Freilichtbühne Coesfeld: Logopädische Unterstützung zur Stimmbildung

Logopädin Bianca Clausen aus Lette hilft den Darstellern des Abendmusicals „Heiße Ecke“ und des Familienmusicals „Die kleine Meerjungfrau“ bei der richtigen Aussprache und zeigt, wie die Stimme am besten eingesetzt wird.

Coesfeld. Die Probenräume der Freilichtbühne Coesfeld sind an den Wochenenden momentan durchgehend belegt. Es wird gesungen, getanzt, gespielt. Und zusätzlich finden in diesem Jahr besondere Coachings für die Stimme statt. Logopädin Bianca Clausen aus Lette hilft den Darstellern des Abendmusicals „Heiße Ecke“ und des Familienmusicals „Die kleine Meerjungfrau“ bei der richtigen Aussprache und zeigt, wie die Stimme am besten eingesetzt wird. Im Interview spricht sie darüber, wie sie zur Freilichtbühne gekommen ist und wie ihre Coachings ablaufen.

Sie unterstützen die Ensembles der Freilichtbühne in diesem Jahr zum ersten Mal. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Bianca Clausen: Ich bin schon lange Fan der Bühne und habe viele Stücke gesehen. In meiner Praxis arbeitet Karin Schmohl, die seit vielen Jahren Bühnenmitglied ist. Im letzten Sommer haben wir dann darüber gesprochen, wie gut ich die Darsteller eigentlich unterstützen könnte. Dann habe ich mich bei der damaligen Produktionsleitung Christiane Gottschalk gemeldet und meine Hilfe angeboten.

Und wie sieht diese Hilfe aus? Bianca Clausen: Zuerst habe ich in den szenischen und musikalischen Proben hospitiert und mir einfach mal angeguckt, wie die Proben ablaufen. Dann habe ich etwas Stimmtraining in großen Gruppen angeboten. Dabei ging es hauptsächlich um die Fragen, wie ich meine Stimme einsetzen kann und wie ich auch auf sie aufpasse. Besonders beim Familienmusical arbeite ich in der letzten Zeit viel in Kleingruppen, weil die Darsteller unterschiedlich viel erfahren im Umgang mit ihrer Stimme sind.

Was genau machen Sie in den Kleingruppen mit den Darstellern? Bianca Clausen: Das ist ziemlich vielfältig. Ich möchte jeden da abholen, wo er gerade steht, und aus allen das beste herausholen. Wir beschätigen uns zum Beispiel damit, wie man durch Haltung und Körperspannung der Stimme mehr Ausdruck verleiht, und machen Übungen zur Stimmstärkung. Aber es gibt auch ziemlich spezielle Dinge: Ein Darsteller muss in seiner Rolle stottern. Ihm habe ich gezeigt, wie man richtig stottert. Teilweise kommen die Darsteller auch mit Fragen auf mich zu und wollen beispielsweise wissen, wie man am besten atmet, um gleichzeitig tanzen und singen zu können.

Die Premieren der Stücke finden im Mai und im Juni statt. Was haben Sie bis dahin noch vor? Bianca Clausen: Wir werden die Arbeit fortsetzen – in enger Absprache mit den künstlerischen Teams der Stücke. Aber auch nach den Premieren stehe ich gerne zur Verfügung. Wenn einem Schauspieler zum Beispiel wegen Krankheit die Stimme versagt, kann ich mit ihm einen Notfallplan erarbeiten, sodass er trotzdem die Vorstellung meistern kann. Es macht einfach Spaß, mich mit etwas, das ich persönlich gut kann, in das Vereinsleben einzubringen.

Infos zu Bianca Clausen: Bianca Clausen lebt mit ihrer Familie in Coesfeld und ist seit 2004 selbständig als Logopädin tätig. Seit zehn Jahren arbeitet sie in ihrer Praxis an der Coesfelder Straße 63 in Lette. Aufgewachsen ist sie in Niedersachsen, wo sie in ihrer Jugend auch an einer Freilichtbühne mitgespielt hat.

Karten für die kommende Musical-Saison der Freilichtbühne gibt es mo-fr zwischen 10 und 13 Uhr an der Tageskasse sowie telefonisch unter 02541-3355 sowie online unter www.freilichtbuehne-coesfeld.de

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