Blutkreislaufpumpe erstmalig beim Coesfelder Gesundheitstag zu sehen

Eine Hupe als Herz, Schläuche für die Adern

Ludger Wilmer, Thomas Balzerzak, Sabine Wenners (IBP)

Coesfeld. Das menschliche Herz schlägt rund 100 000 Mal am Tag, um Blut durch den Körper zu pumpen.

Allein die Anzahl an täglichen Herzschlägen ist beachtlich. Doch noch beachtlicher ist die Kraft, die das faustgroße Organ bei jedem Schlag aufbringen muss, damit das Blut entsprechend fließt. Beim Coesfelder Gesundheitstag am 15. Oktober können Besucher mit Hilfe einer speziellen Blutkreislaufpumpe – zusammengesetzt aus Materialien aus dem Baumarkt – testen, welche Kraft ein Herz hat. „Wir sind schon gespannt darauf, wie schnell die Leute schlapp machen, wenn sie an der Blutkreislaufpumpe pumpen“, schmunzeln die Schaffer der Blutkreislaufpumpe.

Die Idee, ein Modell anzufertigen, das anschaulich und fassbar macht, wie viel Kraft das Herz aufbringen muss, um Blut durch den menschlichen Körper zu pumpen, hatte das Vorbereitungsteam der Coesfelder Gesundheitstage; Gudrun Kenning von der VHS übernahm die Aufgabe, diese Idee umzusetzen. Zunächst berichtete sie Dr. med. Ralf Schreiber vom Dialysezentrum Coesfeld von ihrem Einfall. Der Nephrologe erstellte daraufhin eine einfache Skizze für ein Modell zur Veranschaulichung der Herzarbeit. Mit dieser machte sich Gudrun Kenning auf den Weg in die Dienstleistungssozialwerkstatt Coesfeld (DiSoCo) der IBP und erkundigte sich bei der IBP-Bereichsleiterin Arbeit-Bildung-Qualifizierung, Sabine Wenners, und Werkstattleiter Ludger Wilmer, ob deren Mitarbeiter aus der Skizze eine Blutkreislaufpumpe zusammen bauen könnten. Die Herausforderung gefiel Ludger Wilmer: „Ich bin dann los in den Baumarkt und habe nach Materialien gesucht, die wir verwenden können.“ Und er ist fündig geworden: eine Fahrradhupe dient als Herz, Plastikschläuche als Adern und zwei quadratische Wannen als Nieren. Das Blut wird mit Lebensmittelfarbe gefärbtem Wasser dargestellt.

Insgesamt kostet das gesamte Material für den Bau eines solchen Modells rund 18 Euro. „Es durfte ja nicht zu teuer werden“, grinst Ludger Wilmer. „Da war Kreativität gefragt. Wir hatten echt viele Ideen, haben aber auch viele Ideen wieder verworfen ehe wir alle Materialen passend hatten.“ Zusammengesetzt hat das Ganze dann Thomas Balzerzak, ein Mitarbeiter der DiSoCo: „Sonst baue ich hier meistens Fahrräder. Das war mal etwas ganz anderes, etwas einzigartiges.“

Erstmalig zum Einsatz kommt die Blutkreislaufpumpe beim Coesfelder Gesundheitstag am Informationsstand über Dialysemaschinen. „Natürlich ist das eine ganz andere Technik als die, die in unseren Dialysemaschinen steckt“, erklärt Dr. med. Ralf Schreiber. Denn während bei der Blutkreislaufpumpe das Pumpen des Herzens simuliert werde, übernähmen Dialysemaschinen die Aufgaben der Nieren, sprich die Entgiftung und Entwässerung des Blutes. Mit der Dialyse behandelt werden hauptsächlich Patienten mit Nierenversagen. Aber auch Patienten, deren Herz auf Grund verschiedener Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Infarkten zu schwach ist, um selbstständig ausreichend Blut zu pumpen, werden an Dialysemaschinen angeschlossen. „Mit der Blutkreislaufpumpe soll gezeigt werden, wie stark das Herz arbeitet. Menschen sollen aufmerksam dafür gemacht werden, wie wichtig es ist, für die Gesundheit dieses lebenswichtigen Organs zu sorgen und sich zu kümmern“, sind sich alle am Projekt beteiligten einig .

Für den Coesfelder Gesundheitstag wünschen sich die Erfinder und Macher der Blutkreislaufpumpe, „dass viele Menschen die Pumpe ausprobieren und merken, wie viel ihr Herz täglich leisten muss und sich dadurch animiert fühlen, etwas für die Gesundheit ihres Herzens zu tun.“

Was nach dem Coesfelder Gesundheitstag mit der Blutkreislaufpumpe geschieht, ist noch unklar: „Auf Anfragen können wir sie gerne verleihen – vielleicht an Schulen oder so“, überlegen die Projektbeteiligten jetzt nachdem die Blutkreislaufpumpe fertig ist und auf ihren ersten Einsatz in der Öffentlichkeit wartet...

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