Projekt „BahnLandLust“ zwischen Coesfeld und Dorsten auf gutem Weg

Durchgängige Züge in Sicht

Viele Vertreter von Städten und Gemeinden sowie er beteiligten Verkehrsverbünde empfingen den Zug, der um 11.15 Uhr von Coesfeld Richtung Dorsten rollte. Foto: Thilo Kötters

Reken/Coesfeld. Für Bürgermeister Heinz Öhmann war die Fahrt mit der NordWestBahn zwar keine Premiere, dennoch gestand er: „Ich fahre nicht sehr häufig Bahn“, als er am Rekener Bahnhof aus dem Zug von Coesfeld Richtung Dorsten stieg.

Künftig könnte das Stadtoberhaupt genau wie andere Coesfelder deutlich öfter einsteigen – nämlich dann, wenn die Züge bis Essen durchfahren.

Denn eine gute Nachricht dazu hatte Dr. Hermann Paßlick, Verbandsvorsteher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr, im Gepäck. Die Bahn habe inzwischen zugesagt, die Strecke zwischen Coesfeld und Dorsten fit machen zu wollen für die durchgängigen Züge. Denn dazu sind Umbauten an den Gleisen und Bahnsteigen erforderlich. In einigen Jahren soll der Zug aus Coesfeld sich in Dorsten mit dem Zug aus Borken vereinigen und gemeinsam nach Essen fahren.

Vor dem Hintergrund, dass der Zugverkehr auf der Strecke mehrmals auf der Kippe stand, ein kleines Wunder. Noch heute nutzen lediglich 1 000 Fahrgäste am Tag die Züge. „Das ist die am schwächsten genutzte Strecke im Münsterland. Sie wurde lange stiefmütterlich behandelt.“

Das Projekt „BahnLandLust“ soll das ändern und die Chancen dazu stehen gut. Denn Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale-Agentur, überreichte nun offiziell den A-Stempel des Verfahrens, der nun offiziell Grünes Licht für das Projekt gibt und den Weg zu Fördergeld ebnet.

Damit wollen die Gemeinde Reken und die Stadt Dorsten das Umfeld ihrer Bahnhöfe aufwerten – unter anderem soll es einen neuen Halt in Klein Reken geben –, aber auch Coesfeld soll profitieren.

„In Coesfeld wollen wir uns um das Bahnhofsgebäude kümmern“, versprach Heinz Öhmann. „Dafür suchen wir gerade einen Investor.“ Von einer durchgängigen Verbindung nach Essen erhofft er sich auch einen Schub für die Coesfelder Wirtschaft. „Wir haben Fachkräftemangel, im Ruhrgebiet ist hohe Arbeitslosigkeit. Die Verbindung in den Raum Coesfeld ist dadurch verbessert.“

Bis es soweit ist, werden aber noch einige Jahre vergehen. Eine kleine Verbesserung gibt es indes ab sofort: In der Woche gibt es wieder einen durchgängigen Stundentakt, auch um 11.15 Uhr fährt jetzt ein Zug von Coesfeld nach Dorsten.

Zum Thema:

BahnLandLust ist ein Projektvorschlag zur Regionale 2016. Großes Ziel der Projektpartner dabei ist es, im ländlichen Raum weiterhin für Mobilität zu sorgen. Mehr Zugfahrten, durchgehende Verbindungen nach Essen und bessere Verknüpfungen mit anderen Verkehrsmitteln sind ein Ziel, Bahnhöfe als Ankerpunkte mit attraktiven Gebäuden ein weiteres. Neben den Berufspendlern nimmt das Projektteam auch die Freizeitnutzer in den Blick – sie sollen die Strecke mit Leben füllen. Die Strecke verläuft durch die Stadt Coesfeld, die Gemeinde Reken und die Stadt Dorsten.

SL-Ausgabe vom 17.12.2014

​Von Thilo Kötters

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