Vier Modellbauer aus Lette fahren zur Intermodellbau vom 13. bis 17. April nach Dortmund

Auf Europas größter Fachmesse

Freuen sich riesig auf die Intermodellbau, die größte Fachmesse in Europa: Alfons Nergenau, Thomas Rensmann, Hans-Jürgen Meyer sowie dessen Sohn Sascha.

Lette. Kleine, nur mehrere Zentimeter große Trecker sind zu sehen, darunter Oldtimer, im Maßstab 1:87.

Sie stehen am Rand der selbstgefertigten Platte und gehören Thomas Rensmann. Auf der Plattenmitte ein simulierter Unfall auf einem Feld. Notarzt- und Rettungswagen, THW-Fahrzeuge sowie Feuerwehrautos sind zu sehen. Modellbauteile von Sascha und Hans-Jürgen Meyer vervollständigen das Gemeinschaftswerk dieses Einsatzdioramas. „Das ist der Ausschnitt aus einer Landschaft“, erklärt der Letztgenannte. „Ich zeige einen Teil des Löschzuges Lette und Einsatzkräfte des Rettungsdienstes des Kreises Coesfeld mit den entsprechenden Fahrzeugen. Die Platte habe ich selber gebaut, die Wagen sind dem Original im Maßstab 1:87 nachempfunden.“ Dahinter hat Alfons Nergenau für die Streiflichter sein ausgefallenes Modellbauteil präsentiert: ein halbierter Feuerlöscher, den er mit Grün und zwei Feuerwehrwagen bestückt hat. „Vor zwei Jahren hatte ich dieses Feuerlöschdiorama bereits auf der Ausstellung in Dortmund dabei. Es ist schon zweimal kopiert worden“, erzählt der Gärtnermeister, der bei Ernsting’s family arbeitet und auch noch einen Schrebergarten im Frühling auf einer kleineren Modellplatte dargestellt hat.

Modelle standen zuletzt im „Bahnhof Darfeld“

„Die anderen drei Jahreszeiten mache ich noch.“ Das Quartett ist im Hobbybastelraum im Keller von Hans-Jürgen Meyer zusammengekommen. Hier präsentieren die vier Mitglieder der Modellbaugruppe des Stadtfeuerwehrverbandes Coesfeld, die alle in Lette wohnen, den Streiflichtern eine Reihe von Exponaten, die auf der bevorstehenden Intermodellbau-Messe Dortmund zu sehen sind. Gastgeber Hans-Jürgen Meyer betreibt seit zwei Jahren ein Modellbaufachgeschäft in Lette. „Von meinem Kunden Klaus Sonnenschein habe ich für die Messe noch zwei Dioramen bekommen. Eins zeigt erdgasbetriebene Fahrzeuge, das andere eine Filmszene aus dem Film Top Gun.“ Seit mittlerweile 36 Jahren übt der 46-Jährige sein Hobby aus. Zusammen mit Alfons Nergenau zählt er zu den Gründungsmitgliedern der Modellbaugruppe des Stadtfeuerwehrverbandes Coesfeld, die zum 75-jährigen Jubiläum des Löschzuges Lette am 28. August 1999 ins Leben gerufen wurde.

Regelmäßige Treffen sind berufsbedingt nicht immer möglich. Doch vor Messen und Tagen der offenen Tür finden die Beteiligten schon öfter zusammen – und natürlich präsentieren sie sich gemeinsam auf verschiedenen Ausstellungen. So kamen ihre kleinen Modelle zuletzt im Oktober und November an drei Wochenenden auf der Herbstausstellung im Heimat- und Bürgerhaus „Bahnhof Darfeld“ groß heraus – und kommen jetzt auf der größten Fachmesse Europas, der Intermodellbau Dortmund, noch größer heraus: „Es werden dort 90 000 bis 100 000 Besucher erwartet“, weiß Alfons Nergenau zu berichten, der selber unter anderem die neuesten THW-Fahrzeuge, Lkw-Oldtimer und die „Feuerwehr Nürnberg“ präsentieren wird – und selbstverständlich seinen halbierten Feuerlöscher. Zusammen mit Feuerwehrleuten aus Bocholt, Datteln, Dortmund und Wuppertal sind die rund 1 000 Modellteile der vier Hobbymodellbauer in der Halle 2 der Westfalenhalle zu besichtigen. Vor gut drei Jahren stieß Thomas Rensmann zur Modellbaugruppe hinzu. „Ich habe immer schon landwirtschaftliche Maschinen gesammelt und mache den landwirtschaftlichen Teil“, erklärt dieser. „Schlepper und Landmaschinen sind mein Schwerpunkt.“ Er gehört, ebenso wie Sascha Meyer, als aktiver Feuerwehrmann dem Löschzug Lette an. Auf der Messe in Dortmund, die vom 13. bis 17. April läuft, zeigt Thomas Rensmann rund 200 Modelle, darunter beispielsweise auch Oldtimer-Trecker und Anhänger mit gefüllten Rüben oder Grassilage. Für den Transport benutzt er unter anderem eine Pappkiste mit Schubladen, in denen jeweils auf Klebeband stehend seine kleinen Traktoren sicheren Halt haben.

Hans-Jürgen Meyer und Sohn Sascha sind mit rund 20 Dioramen vertreten, die in ihren Präsentationskästen den Besuchern nahegebracht werden. Kurios: Für den Bau des Schaukastens seines Einsatzdioramas hat Hans-Jürgen Meyer auch einen Sockenverkaufsständer verwendet …

„An diesem Wochenende packen wir von Freitag bis Samstag die Sachen zusammen. Von der Feuerwehr Coesfeld bekommen wir den Gerätewagen zum Transport zur Verfügung gestellt“, so die Hobbymodellbauer. „Für den Aufbau am Montag und Dienstag planen wir rund 14 Stunden ein.“ Zurzeit sind Vater und Sohn Meyer noch mit einem Großprojekt beschäftigt: „Wir bauen ein Planspiel für die Feuerwehr Bochum. Dafür haben wir Fotos bekommen, nach denen wir versuchen, die Gebäude im Original nachzubauen. Jetzt haben wir die erste von sechs Platten mit einem Hotelgebäude nach rund 200 Stunden fast beendet“, so Hans-Jürgen Meyer, der ebenso wie Alfons Nergenau Mitglied im Stadtfeuerwehrverband Coesfeld ist. „Am Donnerstag kommt die Leiterin der Feuerwehrausbildung Bochum zur Besichtigung des Baufortschritts zu uns.“ Vermittler für diesen ungewöhnlichen Auftrag war Dr. Dirk Hagebölling. „Er kommt aus Coesfeld und ist der Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Bochum.“

So bleibt neben der Messe auch zukünftig noch eine Menge zu tun, denn 500 weitere Projektstunden für das Planspiel sind kein Pappenstiel. Und außerdem möchte Sascha Meyer auch noch den Nachbau seiner begonnenen Wasserlichtorgel weiter fortführen …

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