Entwicklungen des Ausbildungsstellenmarktes im Kreis Coesfeld

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Michael Schwering

Kreis Coesfeld. Das Berufsberatungsjahr neigt sich dem Ende zu – trotzdem können noch Berufsausbildungsstellen vergeben werden. Was dafür nötig ist, erzählt Bereichsleiter Michael Schwering im Interview mit Streiflichter-Mitarbeiterin Anna Tiffe. Außerdem geht es um Entwicklungen des Ausbildungsstellenmarktes und um die Traumberufe der jungen Menschen im Kreis Coesfeld.

Herr Schwering, welche Entwicklungen beobachten Sie im Kreis Coesfeld im Bereich Ausbildungen?

Der Trend zu höheren Schulabschlüssen ist weiterhin ungebrochen. Auch die Zahl der Schulabsolventen wird im kommenden Jahr wieder sinken. Auf der Seite der Bewerber für betriebliche Ausbildung werden wir wohl eher nicht mit Zuwächsen rechnen können. Das macht sich hier in der Agentur für Arbeit und auf dem Ausbildungsstellenmarkt bemerkbar. Betriebe hingegen melden vermehrt Stellen. Ein Teil davon wird unbesetzt bleiben. Trotzdem: Im Kreis Coesfeld haben wir einen sehr stabilen und guten Markt.

Der übliche Beginn von Ausbildungsverhältnissen ist im August beziehungsweise September. Haben Bewerber jetzt überhaupt noch Chancen?

Ja, es ist auf jeden Fall noch viel möglich. Dafür ist allerdings auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite Flexibilität nötig. Unsere Aufgabe ist es, jetzt verstärkt auf die Unversorgten zu gucken und alle Chancen auszuloten.

Was sollten diejenigen tun, die bisher noch keine passende Ausbildungsstelle gefunden haben?

Zunächst einmal: nicht aufgeben. Wer noch nicht „versorgt“ ist, sollte direkt Kontakt zu uns aufnehmen, die Beratung wahrnehmen und gucken, was sich noch realisieren lässt. Manchmal ist es auch hilfreich, den Blick für Alternativmöglichkeiten zu erweitern.

Wie könnte das konkret aussehen?

Viele Jugendliche haben eine Vorstellung von ihrem Traumberuf. Unsere Arbeit im BiZ dient unter anderem dazu, Transparenz über die über 300 anerkannten Ausbildungsberufe zu schaffen. Es gibt zum Beispiel nicht nur den Metallbauer, sondern auch an dieses Berufsbild angrenzende Berufsvarianten – wie den Konstruktions- oder Fertigungsmechaniker. Wenn da die Augen weiter geöffnet werden, ist man flexibler aufgestellt. Und dafür muss man seinen Wunsch nicht einmal verlassen.

Welches sind denn aktuell die Traumberufe?

Es gibt eine starke Konzentration auf die „Top Ten“ – 50 Prozent der jungen Frauen interessieren sich beispielsweise nur für die zehn beliebtesten Berufe im kaufmännischen oder medizinisch- beziehungsweise tiermedizinischen Bereich. Bei den Männern ist es unter anderem nach wie vor der Kfz-Bereich.

Haben Sie abschließend Tipps für Bewerber?

Beginnend mit der Berufsorientierung in der Schule sollten junge Menschen sich auch selbst über die Berufe schlau machen und Praktika absolvieren. Nicht immer sind die besten Schulnoten maßgebend. Eigenschaften wie Engagement und Zuverlässigkeit sind oft genauso wichtig.

Zur Person

Michael Schwering ist als Bereichsleiter für die Geschäftseinheit 2 bei der Agentur für Arbeit Coesfeld auch für die Berufsberatung zuständig. Der 51-jährige ist verheiratet und ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig.

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