Zwei Schwestern brachten Kinder nacheinander im selben Kreißsaal in Coesfeld zur Welt - „Zwillinge“

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Den Tag der Geburt der beiden „Zwillinge“ Ella und Nils haben Susanne Neuhaus (links) und Nicole Gohlke (rechts) sowie Oma Angelika und Opa Harald Gohlke noch bestens in Erinnerung

Buldern/Coesfeld. „So etwas hatte es – so wurde es uns auf jeden Fall gesagt – im Coesfelder Krankenhaus vorher noch nicht gegeben: Dass zwei Schwestern nacheinander im selben Kreißsaal ihre Kinder entbunden haben“, berichtet Harald Gohlke aus Buldern.

Die jüngste und älteste Tochter von ihm sorgten also am 27. Januar 2017 mit der Geburt ihres jeweils ersten Kindes für eine Premiere im Coesfelder Perinatalzentrum.

Die Situation an besagtem Tag war tatsächlich so, dass man sie – würde man sie in einem Kinofilm sehen – wohl als konstruiert und kitschig empfinden würde. Aber – sie war Realität: „Als ich an dem Tag um 10.15 Uhr nach der Geburt von Nils aus dem Kreißsaal kam, wartete vor der Tür Susi, die kurz drauf in den selben Kreißsaal kam. Als wir beide uns sahen, mussten wir weinen“, erinnert sich Nicole Gohlke. „Was die Mitarbeiter des Krankenhauses um uns herum irritierte – sie dachten, es sei etwas Schlimmes passiert. Dann haben meine Schwester und ich erklärt, dass es Tränen des Glücks und der Rührung waren“, so Nicole Gohlke.

„Zwillinge“ sind sechs Stunden auseinander

Der Sohn der Wahl-Coesfelderin – ihr Lebensgefährte Heiko Nienhaus kommt aus Coesfeld – erblickte um 7.13 Uhr das Licht der Welt. Sechs Stunden später, um 13.10 Uhr, brachte Susanne Neuhaus, die zusammen mit ihrem Mann Dennis in Buldern Tür an Tür zu ihren Eltern im Raiffeisenring wohnt, ihre Tochter Ella auf die Welt. „Von daher sind die beiden Kinder irgendwie ,Zwillinge’“, schmunzelt Opa Harald Gohlke, der sich auch gut an den Tag der Geburt der „Zwillinge“ erinnert: „Wir hatten einen Monteur bei uns, der unsere Heizung wartete, als Susi sagte, dass sie ins Krankenhaus müsse. Ich hab dem Monteur gesagt ,Zieh einfach die Tür hinter Dir zu, wenn Du fertig bist’, und dann sind wir nach Coesfeld gefahren“, so der Bulderner, der bis vor vier Jahren als Bezirkspolizist für Buldern und Hiddingsel zuständig war.

Eigentlich sollten die beiden „Zwillinge“ am 16. beziehungsweise 20. Februar zur Welt kommen. Das hatten die beiden Schwestern bei der 60.-Geburtstags-Nachfeier ihrer Mutter Angelika im Juli 2016 bekannt gegeben. „Die Freude war riesengroß, als wir das hörten“, berichtet Opa Harald Gohlke, der dem gemeinsamen Geburtstag seiner jüngsten Enkel einiges abgewinnt: „Das Datum kann man sich gut merken!“

Drei Kinder vom 27. Januar 2017 in der Krabbelgruppe

Zumal auch Sarah Kalweit-Reinermann, eine Dülmener Freundin von Susanne Neuhaus, am 27. Januar 2017 einen Sprössling – Felix, ihren dritten Sohn – in Coesfeld zur Welt brachte. Und so sind es gleich drei am 27. Januar 2017 geborene Kinder, die montags in der Hebammenpraxis „Storchennest“ in Dülmen gemeinsam in der Krabbelgruppe sind. Nach der Krabbelgruppe in Dülmen geht’s dann für die Mütter mit ihren Sprösslingen nach Buldern, wo bei Oma Angelika und Opa Harald zu Mittag gegessen wird.

Eine Freude ganz besonders für Harald Gohlke, der das Opa-Sein genießt: „Ich erlebe die Geburt und das Leben meiner Enkel viel intensiver als damals, als unsere Kinder zur Welt kamen. Ich war damals ja berufstätig.“

Auch die Mütter von Nils und Ella genießen die Situation: „Wir finden es toll, dass die beiden Kleinen so eng miteinander aufwachsen und dass wir uns so regelmäßig sehen können.“ Neben der Krabbelgruppe geht’s sonntags gemeinsam zum Babyschwimmen, und auch sonst wird vieles gemeinsam unternommen. Vor diesem Hintergrund wurde auch am 27. Januar 2018 der erste Geburtstag von Nils und Ella in Buldern mit fast allen Familienmitgliedern bei Oma und Opa Gohlke gefeiert.

Berufsweg liegt in der Luft: „Auf zur Polizei“

Berufspläne gibt es auch schon: „Eins unserer beiden jüngsten Enkelkinder geht bestimmt zur Polizei – wobei Nils aktuell öfter noch als ,Rambo’ auftritt“, schmunzelt Harald Gohlke. Seine Frau geht noch weiter: „Von mir aus können beide zur Polizei.“ Womit eine Familientradition fortgeführt würde: Harald Gohlke war Polizist, Sohn Stephan ist bei der Polizei – und dessen Sohn Tobias (6) denkt auch schon in diese Richtung ...

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