

hautnah miterlebt

Bei der Suche im Internet sind wir schließlich auf die Hompage www.workcamps-kolping.de gestoßen, wo jährlich verschiedene Freiwilligencamps auch für Nicht-Kolping-Mitglieder angeboten werden, in denen Jugendliche an sozialen oder ökologischen Projekten für zwei bis vier Wochen in Afrika, Asien, Südamerika oder Europa teilnehmen können. Trotz der großen Auswahl des Kolpingwerks fiel unsere Entscheidung für das Projekt in Kapstadt schnell, da es neben der Arbeit im Krankenhaus weitere Einsatzorte gab: Für einige Tage war auch die Mithilfe in einer Armenküche, die Unterstüzung eines Kinderheims in einem Township und in einem Seniorenheim geplant.

Durch die vielen Einsätze erhielten wir einen Einblick in ganz unterschiedliche soziale Klassen – und unser Blick für die Probleme des Landes wurde geschärft: Im Kinderkrankenhaus, in dem wir den Großteil unserer Zeit verbrachten, spielten HIV und auch Krebs eine große Rolle und durch die Nähe zum Township kamen wir immer wieder mit Einheimischen in Kontakt, die von Drogen und Gang-Problemen berichteten.

Die Arbeit gestaltete sich so auch sehr abwechslungsreich: An den Vormittagen stand der interkulturelle Austausch im Vordergrund, bei dem wir integrative Schulen besichtigten oder sogar einen Gottesdienst mit Gefangenen im Gefängnis vorbereiteten. Die Einheimischen berichteten uns von ihrer Situation und wir von unserem Leben in Deutschland.

Den Nachmittag verbrachten wir meistens im Krankenhaus, wo wir von Tag zu Tag mehr Bewunderung für die Patienten empfanden, da der Großteil von ihnen trotz schwerer Krankheiten pure Lebensfreude zeigte, wenn wir mit ihnen Fußball spielten oder bastelten. Besonders in Erinnerung bleibt uns der Tag, an dem wir für die sportbegeisterten Patienten ein großes Fußballfeld an eine Krankenhauswand malten.

Besondere Eindrücke in

der Freizeit gewonnen

Für unser stets volles Programm sorgten die Mitglieder der Kolpinggruppe in Kapstadt, die auch für unsere Unterbringung im Nebenhaus des Krankenhauses St. Joseph‘s verantwortlich waren, wo wir uns selbst verpflegten. In unserer Freizeit organisierten sie für uns aber auch Fahrten in die Natur: So machten wir eine Wanderung auf den Tafelberg oder entlang der Küste. Häufig wurden wir auch von Einheimischen zu einem Grillabend dem sogenannten „Braai“ eingeladen, wobei wir auch ein wenig „Afrikaans“ lernten. An einem Tag erhielten wir sogar die Möglichkeit, im indischen Ozean zu surfen.

Da die letzte der vier Wochen Aufenthalt als Urlaubswoche geplant ist, buchten wir eine Tour auf der Garden Route, bei der wir von Kapstadt bis Port Elizabeth die Gegend mit einem Van erkundeten, wobei wir auf Wale, Strauße sowie Pinguine stießen und ein Teil der Gruppe am weltweit höchsten Bungeejump teilnahm.

Während der vier Wochen kam bei uns kaum Heimweh auf, weil die Südafrikaner durch ihre herzliche und offene Art uns immer das Gefühl gaben, zu einer Familie zu gehören. So nehmen wir neben der Erfahrung, dass man auch im Kleinen Großes bewegen kann, auch zahlreiche Freundschaften mit nach Hause.

Die Begeisterung für die weitere Teilnahme an einem Workcamp teilen wir mit allen Mitgliedern unseres Projekts, denn wir wurden nicht enttäuscht, das Land außerhalb der typischen Touristenattraktionen kennenzulernen und einen realistischen Einblick in deren Kultur zu erhalten.

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